05.04.2017

VIDC Studie: The perception of gender relations and gender-based violence of Afghans living in Austria


Gendersensibilisierung von Männern ist unerlässlich für das Erreichen von Geschlechergerechtigkeit und Gewaltfreiheit. Das VIDC entwickelte gemeinsam mit “poika - Verein zur Förderung gendersensibler Bubenarbeit in Schule und Unterricht” und dem Verein “Afghanische Jugendliche - Neuer Start in Österreich" die Idee, interkulturelle Genderkompetenz-Workshops für männliche afghanische Flüchtlinge anzubieten. Im Rahmen dieser Workshops, die seit 2016 vorwiegend in Flüchtlingsbetreuungseinrichtungen durchgeführt werden, werden Maskulinitäten, geschlechtsspezifische Gewalt, eigene und fremde Stereotypen und Geschlechterrollen reflektiert. Die Erweiterung der Genderkompetenz ermöglicht den Teilnehmern, Geschlechterdemokratie in ihrem Alltag zu leben und eine Identität zu entwickeln, die auf Gleichberechtigung basiert. Unter Anwendung kultursensibler Methoden werden auch tabuisierte Themen wie Sexualität und sexuelle Diversität aufgegriffen. Durch ein Trainer-Tandem, bestehend aus einem Afghanen und einem Österreicher, kann ein respektvoller und vorurteilsfreierer Umgang etabliert werden.
Parallel zu den Workshops wurde 2016 eine kleine mikrosoziologische Studie zum Geschlechterverhältnis in der afghanischen Community in Österreich durchgeführt. Die Studie enthält auch Empfehlungen in Form von Integrationsmaßnahmen.
Welche Gewalterfahrungen haben die Teilnehmer_innen in ihrer Kindheit gemacht, und wie haben diese ihre Auffassung von Geschlechtergerechtigkeit und –rollen geprägt? Welchem gesellschaftlichen und familiären Druck sind afghanische Männer im Allgemeinen und Flüchtlinge im Besonderen ausgesetzt?

Ahmad, Ali (2017) The perception of gender relations and gender-based violence of Afghans living in Austria, VIDC (Hg.), Vienna, March 2017. Online reading version and print version.