Zeit und Ort

Mittwoch, 23. September 2009
18:30 - 21:00 Uhr
Haus der Musik, Veranstaltungssaal
Seilerstätte 30, 1010 Wien

Programm

Vortrag:
Bahman Nirumand, Autor und Publizist, Berlin

Begrüßung: 
Michael Fanizadeh, VIDC

Moderation: 
Renata Schmidtkunz, ORF

Zwischen Republik und Gottesstaat: Wohin steuert der Iran?

Bahman Nirumand


Hintergrund

Die Demonstrationen und Protestveranstaltungen nach den Wahlen im Juni 2009 haben dem Iran wieder vermehrte mediale Aufmerksamkeit gebracht, die Solidarität mit der iranischen Demokratiebewegung war und ist global. Dennoch hat sich das Kräfteverhältnis innerhalb des Iran hin zum militärischen Apparat rund um Revolutionsführer Khamenei und Präsident Ahmadinejad verschoben. Teile des hohen Klerus wollen diesen Einflussverlust nicht hinnehmen und fordern ihrerseits Neuwahlen und Reformen. Die USA und Europa scheinen hingegen zu Verhandlungen mit der Herrschaft im Iran bereit, um Bewegung in den Atomstreit und das Desaster in Irans Nachbarländern Irak, Pakistan und Afghanistan zu bringen.

Kann der Iran die Diktatur in absehbarer Zeit überwinden? Was haben wir von der Oppositionsbewegung zu erwarten und wer sind deren Akteure? Welchen Einfluss haben die alten Recken rund um Moussavi, Khatami und Rafsanjani? Welche Auswirkungen sind in den Nachbarländern zu erwarten? Wie gefährdet ist Israel? Welche Rolle spielen die USA und ihre Verbündeten? Ist mit einem Militärschlag gegen Irans Atomprogramm zu rechnen?

Ausgehend von diesen aktuellen Fragen wird Bahman Nirumand die Geschehnisse rund um die Wahlen vom Juni 2009 zusammenfassen und im internationalen Kontext diskutieren.


Bahman Nirumand

Bahman Nirumand, geb. 1936 in Teheran, floh 1965 vor dem Schah-Regime nach Deutschland. Sein 1967 erschienenes Buch „Persien. Modell eines Entwicklungslandes oder die Diktatur der freien Welt“ hatte großen Einfluss auf die Studentenbewegung. Ende der 1970er Jahre kehrte er in den Iran zurück und beteiligte sich an der demokratischen Opposition gegen den Schah. Dreieinhalb Jahre später musste er das Land erneut verlassen, diesmal bedrohten ihn die Revolutionswächter des Ayatollah Chomeini.
Nirumand ist Autor und Journalist, er publiziert u.a. für Die Zeit, den Spiegel, Die TAZ, die Neue Züricher Zeitung und andere internationale Medien; Als Autor hat er u. a. mit „Sturm im Golf. Die Irak-Krise und das Pulverfaß Nahost“ (1990), „Die kurdische Tragödie“ (1991) und zuletzt mit „Iran. Die drohende Katastrophe“ (2006) sowie „Der unerklärte Weltkrieg. Eine Analyse des Nahost-Konflikts“ (2007) erfolgreiche Bücher über die Lage im Nahen Osten vorgelegt. Seit 2001 verfasst er den monatlichen Iran Report der deutschen Heinrich-Böll-Stiftung.

Renata Schmidtkunz

Renate Schmidtkunz ist seit 1990 Redakteurin, Filmemacherin und Moderatorin im ORF. Von 1994 bis 1998 schrieb Schmidtkunz Kolumnen und Artikel in der Tageszeitung „Der Standard“. Schmidtkunz leitet seit 1999 Gespräche der Ö1-Sendung „Im Gespräch“, seit 2003 moderiert sie die Wissenschaftssendung „Radiokolleg“ auf Ö1 und seit 2008 ist sie Moderatorin des neuen Club 2. Von 1994 bis 1998 war Schmidtkunz Lehrbeauftragte für Systematische Theologie an der Universität Wien. Seit 1992 ist sie Vorstandsmitglied der Evangelischen Akademie Wien.

Michael Fanizadeh

Michael Fanizadeh ist Politologe und arbeitet seit 1997 am vidc. Als Projektreferent ist er dort für die Bereiche Human Security und Menschenrechte verantwortlich. Von 1997 bis 2008 koordinierte er am vidc das antirassistische Sportprojekt „FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel“ sowie das europäische Netzwerk „Football Against Racism in Europe – FARE“.

Unterlagen zur Veranstaltung