Zeit und Ort

Dienstag, 11. Jänner 2011
15:00 Uhr
Diplomatische Akademie
Favoritenstraße 15a, 1040 Wien

Programm

Begrüßung:
Walter Posch, VIDC  

Eröffnung:
Barbara Prammer, Präsidentin des Nationalrates

Keynote:
Ahmed Ben Salah  

Die Aussenpolitik im Kontext des Nord-Süd-Dialogs:
Peter Jankowitsch, Georg Lennkh, Eva Nowotny, Heidemarie Wieczorek-Zeul 

Moderation:
Elisabeth Röhrlich  

Ökonomische Konzepte und Visionen:
Ferdinand Lacina, Kunibert Raffer, Helene Schuberth, Josef Taus, Hans Seidel 

Moderation: Eva Pfisterer

100 Jahre Bruno Kreisky - Mythos und Wirklichkeit

(c) Kreisky Archiv


Hintergrund

Kein Ressort betrieb Bruno Kreisky so leidenschaftlich wie die Außenpolitik. Biographische Erfahrungen, weltpolitische Entwicklungen und persönliche Interessen prägten sein internationales Engagement.

Diese frühen Prägungen trafen seit den 1950er Jahren auf weltpolitische Entwicklungen, die außereuropäische Themen immer stärker auf die politische Agenda brachten. Der Kalte Krieg führte zu einer Konkurrenz um Einfluss in Asien, Südamerika und Afrika und wirkte sich damit unmittelbar auf die Entwicklungshilfe aus.
In den 1970er Jahren lenkten die Ölkrise und der erstarkende Terrorismus den Blick stärker auf den Nahen Osten, einem Aufgabenfeld, dem sich Kreisky mit besonderer Passion widmete. Doch auch andere Entwicklungen verfolgte er, etwa den Einfluss der Theologie der Befreiung in Südamerika.

Die Konferenz fragt nach den Konzepten und Methoden, mit denen Kreisky den Nord-Süd-Dialog und die Entwicklungszusammenarbeit vorantrieb. Hierzu zählte seine Idee eines „Marshallplans für die Dritte Welt“, den er schon bei der Gründung des Wiener Instituts für Entwicklungsfragen Anfang der 1960er Jahre verfolgt hatte und an dem er auch noch auf dem Entwicklungshilfegipfel von Cancún – an dem Kreisky selbst gesundheitsbedingt nicht teilnehmen konnte - festhielt. Für seine Initiativen suchte er sich internationale Partner, etwa Ahmed Ben Salah in Tunesien oder Jawaharlal Nehru in Indien.
Auch konkrete Infrastrukturprojekte gehörten zu Kreiskys Ansätzen in der Entwicklungszusammenarbeit  und verwiesen auf seinen – nicht zuletzt am New Deal und am Marshallplan geschulten – Modernisierungsglauben.

Die Veranstaltung widmet sich den biographischen und zeithistorischen Entstehungskontexten von Kreiskys außenpolitischen Initiativen und fragt nach den Konzeptionen, die seinem außenpolitischen und wirtschaftspolitischen Handeln zugrunde lagen: Was trieb Kreisky an, und was waren seine Ziele? Wie ging er vor, und welche Partner suchte er sich? Welche Aufgaben sah Kreisky in diesem Politikfeld für Österreich? Und nicht zuletzt: Was bleibt von Kreiskys Außenpolitik?

Unterlagen zur Veranstaltung