Zeit und Ort

Donnerstag, 4. März 2010
16:00 - 22:00 Uhr
Hörsaal C3
Sensengasse 3, 1090 Wien

Programm

Begrüßung:
Barbara Prammer, Präsidentin des Nationalrates

Vorstellung des Programms:
Andreas Balog, GEZA 

Westsahara – Selbstbestimmung und Menschenrechte
Emhamed Khadad, Koordinator der POLISARIO mit der MINURSO
Ingunde Fühlau, ehem. Leiterin des Büros der MINURSO in Tindouf 

Moderation: Magda Seewald, VIDC 

Selbstbestimmungsrecht und Ressourcenausbeutung:
Pedro Pinto Leite, International Platform of Jurists for East Timor
Axel Goldau, Western Sahara Resource Watch
Karin Scheele, Österreichisch Saharauische Gesellschaft

Moderation: Andreas Balog, GEZA 

Podiumsdiskussion mit ReferentInnen: Endlich Zukunft für die Westsahara? Aktuelle Chancen und Herausforderungen 

Moderation: Karin Scheele, ÖSG 

Konferenzsprache: Deutsch und Englisch 

Westsahara - die letzte Kolonie Afrikas

Foto Westsahara
©GEZA


Hintergrund

Ungeachtet zahlreicher Resolutionen der UNO und eines eindeutigen Rechtsgutachtens des Internationalen Gerichtshofes wartet die saharauische Bevölkerung seit 35 Jahren vergeblich auf die Verwirklichung ihres Selbstbestimmungsrechts. 1991 haben die Saharauis einem Waffenstillstand und der Durchführung eines Referendums durch eine UN-Mission (MINURSO) zugestimmt. Doch bis heute bleibt die Westsahara das letzte afrikanische Land, das nach wie vor auf der UN-Liste der nicht de-kolonialisierten Gebiete geführt wird. Die humanitäre Lage in den saharauischen Flüchtlingslagern in der Wüste Algeriens ist prekär, die Menschenrechtssituation der Saharauis in den besetzten Gebieten höchst problematisch. Gleichzeitig beuten internationale Akteure die an natürlichen Ressourcen reichen Gebiete der Westsahara aus. Besonders problematisch scheint das Fischereiabkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und Marokko, das europäischen Fangflotten das Fischen in den Küstengewässern der Westsahara ermöglicht.
Kann die für den Frieden und eine nachhaltige Entwicklung der Region nachteilige Diskrepanz zwischen Realpolitik und Völkerrecht überwunden werden?

Am Podium

Ingunde Fühlau

Ingunde Fühlau hat von 1981 bis 2007 in verschiedenen Funktionen für die UNO gearbeitet. Sie war in Afrika, Asien und New York für das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) und weitere UN-Organisationen im Bereich der technischen Kooperation tätig. Zwischen 2003 und 2007 führte sie das Verbindungsbüro der UN-Mission für die Westsahara (MINURSO) in Tindouf/Algerien und war dort auch für die Koordination zwischen MINURSO und POLISARIO zuständig.

Axel Goldau

Er studierte Biologie an der Freien Universität Berlin. Seit 1998 ist er redaktioneller Herausgeber der Kritischen Ökologie, einer Zeitschrift für Umwelt & [nachhaltige] Entwicklung am Institut für angewandte Kulturforschung e.V. – ifak – in Göttingen. Axel Goldau engagiert sich unter anderem im internationalen Diskurs um den Erhalt der biologischen Vielfalt, ihrer nachhaltigen Nutzung, der gerechten Aufteilung des Gewinns aus dieser Nutzung und im Rahmen der Western Sahara Resource Watch-Kampagane „FISH ELSEWHERE“.

Emhamed Khadad

Er ist seit 1982 Mitglied der POLISARIO Führung und seit 1996 Koordinator der POLISARIO (Frente Popular para la Liberación de Saguía el Hamra y Río de Oro) mit der MINURSO. Emhamed Khadad war unter anderem Botschafter in Algier und Direktor des Verteidigungsministeriums. Er war für den Identifikationsprozess für das UN-Referendum der Westsahara und für die Verhandlungen mit der UNO während der Federführung des UN-Sondergesandten James Baker zuständig. Emhamed Khadad war in zahlreichen internationalen Konferenzen Delegationsleiter der POLISARIO, unter anderem nahm er auch im August 2009 an den informellen Gesprächen unter Leitung des UN-Sondergesandten Christopher Ross in Österreich teil.

Pedro Pinto Leite

Er studierte Rechtswissenschaften und Völkerrecht an den Universitäten Lissabon und Leiden (Niederlande). Er ist Geschäftsführer der International Platform of Jurists for East Timor (IPJET) und Mitglied des International Council of the International Association of Jurists for the Western Sahara (IAJUWS). Pedro Pinto Leite war Wahlbeobachter in Eritrea, Mosambik und Osttimor und Organisator internationaler Konferenzen zur Osttimor- und Westsahara-Frage. Er ist unter anderem Mitherausgeber des Sammelbands International Law and the Question of Western Sahara und schrieb zahlreiche Artikel zu Fragen des Selbstbestimmungsrechts der Völker.

Karin Scheele

Sie war Vorsitzende der Intergruppe Westsahara und Leiterin der SPÖ-Delegation im Europäischen Parlament. Seit Ende 2008 ist Karin Scheele Landesrätin in Niederösterreich. Vor ihrer Tätigkeit als Abgeordnete im Europäischen Parlament war sie als Referentin im Internationalen Sekretariat der SPÖ unter anderem für die Bereiche Entwicklung und Politik zuständig. Karin Scheele ist anerkannte Westsahara-Expertin und Vorstandsvorsitzende der Österreichisch Saharauischen Gesellschaft (ÖSG).

Andreas Balog

Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien und war danach in internationalen Unternehmen tätig. Seit 2008 ist Andreas Balog Geschäftsführer der Gemeinnützige Entwicklungszusammenarbeit GmbH (GEZA). Er ist Mitglied der International Platform of Jurists for East Timor (IPJET) und Gastvortragender zur Westsahara und Menschenrechten an der Universität Wien.

Magda Seewald

Sie studierte Politikwissenschaften an der Universität Wien. Sie arbeitet seit 2005 als Projektreferentin am VIDC im Bereich Gender und Konflikt.Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Anmeldung: office(at)geza.at, Tel: +43-1-89145-341Eine gemeinsame Veranstaltung von GEZA und VIDC.

Kooperationen