10.05.2012

Walden Bello: Von Krise zu Krise

Donnerstag | 10. Mai 2012 | 18:30-20:30 Diplomatische Akademie | Favoritenstraße 15a 1040 Wien


 

 

 

Begrüßung und Moderation: Martina Neuwirth | VIDC-Wiener Institut

 

 

 

 

 

 

Den Kurzbericht zur Veranstaltung finden Sie hier.

Die schriftliche Dokumentation finden Sie hier.

Die Präsentation von Walden Bello finden Sie hier.

Die Präsentation von Jürgen Kaiser finden Sie hier.

 

Photos zur Veranstaltung finden Sie hier.

Die Videodokumentation zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

Artikel in "Der Standard", 10.5.2012: Vorschriften übertreffen griechische Reformen.

Artikel in der "Tiroler Tageszeitung", 11.5.2012: Schulden wie bei Diktatoren.

 

 

Keynote Speaker:

Walden Bello | University of the Philippines Diliman (Philippinen), Focus on the Global South (Thailand)

 

Diskussion mit

Jürgen Kaiser | Erlassjahr.de (Deutschland)

Kunibert Raffer |Universität Wien (Österreich)

 

 

„Robbery“ – Projektion eines Films des österreichischen Künstlers Oliver Ressler (1,5 Minuten, 2012)

 

Veranstaltungssprachen: Deutsch, Englisch (Silmultandolmetschung)

 

Um Anmeldung wird gebeten: toth[at]vidc.org

 

Hintergrund


Finanz- und Schuldenkrisen sind keine neuen Phänomene. Seit 1800 gab es weltweit 360 Bankenkrisen, vier davon in Österreich. Das heute hoch verschuldete Griechenland war über 100 Jahre lang – bis nach Ende des Zweiten Weltkriegs – in Zahlungsschwierigkeiten. Ab 1982, als Mexiko seine Schulden nicht mehr begleichen konnte, folgte bis 2002 eine Schuldenkrise der nächsten, vor allem in den sog. Entwicklungsländern. Die Asienkrise trieb die betroffenen Länder Ende der 1990er Jahre in eine tiefe Rezession mit hohen sozialen Kosten. Der Internationale Währungsfonds, der Hilfskredite bereit stellte, und seine Auflagenpolitik wurden im Zuge dieser Krise stark kritisiert.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Finanz- und Schuldenkrise in Europa stellt sich die Frage, warum bisher keine Lehren aus der Vergangenheit gezogen wurden. Oder ist wieder einmal (angeblich) alles anders? Was führt zu Finanz- und Schuldenkrisen? Welche sozialen und wirtschaftlichen Kosten haben Krisen, welche gesellschaftlichen Auswirkungen haben diese? Und wie können die Risiken für den Ausbruch künftiger Krisen verringert und deren soziale Auswirkungen minimiert werden?

TeilnehmerInnen

Walden Bello (Manila, Philippinen)
ist Träger des Alternativen Nobelpreises, Autor, Wissenschaftler, politischer Kommentator und Abgeordneter im philippinischen Parlament für die „Akbayan“-Partei. Bello ist unter anderem als Gründungsdirektor der Nichtregierungsorganisation “Focus on the Global South” (Thailand) und als Professor für Soziologie und öffentliche Verwaltung an der University of the Philippines Diliman tätig. Er ist Mitarbeiter des „Transnational Institute“ (Amsterdam) und Vorstandsmitglied des „International Forum on Globalization“ (San Francisco). Walden Bello ist auch journalistisch, u.a. als Kolumnist für „Foreign Policy in Focus“ (Washington), tätig. Nach seinem Universitätsabschluss in Princeton (USA) unterrichtete Bello an verschiedenen Universitäten. Derzeit ist er Gastprofessor an der Binghamton University (New York). Walden Bello wurden neben dem Alternativen Nobelpreis zahlreiche andere Preise und Ehrentitel verliehen.

Walden Bello schrieb zahlreiche Artikel und Bücher, darunter:

  • The Food Wars (2009), dt. Politik des Hungers (2010)
  • Deglobalization: Ideas for a New World Economy (2003), dt. De-Globalisierung: Widerstand gegen die neue Weltordnung (2005)
  • Dragons in Distress: Asia's Miracle Economies in Crisis (1990)


Jürgen Kaiser (Essen, Deutschland)
ist  politischer Koordinator von „Erlassjahr.de“, einem Ende der 1990er Jahre gegründeten Bündnis von über 700 deutschen Organisationen. Jürgen Kaiser, Regionalplaner und Geograph, beschäftigt sich bereits seit mehr als 20 Jahren intensiv mit der Verschuldungsproblematik, v.a. von sog. Entwicklungsländern, und den sich daraus ergebenden diversen Schuldenregulierungs-Initiativen. Jürgen Kaiser ist führend an der Erstellung eines jährlichen „Schuldenreports“  beteiligt, der sich 2012 dem Thema „1982 – 2012: 30 Jahre Schuldenkrise“ widmet.

Kunibert Raffer (Wien, Österreich)
ist ao. Professor am Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Wien und vertritt bereits seit 1987 sein Konzept eines ans Chapter 9 der USA angelehnten Insolvenzverfahrens für Staaten. Seit 2002 ist er Senior Associate der New Economics Foundation (London), seit 2010 Honorarprofessor der Universidad Nacional de Río Negro (Argentinien). Sein Forschungsschwerpunkt umfasst die Bereiche Internationaler Handel, Internationale Finanzen und Entwicklungshilfe.

Kunibert Raffer schrieb zahlreiche Artikel und Bücher, darunter:

  • Debt Management for Development - Protection of the Poor and the Millennium Development Goals (2010)
  • The Economic North-South Divide: Six Decades of Unequal Development, co-authored with Hans W. Singer (2001)
  • The Foreign Aid Business: Economic Assistance and Development Co-operation, co-authored with Hans W. Singer (1997)


Martina Neuwirth (Wien, Österreich)
ist im VIDC als Expertin für internationale Finanz- und Wirtschaftspolitik tätig. Seit 1995 beschäftigt sie sich mit Fragen der Entwicklungsfinanzierung, insbesondere mit dem Problem der Überschuldung von Ländern des Südens.