Zeit und Ort

Dienstag, 25. Juni 2013, 19:00 - 20:30 Uhr
Büro der Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst, Palais Dietrichstein, Minoritenplatz 3, 1014 Wien

Programm

Charlotte Bunch
Center for Women’s Global Leadership, Rudgers University, USA

Rosa Logar
Leiterin der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie, Österreich

Valerie N. Msoka
Journalistin, Leiterin der Tanzania Media Women Association, Tanzania

Seidy Salas Víquez
Colectiva por el Derecho a Decidir, Costa Rica

Wendy Harcourt
Senior Lecturer in Social Policy, ISS, Erasmus University, Italien/Australien

Begrüßung
Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek

Moderation: Ursula Dullnig, WIDE

Sprachen: Deutsch, Englisch und Spanisch mit Simultandolmetschung

Program in English

Women’s rights at stake?! Voices of international women’s rights activists

 

Hintergrund

Bei der zweiten UN-Menschenrechtskonferenz vor 20 Jahren wurden erstmals alle Formen von Gewalt gegen Frauen explizit als Menschenrechtsverletzung anerkannt. Alle 171 teilnehmenden Staaten haben die „Wiener Erklärung“ unterschrieben, in der es heißt: „Geschlechtsspezifische Gewalt und alle Formen sexueller Belästigung und Ausbeutung, einschließlich solcher, die in kulturellen Vorurteilen wurzeln, sowie der internationale Menschenhandel sind unvereinbar mit der Würde und dem Wert des Menschen und müssen beseitigt werden.“ Auf diese Worte sollten sich seither Frauen und Menschenrechtsverteidiger_innen in allen Teilen der Welt ihren Regierungen gegenüber berufen können.
Wir wollen zurückschauen, aber auch nach vorne blicken! Anlässlich „Vienna+20“ laden wir daher herzlich zu einem Gespräch mit Aktivist_innen, die sich auf unterschiedliche Weise und weltweit für Frauenrechte einsetzen. Was hat sich in den letzten 20 Jahren getan? Was macht Mut und motiviert? Welche Strategien und Methoden haben sich als nützlich erwiesen? Was fehlt und was braucht es, um ein Mehr an Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen?

Podium

Charlotte Bunch

Sie ist Gründungsdirektorin und leitende Wissen- schaftlerin des Center for Women's Global Leadership (CWGL), Rutgers University, engagiert sich seit vier Jahrzehnten als Aktivistin, Autorin und Organisatorin in der Frauen- und Menschenrechts- bewegung. CWGL hat sich aktiv dafür eingesetzt, dass Frauenrechte von den Vereinten Nationen als Menschenrechte anerkannt werden sowie auch für die Gründung von UN Women 2010. Bunch hat Washington D.C. Women's Liberation, “The Furies and Quest: A Feminist Quarterly” ins Leben gerufen und ist heute Ehrenprofessorin in Women’s and Gender Studies. Jedes Kapitel in ihrem Leben stellt ein Kapitel in der Geschichte des modernen feministischen Aktivismus dar und eines von vielen ist ihre tragende Rolle bei der interna- tionalen Menschenrechtskonferenz 1993 in Wien. Bunch ist Vorstandsmitglieder vieler Organisationen: Global Fund for Women, Advisory Committee for the Women’s Rights Division of Human Rights Watch und  Global Civil Society Advisory Group for UN Women. She hat zahlreiche bedeutende Aufsätze verfasst und ist Co-Autorin der Publikation: "Demanding Accountability: The Global Campaign and Vienna Tribunal for Women's Human Rights" (CWGL, UNIFEM 1994).

Rosa Logar

Sie ist eine nationale und internationale Frauenrechts- aktivistin, Mitbegründerin des ersten österreichischen Frauenhauses und des Europäischen Netzwerks WAVE – Women Against Violence Europe. Sie war Mitglied der österreichischen interministeriellen Arbeitsgruppe für die Erarbeitung des neuen Gesetzes gegen häusliche Gewalt (1997) und darauffolgenden Gesetzesänderungen. Logar ist Direktorin der 1998 gegründeten Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie und Lektorin an der Fachhochschule für Sozialarbeit in Wien. Sie war als Aktivistin in die internationale Kampagne „Frauenrechte sind Menschenrechte“ involviert und hat an der Menschenrechts- konferenz 1993 in Wien teil genommen. Von 2006 - 2008 war sie Mitglied der Council of Europe Task Force to Combat Violence against Women, including Domestic Violence und von 2008 - 2010 hat sie Österreich in dem Ad Hoc Committee on Preventing and Combating Violence against Women and Domestic Violence (CAHVIO) vertreten, das die neue Europarats- konvention zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen erarbeitet hat.

Valerie N. Msoka

Sie ist Journalistin und seit 2012 Direktorin der Tanzania Media Women Association (TAMWA). TAMWA ist eine Frauenrechts- und Kinderrechtsorganisation, die auf regionaler und internationaler Ebene agiert. In dieser Funktion hat Msoka ein Handbuch für Journalst_innen zum Thema mediale Berichterstattung über geschlechtsspezifische Gewalt erstellt. Von 2005 – 2012 war sie für das UN Public Information Office im Irak und im Sudan tätig, wo sie Kommuni- kationsstrategien erarbeitet und Informationskampa- gnen durch geführt hat. Zuvor hat sie von 1992 bis 2005  für BBC als Radio-Produktionsleiterin in London gearbeitet.

Seidy Salas Víquez

Sie ist Radioaktivistin und arbeitet seit 2010 beim Kollektiv für das Recht auf Entscheidungsfreiheit, einer Frauen- organisation, die sich mit sexuellen und reproduktiven Rechten in Costa Rica beschäftigt. Sie ist auch als Beraterin für zivilgesell- schaftliche Partizipation, Geschlechtergerechtigkeit und Kommuni- kation tätig. Seidy Salas Víquez hat viel Erfahrung als Erwachsenen- bildnerin für die Bewusstseinsbildung der Zivilgesellschaft und arbeitet mit der Radiohörspiel-Methode. Gegenwärtig arbeitet sie auch für den Rundfunkdienst der Universidad de Costa Rica. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Umwelt und Entwicklung, mit Menschenrechten von Frauen und im speziellen mit sexuellen und reproduktiven Rechten.

Wendy Harcourt

Sie ist seit November 2011 im International Institute of Social Studies der Erasmus Universität in Den Haag tätig. Vorher hat sie 20 Jahre lang in der Society for International Development in Rom als Programmdirektorin und Redakteurin gearbeitet. Das neueste von ihr herausgegebene Buch trägt den Titel: "Women Reclaiming Sustainable Livelihoods, Spaces Lost Spaces Gained" (Palgrave 2012). Ihre Monografie "Body Politics in Development: Critical Debates in Gender and Development" (2009) hat 2010 den FSWA Buchpreis erhalten. Ein weiterer Sammelband lautet: "Women and the Politics of Place" with Arturo Escobar (Kumarian Press 2005). Harcourt ist Herausgeberin der Buchserien: “Gender and Environment” (Zed Books) und “Gender, Development and Social Change” (Palgrave). Zurzeit arbeitet sie an zwei Handbüchern: dem "International Handbook on Gender and Development“ (Palgrave) und dem “Transnational Feminism“ (Oxford University Press America) mit Rawwida Baksh.



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