12.02.2013

Mustafa Sönmez: Wirtschaftswunderland Türkei?

Dienstag | 12. März 2013 | 19:00 -21:00 Uhr Albert Schweitzer Haus | Schwarzspanierstraße 13 | 1090 Wien


Foto: Gregor Buchhaus

Vortrag und Diskussion: Mustafa Sönmez  | Journalist und Ökonom, Türkei

Moderation: Ilker Ataç | Universität Wien, VIDC/Wiener Institut

Eröffnung: Michael Fanizadeh | VIDC/Wiener Institut

 

Dokumentation der Veranstaltung

 

Videodokumentation der Veranstaltung

 

Kurzbericht zur Veranstaltung

 

Fotogalerie der Veranstaltung

 

Medienberichte zur Veranstaltung

 

Einladung auf Türkisch

 


Hintergrund


Nach der tiefgreifenden Krise im Jahr 2001 hat die türkische Ökonomie unter der AKP-Regierung hohe Wachstumsraten erlebt. Die einen betonen den wirtschaftlichen Erfolg der Türkei und argumentieren, die AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) habe dem Land wirtschaftliche Stabilität und Demokratie gebracht - die Türkei wird dabei sogar als ökonomisches und politisches Modell für andere Staaten in der Region präsentiert. Die anderen heben die Krisentendenzen der Wachstumsdynamik einer hoch verschuldeten und stark finanzgetriebenen Ökonomie hervor, die keine nachhaltigen Beschäftigungsstrukturen hervorbringt und nach wie vor menschenrechtliche Defizite aufweist.


Mit dem prominenten Ökonomen und Journalisten Mustafa Sönmez werden wir die aktuellen Dynamiken und Krisentendenzen in der türkischen Ökonomie diskutieren und auf die Frage eingehen, inwiefern der politische Erfolg der AKP auf ökonomischen Dynamiken beruht und welche Risiken ein ökonomischer Abschwung für die politischen Reformen in der Türkei birgt.

Am Podium


Mustafa Sönmez ist Journalist und Ökonom. 1978 promovierte er an der Middle East Technical University, METU, Fakultät für Ökonomie und Administration in Ankara und begann dort auch seine wissenschaftliche Karriere als Universitätsassistent und als Generalsekretär von TİB (Tüm İktisatçılar Birliği, eine Vereinigung von ÖkonomInnen). Nach seinem Studienabschluss arbeitete er zudem an zahlreichen Forschungsprojekten zur Ökonomie der Türkei.


1983 startete Sönmez seine Medienkarriere als Wirtschaftsredakteur des Wochenmagazins Nokta. Von 1995 bis 2001 arbeitete er im Rahmen seiner privaten News Agency Kum Ajansı als Herausgeber zahlreicher Magazine. Seit 2002 setzte er seine Aktivitäten als Journalist bei den Internet-Portalen www.ntvmsnbc.com und www.bianet.org fort. Parallel zu seinen journalistischen Arbeiten hat er seit 1978 mehr als 20 Bücher über die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei veröffentlicht. Momentan ist Sönmez Kommentator bei zahlreichen TV Sendern und widmet sich nach wie vor seinen Forschungen und publizistischen Aktivitäten.


Ilker Ataç hat in Wien und London Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert. Er hat an der Universität Frankfurt/Main im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte sind Migration, Migrationspolitik und türkische Politik. Er ist derzeit Universitätsassistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und Mitglied der Forschungsgruppe „Politics of Inclusion and Exclusion“. Seine letzten Veröffentlichungen sind: „Politik der Inklusion und Exklusion“, „Ökonomische und politische Krisen in der Türkei. Die Neuformierung des Neoliberalismus“ und „Politik und Peripherie: Eine politikwissenschaftliche Einführung“.