Zeit und Ort

Mittwoch, 11. Februar 2015, 19:00 - 21:00 Uhr
Diplomatische Akademie, Favoritenstraße 15a,
1040 Wien

Programm

Fatou Francesca Mbow (via skype)
Ärztin und Gesundheitskonsulentin, Dakar

Stefan Seebacher
Arzt, Rotkreuz und Rothalbmond Gesellschaften, Genf/Nüziders

Mario Thaler
Ärzte ohne Grenzen, Wien

Moderation
Monika Kalcsics
Journalistin, ORF/Ö1, Wien

Begrüßung: Franz Schmidjell, VIDC

Veranstaltungssprachen: Englisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung erbeten: schmidjell@remove-this.vidc.org

Ebola - Die politische Dimension einer Epidemie

© iStock.com/bumbasor
© iStock.com/bumbasor


Hintergrund

Im Dezember 2013 kommt es in der in der Kleinstadt Guéckedou in Guinea  zu den ersten Ebola-Infektionen. Im März 2014 besuchen Teams des Gesundheitsministeriums  und von Médecins sans Frontières (MSF) die Stadt an der Grenze zu Sierra Leone und Liberia. Die WHO wird über den Ebola-Ausbruch informiert, Monate vergehen. Erst im Juli spricht der Präsident von Sierra Leone in der Öffentlichkeit über die Ebola-Krise. Die WHO ruft  am 8. August den internationalen Krisenfall aus. Über 700 Menschen sind bereits gestorben,  Tausende haben sich mit Ebola infiziert.  Nach den ersten Ebola-Fällen in den USA und Europa reagiert die Weltgemeinschaft. Viel zu spät und mit viel zu wenig Mitteln, wie Kritiker_innen meinen.  Zum Jahresbeginn 2015 zählte die WHO knapp 8.000 Ebola-Tote und über 20.000 Erkrankte.

Seit der Weltfinanzkrise wurde das Budget der Weltgesundheitsorganisation WHO um ein Fünftel gekürzt! Einige Abteilungen zur Seuchenbekämpfung mussten geschlossen werden. In den von Ebola betroffen Ländern haben  Sparprogramme und Bürgerkriege die Gesundheitssysteme geschwächt. Es fehlen Quarantänestationen in den Krankenhäusern, es gibt keine funktionierende Seuchenkontrolle. "Wir waren auf den Ausbruch der Geißel Ebola einfach nicht vorbereitet", gestand Abubakar Fofana, Gesundheitsminister von Sierra Leone.

Lässt sich eine politische Verantwortung für die Dimension der Ebola-Epidemie festmachen? Warum gibt es 40 Jahre nach dem ersten Auftreten von Ebola noch immer keinen Impfstoff oder Medikamente zur Behandlung? Wie wirkt sich die Ebola Krise auf das soziale und politische Leben in den betroffen Ländern aus? Welche Maßnahmen müssen jetzt in der Region umgesetzt werden?

Podium

Fatou Francesca Mbow

ist Ärztin und Gesundheitskonsulentin aus dem Senegal. Sie hat in Italien an der Università Cattolica del Sacro Coure Medizin studiert. Es folgten post-graduate Ausbildungen am Royal Institute of Obstetricians and Gynaecologists und am Royal Institute of General Practitioners in Großbritannien. Frau Mbow arbeitete als Beraterin für verschiedene internationale und regionale Gesundheitsorganisationen im Niger, in der Zentralafrikanischen Republik, in der Demokratischen Republik Kongo und im Tschad. 2014 hat sie für die WHO und Save the Children International in Guinea gearbeitet. Ein zentrales Thema in ihrer Arbeit wurde die Gesundheitsversorgung in Konfliktregionen. Frau Mbow lebt in Dakar.


Stefan Seebacher

ist Arzt und war von 2009 bis 2014 Bereichsleiter für Gesundheitsfragen bei der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften in Genf. Stefan Seebacher hat in Innsbruck Medizin studiert. Er hat einen Master of Public Health der John Hopkins University und ein Diplom in Tropenmedizin vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg. Seit 1992 ist Stefan Seebacher bei der Rotkreuz und Rothalbmond Bewegung aktiv, unter anderem als Berater beim Österreichischen Roten Kreuz und als Regionalleiter von Gesundheitsteams in Südostasien und Ostasien. Dr. Seebacher zählt zu den renommiertesten internationalen Konsulenten im Public Health Bereich. Seit Oktober 2014 lebt er in Nüziders, Vorarlberg.


Mario Thaler

ist seit 2011 Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Österreich. Er hat in Innsbruck Internationale Wirtschaft mit Schwerpunkt auf Menschliche Entwicklung studiert. Das Erasmus-Programm führte ihn an die Universidad de Oviedo, Spanien. Seine Masterarbeit schrieb er zum Thema: The Interamerican Development Bank’s support of Women in Development in Latin America. Zwischen 2004 und 2007 arbeitete Mario Thaler als Finanzreferent und Projektkkoordinator in Quetta, Peshawar und Islamabad (Pakistan) bzw. in Bogota (Kolumbien). Von 2009 bis 2011 leitete er die Finanzabteilung von Ärzte ohne Grenzen Österreich.


Monika Kalcsics

lebt als freie Journalistin in Wien. Sie arbeitet für das Kulturradio Ö1 als Gestalterin von Reportagen und Dokumentationen, sowie als Moderatorin und Regisseurin. 2007 gründete sie die Produktionsfirma name>it positive media mit Fokus auf die Darstellung von unterrepräsentierten Themen in den Medien. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit war Monika Kalcsics für die Caritas im Einsatz, zuletzt während der Flutkatastrophe in Pakistan 2010. 2011 erhielt sie als erste ORF-Journalistin das Alfred-Geiringer-Stipendium der APA, welches ihr erlaubte, am Reuters Institute for the Study of Journalism in Oxford zu studieren. Dort publizierte sie eine Arbeit zum Thema: "A reporting disaster? The interdependence of media and aid agencies in a competitive compassion market".

Kooperationen

Unterlagen zur Veranstaltung