06.10.2010

Kohärente Armut? - Armut in Kohärenz! Grenzen und Widersprüchlichkeiten der EU-Entwicklungspolitik

Mittwoch 6. Oktober 2010 | 17.00 bis 20.30 Uhr Albert Schweitzer Haus, 1090 Wien, Schwarzspanierstr. 13


(c) pixelio.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dokumentation

 

Fotos und Video

 

Input von Kojo Busia

 

Diskussionsveranstaltung von VIDC und ÖFSE

 

 

17:00 Uhr

Begrüßung: Elfriede Schachner (VIDC)

 

Einleitung: Simon Hartmann (ÖFSE)

 

 

 

17:15 Uhr

Kojo Busia (United Nations Economic Commission for Africa): “Europe’s global role in development. An African Perspective”

 

Ollivier Bodin (European Commission, DG Development: „Forward Looking Studies and Policy Coherence for Development): “EU Policy coherence for Development post-Lisbon: where are we?”

 

18:15 Uhr Kaffeepause

 

18:30 Uhr

Maurizio Carbone (Jean Monnet Chair and Senior Lecturer, University of Glasgow): “The EU and the Developing World: Partnership, Poverty, Politicisation”

 

19:00 Uhr

Panel- und Podiumsdiskussion

 

20:30 Uhr

Ende der Veranstaltung und kleiner Imbiss

 

Moderation: Corinna Milborn, Journalistin und Buchautorin

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und wird simultan übersetzt.


Hintergrund

 

Die Europäische Union als Koordinatorin der Entwicklungspolitiken der EU-Mitgliedstaaten mit dem größten Budget weltweit steht zunehmend auf dem Prüfstand der von „Entwicklungshilfe“ betroffenen Länder. Das politische, ökonomische und militärische Selbstverständnis der Europäischen Union tritt somit vermehrt in Konflikt mit der als „Partnerschaft“ bezeichneten Zusammenarbeit zwischen Industrie- und „Entwicklungsländern“.

Wie nehmen „Entwicklungsländer“ also das neue außenpolitische Selbstverständnis der EU wahr? Welche Forderungen an die Entwicklungspolitik der EU ergeben sich aus afrikanischer Sicht? Wie stimmt die EU ihre verschiedenen Politikfelder (Handels-, Finanz-, Landwirtschaftspolitik etc.) auf afrikanische Bedürfnisse ab?

Die Veranstaltung spürt dem Einfluss und den Auswirkungen der verschiedenen europäischen Politiken auf die „Entwicklungsländer“ nach und versucht Widersprüchlichkeiten der EU-Außen- und Entwicklungspolitiken zu indizieren.

 
Podium

 

Kojo Busia, UNECA Addis Abeba

Dr. Busia ist der Leiter des Referats „African Peer Review Mechanism (APRM)“ in der Abteilung „Governance and Public Administration“ in der UNECA – UN Economic Commission for Africa. Sitz der UNECA ist Addis Abeba in Äthiopien. Als Chef des APRM-Referats ist er verantwortlich für die Koordination der strategischen und technischen Unterstützung der ECA für die Implementierung des APRM am gesamten afrikanischen Kontinent. Kojo Busia hat jahrelange Erfahrungen in internationaler Entwicklung, sowohl auf bi- als auch auf multilateraler Ebene. Busia, mit ghanaischer und US-Staatsbürgerschaft, führten seine Reisen im Laufe der diversen APRM Länderstudien nach Ruanda, Südafrika, Uganda, Tansania, Nigeria und Mali. Vor seiner Tätigkeit in der UNECA (seit 2003) hat er als Beamter des Auswärtigen Dienstes von USAID (United States Agency for International Development) gearbeitet. 2005 hat er an der ersten Afrika-weiten Studie „African Governance Report“ mitgearbeitet. Busia hat zu den Themen Demokratisierung und Governance-Systeme in Afrika, Entwicklungshilfe und Entwicklungspolitik, Menschenrechte und institutional capacity building Artikel veröffentlicht. Er hat seine akademischen Abschlüsse an den US-amerikanischen Universitäten George Mason und Cornell erworben.   

 

Maurizio Carbone, Universität Glasgow

Dr. Carbone ist Dozent an der „School of Social and Political Sciences“ der Universität von Glasgow. Er leitet das Schottische „Jean Monnet Centre of European Excellence“ und ist „Jean Monnet Chair of EU Development Policy“. Er hat an diversen Universitäten im In- und Ausland unterrichtet. Von 2001 bis 2004 arbeitete er für die Europäische Kommission in der Abteilung Entwicklungspolitik.Zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich EU-Entwicklungspolitik, EU-Außenbeziehungen, Europäische Politik wie zB sein Buch „The European Union and International Development: The Politics of Foreign Aid“ zählen zu seinen wissenschaftlichen Publikationen. Derzeit arbeitet er an mehreren Buchprojekten, unter anderem über die Beziehungen zwischen der EU und Afrika, das 2010 veröffentlicht wird.

 

Ollivier Bodin, Europäische Kommission, GD Entwicklung

Der Ökonom arbeitet seit 1981 in der Europäischen Kommission in unterschiedlichen Positionen: in der Generaldirektion für wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten, in der Generaldirektion für internationale Angelegenheiten als Leiter für Westbalkan und Mittelmeerländer. 1999 wechselte er in die Generaldirektion für Beitrittsländer und war bis 2008 einer der Leiter des gemeinsamen Büros der Kommission und Weltbank für Südosteuropa. Seit 2009 arbeitet Ollivier Bodin in der Generaldirektion Entwicklung (Forward Looking Studies and Policy Coherence for Development).

 

Corinna Milborn

Die Journalistin und Autorin war Chefredakteurin der Menschenrechtszeitschrift LIGA und Politikredakteurin bei Format. Seit Anfang 2010 ist sie stellvertretende Chefredakteurin bei News. Milborn ist Gastgeberin in der ORF-Sendung Club 2. Sie setzt sich seit Jahren mit den Themen Migration, Integration, Globalisierung und Menschenrechte auseinander. Als Auszeichnungen erhielt sie 2007 den Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis für das Buch „Gestürmte Festung Europa“, 2008 den Concordia-Preis für Menschenrechte und sie war 2009 für den Leading Ladies Award nominiert. Einige ihrer Bücher: gemeinsam mit Waris Dirie „Schmerzenskinder“, „Gestürmte Festung Europa“, gemeinsam mit Mary Kreutzer „Ware Frau. Auf den Spuren moderner Sklaverei von Afrika nach Europa“.   

 

 

 

Eine gemeinsame Veranstaltung von VIDC und ÖFSE

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

 

Um Anmeldung an Schachner@vidc.org wird gebeten.