Zeit und Ort

Montag, 11. April 2016, 19:00 – 21:00 Uhr
Diplomatische Akademie Wien, Favoritenstraße 15a, 1040 Wien

Programm

Zakaria Sorgho
Ökonom, Laval Universität Quèbec, Kanada/Burkina Faso

François Roméo Ntamag
Aktivist und Migrationsexperte, Kamerun/Mali/Frankreich

Moderation
Marie Roger Biloa
Journalistin, Kamerun/Frankreich

Begrüßung: Franz Schmidjell, VIDC

Kurzfilm: Das nächste Mal Europa. Abgeschobene in Mali (Ch. Gropper, medico 2015)

Veranstaltungssprachen: Französisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung an: schmidjell@vidc.org

Warum wir gehen. Wohin wir wollen. Migrationsursachen in Afrika

© Ina Thiam
© Ina Thiam


Hintergrund

Die aktuelle Flucht- und Migrationsdebatte konzentriert sich auf die Balkanroute und die Konflikte im Nahen Osten. Andere Regionen und die strukturellen Ursachen von Migration bleiben weitgehend ausgeblendet.

Jährlich drängen 15 bis 25 Millionen junge Menschen auf den afrikanischen Arbeitsmarkt, der von Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und dem Überlebenskampf im informellen Sektor geprägt ist. Fehlende Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten zwingen junge Afrikaner_innen zur Migration - meist im eigenen Land und innerhalb des Kontinents. Nur eine Minderheit versucht, nach Europa zu emigrieren.

Afrika ist reich an Bodenschätzen, besitzt fruchtbare Böden und verfügt über große Fischbestände. Die lokale Bevölkerung profitiert davon wenig, die Wertschöpfung erfolgt anderswo. Warum bleibt Westafrika weiterhin Rohstoffexporteur und warum entstehen kaum Beschäftigungsmöglichkeiten in der verarbeitenden Industrie?  Welche Rolle spielt dabei die europäische Außenhandelspolitik? Welche Widersprüche ergeben sich zwischen dem Anspruch der Bekämpfung der Migrationsursachen und der realen Politik der Migrationsabwehr?

Podium

Zakaria Sorgho

arbeitet und forscht am „Department of Economics“ der Laval Universität in Québec zu internationalen Handelsfragen, wo er 2014 promovierte. Er studierte zuvor in Genf am „Graduate Institute of International and Development Studies“ (IHEID) und an der Universität von Ougadougou. Zakaria ist Mitbegründer des „Centre Africain pour le Commerce International et le Développement“ (CACID), einem Forschungs- und Ausbildungsinstitut in Burkina Faso. Er hat als Konsulent für verschiedene internationale Organisationen gearbeitet. 2010 erschien sein Buch „L'économie agricole du Burkina Faso“.


Francios Roméo Ntamag

ist Migrant aus dem Kamerun und Mitbegründer der Selbsthilfeorganisation ARACEM in Mali (Association des Refoulés d'Afrique Centrale au Mali). ARACEM wurde 2006 gegründet und betreut abgewiesene Migrant_innen aus west- und zentralafrikanischen Ländern. Nach 2012 hat ARACEM auch Nothilfe für intern vertriebene Malier geleistet. Roméo war Fußballer und hat sich 2003 auf dem Weg nach Europa gemacht. Zurzeit lebt er als Konsulent für Migrationsfragen in Frankreich.


Marie-Roger Biloa

ist Herausgeberin des in Paris erscheinenden politischen Magazins „Africa International“ und CEO der Africa International Media Group. Sie wurde in Kamerun geboren und ist Journalistin. Sie hat in Kamerun und in Gabun erfolgreich zwei Magazine gegründet. Marie Roger-Biloa ist Präsidentin des „Club Millenium“ in Paris, ein Afrika Think Tank und Netzwerk-Zentrum für Führungspersonen. Sie ist regelmäßig in TV Diskussionen in Europa und Afrika zu Gast.

Kooperationen

Unterlagen zur Veranstaltung