Ort und Zeit

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 19:00 - 21:00 Uhr
Diplomatische Akademie, Festsaal, Favoritenstraße 15a, 1040 Wien

Programm

Grace Kabera Ndumwisu
Akivistin von La Lucha, Goma

Bénédicte Kumbi Ndjoko
Lehrerin und Autorin, Genf

Pierre Jacquemot
Wirtschaftswissenschafter, Botschafter, Paris

Moderation
Marie-Roger Biloa
Journalistin, Paris

Musik
Prince Zeka

Begrüßung: Franz Schmidjell, VIDC

Veranstaltungssprachen: Französisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: schmidjell@remove-this.vidc.org

Kongo: Jugend im Widerstand

© La Lucha
© La Lucha


Hintergrund

Österreichs Medien und Politik reduzieren Afrika auf das Migrationsthema. Ökonomische Perspektivenlosigkeit, politische Repression und wiederkehrende Konflikte zwingen die Menschen aber nicht nur zur Flucht, sondern führen auch zur Entstehung von Protestbewegungen, die vor Ort für Veränderungen kämpfen.

Ein Beispiel bietet die Demokratische Republik Kongo. Jugendbewegungen kämpfen abseits der bisherigen Parteienlandschaft mit friedlichen Mitteln für Menschenrechte und Demokratie - für einen  neuen Kongo ohne den jetzigen Präsidenten. Joseph Kabila ist seit 2001 an der Macht ist und dürfte gemäß der Verfassung bei den auf April 2018 verschobenen Wahlen nicht mehr kandidieren.

Der Kongo hat laut Weltbank mit 80 Millionen Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Böden und aufgrund 1100 identifizierter Mineralien und Edelmetalle das Potential, eines der reichsten Länder Afrika zu werden. Im Index für menschliche Entwicklung liegt der Kongo allerdings nur auf Rang 176 von 188 Ländern.

Welche Chance hat ein friedlicher Widerstand gegen Kabila? Inwieweit sind die sozialen Bewegungen Teil einer transnationalen oder „pan-afrikanischen“ Bewegung? Wie reagiert die internationale Staatengemeinschaft auf die politischen Entwicklungen im Kongo?

Podium

Grace Kabera Ndumwisu

ist Aktivistin von La Lucha (Lutte pour le Changement) in Goma, Ostkongo. Sie studiert Psychologie an der Université libre de Kigali. Seit 2015 arbeitet sie bei „Rudi International“, einer kongolesischen Hilfsorganisation, die in Zusammenarbeit mit jungen Auslandskongoles_innen vertriebene Familien im Ostkongo unterstützt.

Bénédicte Kumbi Ndjoko

unterrichtet an einer Sekundarschule in Genf. Sie hat Geschichte und englische Literatur an der dortigen Universität studiert. 2017 erhielt sie für ihr Friedens- und Menschenrechtsengagement im Kongo den „Victoire Ingabire Umuhoza Award for democracy and peace“, der seit 2011 vom International Women’s Network for Democracy and Peace (IWNDP) an Frauen aus der Großen Seen Region in Afrika vergeben wird. Sie ist Co-Autorin von zwei Büchern über den Kongo.

Pierre Jacquemot

ist Wirtschaftswissenschafter und arbeitet am „Institut de Relations Internationales et Stratégiques“ (IRIS) in Paris. Er ist Vorsitzender von GRET, einer französischen NGO für solidarische Entwicklung. Pierre Jacquemot war französischer Botschafter in der Demokratischen Republik Kongo (2008 - 2011), im Ghana (2005 - 2008) und in Kenya (2000 - 2003). Er arbeitete als Konsulent für das UNDP, die Weltbank und die französische Entwicklungszusammenarbeit.

Marie Roger Biloa

ist Herausgeberin des in Paris erscheinenden politischen Magazins „Africa International“ und CEO der Africa International Media Group. Sie wurde in Kamerun geboren und ist Journalistin. Marie-Roger Biloa ist Präsidentin des „Club Millenium“ in Paris, einem Afrika Think-Tank und Netzwerk-Zentrum für Führungspersonen. Sie ist regelmäßig in TV Diskussionen in Europa und Afrika zu Gast.

Prince Zeka

zählt zu den kreativsten afrikanischen Musikern in Österreich. Er hat unzählige Songs in verschiedenen Stilen wie Funk, Reggae, Rumba Congolaise, Afro-Beat, Jazz und Soul getextet und komponiert. In seinem 2012 veröffentlichten Album „Ecoutez“ singt er über seine alte Heimat Kongo. Mit seiner neuen EP "Ma jolie" zeigt Prince Zeka seine romantische Seite - alle Songs handeln von der Liebe. Aufgrund seines humanitären Engagements wurde er von der Universal Peace Federation zum Friedensbotschafter ernannt.