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Vortrag und Diskussion mit
Rober Koptaş | Chefredakteur der türkisch-armenischen Wochenzeitung AGOS | Istanbul
Moderation
Michael Fanizadeh | VIDC/Wiener Institut
Veranstaltungssprachen: Deutsch und Türkisch mit Simultanübersetzung
Anmeldung bitte über VIDC
Hintergrund
Nach neun Jahren Alleinregierung der AKP in der Türkei bildeten die Wahlen im Juli 2011 wiederum eine wichtige Zäsur. Im Kontext der Konflikte um die Rolle des Militärs, der Demokratisierung und der ökonomischen Nachhaltigkeit prägen die Wahlergebnisse die Gestaltung der inneren Verhältnisse im Land ebenso wie die Ausrichtung der türkischen Entwicklung nach außen. Nicht zuletzt der Rücktritt der gesamten Armeeführung hat für einiges Aufsehen gesorgt.
Ist dieser als Zeichen einer weiteren Demokratisierung des Landes zu interpretieren? Oder bedeutet er das Ende des Kemalismus und somit das Ende einer säkularen Türkei? Was bedeutet das Erstarken religiöser Symbole für die Modernisierung und Stabilität des Landes? Welche Auswirkungen werden die Wahlergebnisse auf die geplante neue Verfassung der Türkei, insbesondere in Bezug auf Menschen- und Minderheitenrechte haben?
Podium
Rober Koptaş ist Chefredakteur der bilingualen (türkisch-armenischen) Wochenzeitung AGOS. AGOS ist die erste türkisch-armenische Wochenzeitung der Türkei. Sie erscheint zweisprachig in Armenisch und Türkisch in Istanbul.
Der frühere Herausgeber und Journalist dieser Zeitung, Hrant Dink, wurde beim Verlassen des Zeitungsgebäudes am 19. Januar 2007 erschossen. Der Täter ist inzwischen zu einer 22 Jahre Haftstrafe verurteilt worden. Hinter der Ermordung standen rechtsextreme Kräfte, die ihn als Verräter an der türkischen Republik bezeichneten und mehrfach mit dem Tode bedroht hatten. Hrant Dink kämpfte für die Meinungsfreiheit und die Aufarbeitung der türkischen Geschichte. Die Zeitung AGOS steht in dieser Tradition. 2007 wurde Agos zu Ehren ihres ehemaligen Herausgebers Hrant Dink mit der Hermann-Kesten-Medaille des P.E.N.-Zentrums Deutschland ausgezeichnet.
Michael Fanizadeh ist Politologe und arbeitet seit 1997 am VIDC. Als Projektreferent ist er dort für die Bereiche Human Security und Menschenrechte verantwortlich. Seit April 2011 leitet er das EU- geförderte Projekt CoMiDe - Initiative für Migration & Entwicklung.
Kuratiert von Ilker Ataç | Universität Wien, VIDC/Wiener Institut
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
In Kooperation mit dem Festival Salam.Orient 2011




