13.06.2017

Die afrikanische Revolution. Burkina Faso Oktober 2014, Fotoausstellung im Afripoint, 13.6.-6.7.2017

Präsentation der Ausstellung „Die afrikanische Revolution. Burkina Faso 2014.“ Afripoint, Hofmühlgasse 2, 1060 Wien


Im Oktober 2014 gingen große Teile der Bevölkerung  von Burkina Faso auf die Straße und zwang den autokratischen Präsidenten Blaise Compaoré, im 27. Jahr seines Regimes abzutreten. Auslöser der Revolte war der Versuch Compaorés, sich durch eine Verfassungsänderung weitere drei Legislaturperioden zu jeweils fünf Jahren zu sichern – de facto, sich zum Präsidenten auf Lebenszeit zu machen. Die aufständische Bevölkerung übernahm tagelang die Kontrolle auf den Straßen der Städte Burkina Fasos. Das Parlamentsgebäude in Ouagadougou, wo Präsident Compaoré mit seinen loyalen Gefolgsleuten die Verfassungsänderung erzwingen wollte, sowie die Häuser verbrecherischer Repräsentant_innen des Regimes, wurden gestürmt und verwüstet. Nicht Zerstörung war das Ziel der aufständischen Bevölkerung, sondern der Wunsch nach wirklicher Demokratie und einer besseren, gerechteren Zukunft. Es ging sowohl um demokratische Rechte, als auch um ein besseres Leben für alle diejenigen, die am Existenzminimum ums Überleben kämpfen, während eine kleine, korrupte Machtelite sich maßlos bereichert und für den Erhalt ihrer Macht über Leichen geht. Mit dem Blaise Compaoré-Regime wurde eine Regierung gestürzt, die jahrzehntelang einer der Stützpfeiler neokolonialer Machtinteressen in Afrika war und dafür durch Frankreich und andere europäische Mächte am Leben erhalten wurde. Der burkinische Volksaufstand wurde von vielen verschiedene gesellschaftliche Akteur_innen getragen: Organisationen der Zivilgesellschaft, Frauen, Jugendliche, Studierende, Arbeiter_innen, Bewohner_innen prekärer Wohnviertel, engagierte Künstler_innen, kritische Intellektuelle und Journalis_innen, oppositionelle Parteien…  Eine wichtige Motivation zogen viele der Menschen in Burkina Faso aus der Erinnerung an Persönlichkeiten der jahrzehntelangen widerständigen Geschichte dieses Landes, wie den 1987 ermordeten sozialistischen Revolutionär und Präsidenten Thomas Sankara oder den 1998 ebenfalls ermordeten Journalisten Norbert Zongo.
Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Hippolyte SAMA, Issa NIKIÉMA, Harouna MARANÉ, Nomwindé Vivien SAWADOGO und anderen burkinischen Fotografen, die seit 2013 die verschiedenen Phasen der Oppositionsbewegung und des Aufstandes dokumentiert haben: Vom Austritt prominenter Politiker aus der Regierungsfraktion der Assemblée Nationale, über die anwachsenden Demonstrationen bis hin zum Sturz des Präsidenten, vom Gegenputsch und schließlich der Neuwahl des Parlaments am 29. November 2015.
Wir zeigen diese Ausstellung in Wien, weil wir überzeugt sind, dass der burkinische Volksaufstand im Oktober 2014 allen etwas zu sagen hat, die in Afrika und anderswo auf der Welt nach einer wirklichen demokratischen und gerechten Veränderung streben.
Im Rahmenprogramm der Ausstellung gibt es Film- und Buchpräsentationen zur burkinischen Revolution und zur Geschichte und Aktualität der politischen Ideen von Thomas Sankara. Mit burkinischen Expert_innen diskutieren wir über Potentiale und Herausforderungen für das Post-Revolutionäre Burkina Faso und über die Frage der Grenzen eines gesellschaftlichen afrikanischen Aktivismus.

PROGRAMM

13.06. Eröffnungsveranstaltung mit Musik

Begrüßung: Irène Hochauer-Kpoda , VIDC (Vienna Institut for International Dialogue and Cooperation)

Grußwort: Markus Rumelhart, Bezirksvorsteher 6. Bezirk

Der Fotograf Hippolyte Sama führt durch die Ausstellung.

15.06. Diskussionsveranstaltung mit Gästen (u.a. der Fotograf Hyppolyte Sama)

Das Post-Revolutionäre Burkina Faso: Potential, Herausforderungen
und Grenzen eines gesellschaftlichen afrikanischen Aktivismus

Moderation: Irène Hochauer Kpoda, VIDC (Vienna Institut for International Dialogue and Cooperation)

17.06. Nachbarschaftsbrunch und Workshop: Les femmes et la révolution

Über die Rolle der Frauen in der Revolution mit Margit Niederhuber. Beginn 12h30

22.06. Filmpräsentation: Revolution mit bloßen Händen - La trajectoire d‘un peuple

anschließendes Gespräch mit den Regisseuren Moussa Ouédraogo und Hans-Georg Eberl

29.06. Themenabend: Thomas Sankara

Thomas Sankara oder der Mut zur  Selbstgestaltung der eigenen Zukunft
Zur Aktualität eines visionären Staatsmannes für Burkina Faso, Afrika und den Globalen Süden

06.07. Abschlussveranstaltung mit Musik


An Veranstaltungsabenden ist der Einlass stets ab 18:30 Uhr. Die Ausstellung ist zu den täglichen Öffnungszeiten des Afripoint besuchbar.

Flyer