Kritik an Entwicklungshilfe für Afrika

© Dambisa Moyo
© Dambisa Moyo

Die in Lusaka, Sambia, geborene Ökonomin studierte an der Universität Harvard (Master-Abschlus) und Oxford (Phd in Volkswirtschaftslehre). Sie arbeitete zunächst bei der Weltbank. Von 2001 bis 2008 arbeitete sie für Goldman Sachs in den Bereichen Schuldkapitalmärkte, Hedgefonds und Weltwirtschaft. 2009 ehrte sie das Weltwirtschaftsforum für ihre Tätigkeit im Bereich Mikrofinanzierung als eine der Young Global Leaders.

Ihr Buch “Dead Aid: Why Aid is Not Working and How There is a Better Way For Africa“ ist im März 2009 erschienen. Der Bestseller sorgt seither für große Diskussionen. Moyo fordert ein Ende von Entwicklungs­hilfe innerhalb von fünf Jahren. Lediglich Not- und Katastrophenhilfe sollte weiter gewährt werden. Das Buch soll Entwicklungsländern Wege aufzeigen, Entwicklung zu finanzieren (zB über private Kapitalmärkte), anstatt sich auf die Gelder der Entwicklungshilfe zu verlassen. 

Marcus Theurer von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung interviewte Frau Moyo (13. April 2009) und stellte ihr Fragen zu Rockstars, die sich für Afrika einsetzen, Promis, die Kinder aus Afrika adoptieren und vor allem, warum die Entwicklungshilfe ihrer Ansicht nach versagt habe. Moyo gibt Auskunft, warum die Krise für Afrika eine Chance ist und empfiehlt die Stärkung des Außenhandels. Sie spricht über Kinderarbeit, Umweltzerstörung und die Rolle Chinas.

Weitere Informationen zu Moyos Buch "Dead Aid"

Dambisa Moyo‘s Homepage: Tourdaten, Informationen zu ihrer Person und ihrem ersten Buch: www.dambisamoyo.com

Viele KommentatorInnen haben sich in den vergangenen Wochen mit dem neuen Buch der sambischen Volkswirtschaftlerin Dambisa Moyo beschäftigt, zB große britische Tageszeitungen. Hier nur eine kleine Auswahl:

Paul Collier bespricht in The Independent vom 30.1.09 das Buch Moyo’s. Paul Collier, selbst Autor vieler Bücher, zuletzt “Die unterste Milliarde”, und einer der führenden Experten für afrikanische Wirtschaft und Ökonomien der Entwicklungsländer, hat in Harvard und Oxford selbst Frau Moyo unterrichtet. 

ONE: „Dead Aid von Dambisa Moyo – Behauptungen und Fakten“. Frau Moyo behauptet, Entwicklungs­hilfe sei die Wurzel aller Probleme Afrikas. Eine drastische Zuspitzung. Entwicklungshilfe ist sicher kein Allheilmittel. Auch ONE behauptet das nicht. Ausführliches Hintergrundpapier vom 23.3.09 mit afrikanischen Stimmen. 

Todd Moss vom Center for Global Development, einer unabhängigen nonprofit Politik-Forschungs-Organisation, nimmt im April 09 Stellung zu Moyos Buch: „Dambisa Moyo’s (Serious) Challenge to the Development Business.

Was bewegt … Dambisa Moyo? Kontra Bono. Die Zeit Nr. 23 vom 28.5.09 (Christine Brinck). Moyo spricht drei Typen von Hilfe an: Humanitäre, karitative und systematische Hilfe (bi- oder multilateral). Während sie von den beiden erst genannten durchaus das Verdienstvolle würdigt (wenn sie auch oft schlecht gemanagt werden und hohe Verwaltungskosten haben), kritisiert sie den dritten Typ: 50 Jahre nach der Befreiung und nach mehr als zwei Billionen Dollar Entwicklungshilfe steht Afrika schlechter da als je zuvor. Sie nennt Alter­nativen zur Finanzierung afrikanischer Volkswirtschaften wie zB Anleihen am internationalen Markt, ehr­licher freier Agrarhandel und chinesische Investitionen in Infrastruktur.

Pambazuka: Ronald Elly Wanda: Should Aid come to an end? (25.5.09)