Zeit und Ort

Donnerstag, 26. Mai 2011
18:30 - 21:00 Uhr
Volkshochschule Ottakring
Ludo-Hartmann-Platz 7, 1160 Wien  

Programm

Vortrag und Diskussion:
Yüksel Taşkın, Marmara Universität Istanbul

Moderation:
Ilker Ataç, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien

Begrüßung:
Michael Fanizadeh  |  VIDC/Wiener Institut

Veranstaltungssprachen: Deutsch und Türkisch mit Simultanübersetzung

Türkei - Parlamentswahlen 12.6.2011 - Die regierende AKP im Spannungsfeld von Islam, Konservativismus und Demokratie

Atac und Taskin
Atac und Taskin


Hintergrund

Am 12. Juni 2011 wählt die Türkei ein neues Parlament. Die regierende AKP (Deutsch: Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung) wird aller Voraussicht nach auch diesen Urnengang gewinnen und weiterhin die Politik in der Türkei dominieren.

Die AKP definiert sich als eine konservativ-demokratische Partei und regiert die Türkei ohne Unterbrechungen seit 2002. Von Anfang an gab es Diskussionen über die politische Ausrichtung der AKP und inwiefern sie als gemäßigt „islamistische“ Partei modernisierend in der Türkei wirken kann.

Im Kontext der Umbrüche im arabischen Raum hat die politische Ausrichtung der AKP und die vermeintliche Vorbildrolle, die der Türkei in bezug auf die Integration von Demokratie und Islam zukommt, eine besondere Bedeutung. Yüksel Taşkın wird die Ideologie der Partei vorstellen und diskutieren, inwiefern die AKP zur Demokratisierung der türkischen Gesellschaft beigetragen hat bzw. als Vorbild dienen kann.

Was waren die Bedingungen für den Aufstieg der AKP? Im welchem Verhältnis stehen die Basis und die Eliten der Partei? In welchem Verhältnis steht die Partei zu Islam und Demokratisierung? Wie ist die Beziehung der AKP zum Militär? Welche oppositionellen Alternativen gibt es zur AKP?

Am Podium

Yüksel Taşkın

Er ist Politologe und hat an der Bosporus Universität in Istanbul studiert. Seit 2002 arbeitet er am Institut für Politikwissenschaft der Marmara Universität in Istanbul, seit 2009 als Privatdozent. Seine Forschungsschwerpunkte bilden Konservatismus, politischer Islam, soziale Bewegungen und Intellektuelle in der Türkei sowie die gesellschaftlichen Entwicklungen, die Politik und Jugend im Nahen Osten.

Taşkın lehrte als Gastprofessor im Nahost- Studienzentrum der New York University sowie am Internationalen Institut für Islamstudien in der modernen Welt (ISIM) in den Niederlanden. 2007 publizierte er das Buch „Nationalistisch konservative Intellektuelle: Vom Anti-Kommunismus zur Globalisierungskritik“. Er ist zudem Herausgeber  der sozialwissenschaftlichen Zeitschrift „Toplum ve Bilim“.

Ilker Ataç

Er hat in Wien und London Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert. Er hat am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Frankfurt/Main promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte sind Migrationspolitik und türkische Politik.

Er hat in Projekten zur Regulation des Kopftuchs in den europäischen Ländern (VEIL) und zur sozialen Integration von migrantischen Jugendlichen in Wiener Schulen gearbeitet. Er ist derzeit Assistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und ist Mitglied der Forschungsgruppe Politics of Inclusion and Exclusion. Seine letzten Veröffentlichungen sind: „Perspektiven auf die Türkei: Ökonomische und gesellschaftliche (Dis)Kontinuitäten im Kontext der Europäisierung“ und „Politik und Peripherie: Eine politikwissenschaftliche Einführung“.