Zeit und Ort

18. Oktober 2012
19.00 - 21.00 Uhr
Museum für Völkerkunde
Neue Burg, Heldenplatz, 1010 Wien

Programm

Podiumsdiskussion:
Yemi Osunkoya, KOSIBAH Creation, Int’l Designer of the Year, London
Puseletso Nkopane, Studentin & Bloggerin, Südafrika
Cornelia Staritz, Ökonomin, ÖFSE, Wien

Moderation:
Kojo Taylor, Pan African Forum

Begrüßung:
Franz Schmidjell, VIDC Wiener Institut

Africa – Home of Handtech, 18.30 Uhr, Ausstellungsführung

Eröffnung der Ausstellung, 15 Oktober 2012, 18.30 – 22.00 Uhr

African Fashion: Afrikas Textilindustrie im Wandel


Hintergrund

Den Erfolgen der 'African Fashion' steht der Niedergang der afrikanischen Textilindustrie gegenüber. Ein Modedesigner, eine Bloggerin und eine Ökonomin diskutierten die Potentiale und Barrieren.

Afrikas DesignerInnen entwickeln eine faszinierende Ästhetik. Sie beziehen sich sowohl auf den Reichtum der Handwerks- und Kunsttraditionen des Kontinents als auch auf die Trends der europäischen und amerikanischen Modewelt. ModeschöpferInnen wie Omou Sy oder Alphadi spielen auf dem internationalen Parkett mit, zeigen ihre Produkte in Paris, London oder New York. Afrikanische Modewochen feiern in Europa und in Afrika große Erfolge. Das ‚Vogue Magazine‘ widmet sich dem Thema, Michelle Obama lässt sich mit Outfits des nigerianischen Designers Duro Oluwa fotografieren.

Während afrikanische DesignerInnen ihre individuellen Erfolgsmodelle feiern, gingen durch die Liberalisierungen seit den 1980 Jahren und seit dem Ende des Mulitfaserabkommens 2005 (MFA) zig-tausende Arbeitsplätze in der afrikanischen Textil- und Bekleidungsindustrie verloren. Ghana beschäftigte einst 25.000 ArbeiterInnen in dieser Branche. Heute sind noch 2.000 Arbeitsplätze übrig geblieben. Importierte Billigprodukte aus Asien und Altkleider aus Europa beschleunigen den Niedergang der afrikanischen Textil- und Bekleidungsindustrie.

Die Veranstaltung setzt die individuellen Erfolgsgeschichten von African Fashion mit den strukturellen Veränderungen in der afrikanischen Textil- und Bekleidungsindustrie in Verbindung. Welche Erfolgsmodelle gibt es zwischen DesignerInnen und Industrie? Wie können nachhaltige Strukturen geschaffen werden? Welche Absatzmöglichkeiten gibt es auf den lokalen Märkten? Welche bei der Diaspora? Wie können die "backward and forward linkages" (wirtschaftliche Verflechtungen) und die regionale Integration gestärkt werden?

Podium

Yemi Osunkoya 

Kosibah Creation wurde heuer zum "International Designer of the Year" in London gewählt. Yemi Osunkoya ist der kreative Designer hinter dem erfolgreichen Kosibah Label. Yemi hat das Label 1991 in London gegründet und nach dem Namen seiner Mutter benannt. Der Name kommt aus dem Benin und steht für ein am „Sonntag geborenes Mädchen“. Der Designer hat sich auf moderne Hochzeitskleider und elegante Abendgarderobe aus hochwertigen Stoffen spezialisiert. Seine Kleider mit verstärkten Korsetts schaffen sanduhrartige Figuren und geben den Abendkleidern unvergleichliche Form. Yemi Osunkoya wurde mit folgenden Preisen ausgezeichnet:

  • International Designer of the Year, City People, Feb 2012
  • 100+ Black Achievers, July 2010
  • Fashion Diversity, Nov 2009
  • Excellence Award, Gathering of Africa's Best
  • Diamond Recognition from National Weddings UK, Sep 2005
  • Bridal Designer of the Year, 2002 and 2004, Mahogany Bridal Awards
  • Highly Commended, National Wedding Show, March 2002 

Puseletso Nkopane

Sie hat Sozialwissenschaften in Cape Town studiert und ist Bloggerin zu positiven Nachrichten, Innovation und Kunst in der afrikanischen Diaspora. Derzeit studiert sie in Leiden/NL „International Administration“. Sie ist Mitbegründerin der NGO „Pedi ICT Hub“, die neue Kommunikationstechnologien in das Dorf Pedi in Südafrika bringt. Sie arbeitete bei Consultancy Africa Intelligence (C.A.I.) in der „Optimistic Africa Unit“. Zwischen 2008 und 2011 war sie Englischassistentin bei japanischen LehrerInnen in Cape Town.

Cornelia Staritz

Sie ist Ökonomin mit Schwerpunkt Internationaler Handel und Globale Produktionsnetzwerke an der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE). Ihre Publikationen zum Bekleidungssektor in Sub-Sahara Afrika umfassen  u.a. „Making the Cut? Low-Income Countries and the Global Clothing Value Chain in a Post-Quota and Post-Crisis World“, “Local Embeddedness, Upgrading, and Skill Development: Global Value Chains and Foreign Direct Investment in Lesotho’s Apparel Industry“, „Apparel exports still a path for industrial development? Dynamics in apparel global value chains and implications for low-income countries“.

Kooperationen

Unterlagen zur Veranstaltung