Zeit und Ort

Dienstag, 6. März 2012
18:30 - 20:30 Uhr
Hauptbücherei Wien, Veranstaltungssaal
Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

Programm

Der Iran im Widerstreit:
Bahman Nirumand, Autor und Publizist, Berlin

Moderation:
Michael Fanizadeh, VIDC/Wiener Institut

Um Anmeldung wird gebeten: fanizadeh@remove-this.vidc.org

Weit entfernt von dem Ort, an dem ich sein müsste

Bahman Nirumand


Hintergrund

Bahman Nirumand

Er liest aus seiner Autobiographie „Weit entfernt von dem Ort, an dem ich sein müsste. Ein außergewöhnliches Leben zwischen Orient und Okzident“. Politisches und Privates, Anekdotisches und Analytisches werden in diesem Buch zu einem Lebensroman verwoben, der zugleich vom Elan des Aktivisten und dem Heimweh des Exilanten getragen wird. Es ist das Buch eines Wanderers zwischen den Welten, der viel bewegt hat und an herben Niederlagen wachsen musste. Im Kontext der politischen Entwicklungen im Nahen Osten bezieht Nirumand zudem Stellung zur aktuellen Situation im Iran nach den Parlamentswahlen vom 2. März 2012 und diskutiert die außenpolitische Krise des Iran rund um das europäische Ölembargo, den syrischen Bürgerkrieg und die iranische Atompolitik.

Bahman Nirumand ist Autor und Journalist, publiziert u.a. für Die Zeit, den Spiegel, Die TAZ, die Neue Züricher Zeitung und andere internationale Medien. Der junge Bahman Nirumand ist 15, als er 1955 aus dem pulsierenden Teheran auf ein Internat im eher tristen Nachkriegs-Deutschland geschickt wird. Sein erstes eigenes Buch macht ihn mit einem Schlag berühmt: Im Frühjahr 1967 erscheint „Persien, Modell eines Entwicklungslandes“. Diese Anklage gegen die Diktatur in seiner Heimat wird zum Fanal der Anti-Schah-Proteste. Nirumand gehört fortan zur ersten Reihe der deutschen Studentenbewegung; Rudi Dutschke, Daniel Cohn-Bendit, Peter Schneider und Ulrike Meinhof zählen zu seinen engen Freunden. Aber er ist mehr als eine Galionsfigur der 1968er Bewegung, auch sein Leben davor und danach steckt voller aufregender und abenteuerlicher Geschichten – viele davon bislang unbekannt und unerzählt. Dazu gehört die wichtige Rolle, die Nirumand für die Gründung der iranischen Auslandsopposition und im verlorenen Kampf gegen den politischen Triumph Khomeinis spielte. Ende der 1970er Jahre kehrte er in den Iran zurück und beteiligte sich an der demokratischen Opposition gegen den Schah. Dreieinhalb Jahre später musste er das Land erneut verlassen, diesmal bedrohten ihn die Revolutionswächter des Ayatollah Khomeini.

Publikationen (u.a):
„Sturm im Golf. Die Irak-Krise und das Pulverfaß Nahost“ (1990)
„Die kurdische Tragödie“ (1991)
„Iran. Die drohende Katastrophe“ (2006)
„Der unerklärte Weltkrieg. Eine Analyse des Nahost-Konflikts“ (2007)
„Weit enfernt von dem Ort, an dem ich sein müsste“ (2011)

Kooperationen