08.11.2011

Blood in the Mobile: Coltan und die Kriegswirtschaft - Wieviel Blut steckt in meinem Handy?

VOTIV KINO | Währingerstraße 12 | 1090 Wien | Dienstag | 8 November 2011 | 18:30 | Eintritt: 6.-


Den Kurzbericht zur Veranstaltung finden Sie hier 

 

Die Dokumentation zum Filmgespräch finden sie hier 

 

Die Dokumentation zum Workshop "Making Most of Commodities" finden sie hier

  

Fotos zum Filmgespräch finden sie hier

 

Das Video zum Filmgespräch finden Sie hier. 

 

 

Lesen Sie hier den Artikel des Kurier: "Bluthandys" vom 09. November

 

Hören Sie hier einen Auszug der Ö1 Sendung: "Digital.Leben"

Thema: Seltene Erden: "Wieviel Blut steckt im Handy?"

Eine Gestaltung von Conny Lee, Mittwoch. 09. November 011.

 

 

Hier können Sie das Info-Sheet herunterladen:

"Studien, Berichte und Kampagnen"

 

 

Programm und Abendablauf:

 

FILMPRÄSENTATION:

BLOOD IN THE MOBILE
52 min | 2010 | Originalversion mit deutscher ‘voice over’
EINTRITT: 6 EURO

 

 

Filmgespräch (englisch)

mit Regisseur Frank Piasecki Poulsen

 

Kommentare von:


Tim Steinweg, Center for Research on Multinational Corporations (SOMO), Initiative makeITfair, Niederlande
Mike Morris, PRISM, School of Economics, University of Cape Town, Südafrika

 

Moderation: Franz Schmidjell (VIDC)

 

Weitere Informationen über Film und Reservierungsmöglichkeiten:

Alexandra Toth

 

WORKSHOP: ABLAUF UND PROGRAMM

 

Wednesday | 9 November 2011 | 9:00-13:00 |
C3 | Sensengasse 3 | 1090 Vienna

 

Weitere Informationen über den Workshop:

 

Titel: MAKING MOST OF COMMODITIES: OPPORTUNITIES AND CHALLENGES FOR COMMODITY-BASED INDUSTRIALIZATION IN SUB-SAHARAN AFRICA?

 

Programm, Ablauf und Hintergrund

 

Anmeldung:ÖFSE

 

 

 

Hintergrund:

 

Wir lieben unsere Handys, können uns das Leben ohne eines nicht mehr vorstellen. Die Auswahl der Modelle ist mittlerweile endlos. Aber die schöne Welt der Handys hat eine dunkle Seite. Ein wesentlicher Teil der Minerale, die für die Mobiltelefonherstellung notwendig sind, kommt oder kam aus dem Osten Kongos. Ohne den Rohstoff Coltan herrscht  Funkstille. Die Elektronikindustrie braucht den Rohstoff für das Metall Tantal.  Es wird für Kondensatoren für Handys, aber auch für Digitalkameras, Spielkonsolen, Laptops und Flachbildschirme verwendet. Die westlichen Industrienationen kaufen die so genannten Konfliktminerale und finanzieren dadurch auch einen Bürgerkrieg, der zwischen 2,5 und 5 Millionen Menschenleben gekostet hat. 

 

Der dänische Filmemacher Frank Piasecki Poulsen machte sich auf den Weg in die Minen im Kongo, in die dunkle Seite der digitalen Welt.  Er ist in eine Mine hinabgestiegen, in der Erwachsene und Kinder oft Tage lang in dunklen Tunneln graben. Der Lohn beträgt oft nur ein paar Cent. Die Gewinne aus dem Geschäft mit Coltan stecken andere ein. Poulsen konfrontiert Handy- Produzenten, Mobilfunkunternehmen und KonsumentInnen mit seinen Aufnahmen: Wer weiß von den katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Mienen und den Verstrickungen mit dem Bürgerkrieg und was kann dagegen getan werden?  Welche lokalen und globalen Initiativen gibt es, die sich für gerechte Arbeitsbedingungen und dafür, dass Rohstoffgewinnen nicht für die Finanzierung von Kriegen verwendet werden einsetzen? Welche Möglichkeiten gibt es anders mit Rohstoffreichtum umzugehen und sicherzustellen, dass die Gewinne der Bevölkerung zu Gute kommen?

 

ReferentInnen

 

Frank Piasecki Poulsen

Absolvent der Nationalen Filmakademie Dänemarks, arbeitete als Regisseur, Drehbuchautor und Fotograf meist für das dänische Fernsehen. In seinen Geschichten geht es im vor allem um Menschenrechte und den Einfluss der westlichen Welt.  2006 drehte er die vierteilige Reihe "Democracy" über den demokratischen Prozess in Südafrika,  2003 die Dokumentation "Review" über die Entwicklung des Staates Ghana. Poulsen begibt sich bei seinen Dreharbeiten immer wieder in Gefahr, weil er die Betroffenen sucht, aber auch korrupte Politiker und Hintermänner nicht auslässt. Für "Blutige Handys" hat er sich auf eine gefährliche Reise begeben, um zu erfahren, woher die Rohstoffe für sein eigenes Nokia Handy kommen.

 

Mike Morris

Leiter von PRISM (Policy Research in International Services and Manufacturing) und Professor  Institut  ‘School of Economics’ an der  Universität  von Cape Town.  Es hat zu folgenden Bereichen gearbeitet und publiziert: Entwicklungspolitik, politische Ökonomie, Industriepolitik, internationaler Wettbewerb, Rohstoffe, Wertschöpfungsketten, Wirtschaftswachstum und sozialer Differenzierung. In seinem derzeitigen Forschungsprojekt „Making Most of Commodities“ geht er der Frage nach, wie Subsahara Afrika mit den Herausforderungen und Chancen bei Rohstoffexporten und Verarbeitung vorteilhafter nutzen kann.

 

Tim Steinweg 

Forscher beim  ‘Center for Research on Multinational Corporations - SOMO” und Koordinator der Kampagne ‘makeITfair’. Diese Kampagne zielt darauf ab, bei KonsumentInnen mehr Bewußtsein schaffen und die Nachhaltigkeit in der Elektronikinsustrie innerhalb der gesamten Produktionskette zu stärken.  Im Zusammenhang mit den Konfliktmineralien aus dem Ostkongo hat Steinweg mit NGOs, Firmen und Regierungen gearbeitet. 2011 organisierte er im Europäischen Parlament  einen Runden Tisch zu den Konfliktmaterialien.

 

Eine Kooperationsveranstaltung der ÖFSE - österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung un dem VIDC- Wiener Institut