Zeit und Ort

Sonntag, 07. Oktober 2012
12:30 - 18.00 Uhr
Bunkerei im Augarten
Obere Augartenstraße 1a, 1020 Wien

Programm

Festvortrag:
Abel Rwendeire, National Planning Authority, Uganda
“A big Dream: Uganda in the Future”

Begrüßung:
Maria Hirsch, ÖUFG

Moderation:
Karl Semlitsch,ÖUFG

Modeschau: Grace Sseruwagi

Videos, Musik und Buffet

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Uganda: 50 Jahre Unabhängigkeit


Hintergrund

Nach der Berliner Afrika Konferenz 1884/85 verliert das feudale Königreich Buganda seine Unabhängigkeit. Buganda wird ein Protektorat des britischen Kolonialreiches. Nach der Unabhängigkeit 1962 wird Milton Obote der erste Präsident.
1971 stürzt der damalige Militärchef Idi Amin Obote. Amin vertreibt 90.000 Inder und finanziert damit seine Armee. Es ist der Beginn einer Schreckensherrschaft. Mit Hilfe tansanischer Truppen gelingt es der Opposition, Amin zu stürzen.

Nach einer wechselvollen Übergangszeit übernimmt 1981 wieder Milton Obote die Macht. Vor allem in Zentraluganda werden Dörfer niedergebrannt, Folter- und Vernichtungslager eingerichtet. Mehrere hunderttausend Menschen werden die Opfer des Obote Regimes. Gemäßigte Kräfte verlassen die Regierung, viele gehen in den Untergrund.

Mit einer Hand voll Freunden gründet Yoweri Museveni die National Resistance Army (NRA) und die National Resistance Movement (NRM). Es beginnt ein mehrjähriger Guerillakrieg gegen das verhasste Obote Regime. Am 25 Jänner 1986 marschiert die NRA in Kampala ein. Museveni bildet mit allen relevanten politischen Gruppierungen eine Regierung der nationalen Einheit und beginnt den Wiederaufbau der einstigen"Perle Afrikas";.
Einer der Vertrauten Musevenis, der spätere Minister Kirunda-Kivenjinja, lebte im Exil in Österreich. 1984/85 kommt es im niederösterreichischen Unterolbensdorf zu einem legendären Treffen der NRM Spitze. Deren 10 Punkte Programm wird im Dorfgasthaus der Familie Magister beschlossen. Als Präsident kehrt Yoweri Museveni in den neunziger Jahren nach Unterolberndorf zurück und lädt die Familie Magister aus Dank nach Uganda ein.

Die Journalistin Dolores Bauer besucht 1983 erstmals Uganda. Bei einem weiteren Besuch nach dem Ende der Obote Herrschaft schreibt sie: "Das Land ist zerstört, verwüstet. In weiten Gebieten ist kein einziges Haus intakt geblieben, offene Dächer, gähnende Fenster und Türöffnungen, völlig verwaiste, ausgebrannte Dörfer. ...Und überall im Land, vor allem aber im berüchtigten Lowero District, wo Obotos Vernichtungslager waren, werden immer wieder Massengräber entdeckt, ganze Häuser sind bis unters Dach angefüllt mit Skeletten ..."

Bei ihren Besuchen lernt Dolores Bauer den Father Albert Byaruhanga kennen. Beide werden zur eine der Hauptachsen der Beziehungen zwischen Österreich und Uganda. Noch 1986 gründen sie mit anderen UganderInnen und ÖsterreicherInnen die "Projektgruppe für den Wiederaufbau Ugandas - PGWU". Jahre später wird sich die Gruppe in die bis heute aktive "Österreichisch-Ugandische Freundschaftsgesellschaft - ÖUFG" umbenennen.

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit verstärkt ihr Engagement in Uganda. 1993 wird Uganda offiziell zu einem der Schwerpunktländer. Später wächst die jährliche Entwicklungszusammenarbeit auf rund 5 bis 10 Millionen Euro. Unterstützt wurden Wasserversorgung, Infrastruktur, Kleingewerbe, Gesundheit und Bildung. Im Rahmen der Verwaltungsreform wurden die dezentrale Distriktentwicklung und Demokratisierungsprozesse gefördert. Heute bilden die Wasserversorgung und Siedlungshygiene sowie die Förderung der Rechtsstaatlichkeit die Schwerpunkte. 

1994 begannen das Wiener Institut VIDC und die Projektgruppe Uganda eine außergewöhnliche kulturelle Zusammenarbeit mit Uganda. Die Ndere Troupe verknüpfte lokale Kulturtraditionen (Liedgut, Instrumente, Tänze) aus dem Vielvölkerstaat Uganda mit modernen Techniken des Bildungs- und Gemeindetheaters. Landesweit wurden örtliche Kulturgruppen darin ausbildet. 2008 umfasste die "Uganda Development Theatre Association - UDTA" 2.000 Mitgliedsvereine. Als Heimstätte wurde in Kampala das "Ndere Centre", ein parkähnliches Areal mit Theatersaal, Amphitheater, Probe- und Ausstellungsräume sowie Unterkünften für KünstlerInnen, errichtet. 

 

Dr. Abel Rwendeire

Dr. Abel Rwendeire hat Biochemie studiert und ist stellvertretender Direktor der "National Planning Authority". Zuvor war Abel Rwendeire "Managing Director" in der UNIDO in Wien (2002-2006). 1996 wurde Abel Rwendeire Parlamentsabgeordneter, 1998 Staatssekretär im Bildungsministerium, 2001 Minister für Handel und Industrie. Abel Rwendeire hat an der Makarere Universität in Kampala und der Canterbury Universität in Neuseeland studiert.

Unterlagen zur Veranstaltung