Männer & Geschlechtergleichstellung

Obwohl in internationalen Abkommen und Resolutionen bereits seit der Pekinger Aktionsplattform von 1995 die Einbindung von Männern in Gleichstellungsprogramme und -projekte gefordert wird, beschränkt sich eine Vielzahl der Programme/Projekte auf Frauen. Auch die Evaluierung der Genderpolitik der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) hat gezeigt, dass Genderprogramme bisher vielfach als reine Frauenförderprogramme verstanden wurden. Um Geschlechterverhältnisse (= Machtverhältnisse) nachhaltig zu verändern, müssen sowohl Frauen wie Männer aktiv in diese Programme eingebunden werden. Die damit verbundene kritische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen ist auch im Hinblick auf eine Einbeziehung von LGBTIQ in die Entwicklungszusammenarbeit notwendig.

Das VIDC setzt sich seit einigen Jahren mit Genderverhältnissen in Konfliktregionen, Maskulinitätskonzepten und geschlechtsspezifischer Gewalt auseinander und hat 2012 die Studie „Männer als Täter und Opfer in kriegerischen Konflikten. Innovative Projekte zur Überwindung männlicher Gewalt“ von Rita Schäfer heraus gegeben. Auch in verschiedenen Podiumsdiskussionen und Workshops wird die Einbindung von Männern und Burschen in Gleichstellungsprogrammen und -projekten immer wieder behandelt. Seit 2014 ist das VIDC auch Teil des Netzwerks MenEngage, das über 600 Mitgliedsorganisationen weltweit umfasst.