Zeit und Ort

Dienstag, 23. Oktober 2012
19:00 - 21:00 Uhr
Hauptbücherei Wien, Veranstaltungssaal
Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien  

Programm

Vortrag und Diskussion:
Mithat Sancar, Wissenschaftler, Türkei 

Moderation: 
Ilker Ataç, Universität Wien, VIDC/Wiener Institut

Eröffnung: 
Michael Fanizadeh, VIDC/Wiener Institut 

Veranstaltungssprachen: Türkisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung unter: fanizadeh@remove-this.vidc.org

Das Programm auf Türkisch finden Sie hier.

Parlamentarismus oder Präsidialsystem - Die neue Verfassung als Rückgrat der türkischen Machtpolitik?

Foto: Patrizia Gapp


Hintergrund

Nach dem Parteitag der islamisch-konservativen AKP vom Ende September rückt die Frage einer neuen Verfassung wieder in das Zentrum der Diskussion in der Türkei, wobei es inzwischen einen gesellschaftlichen Konsens darüber gibt, dass die Verfassung von 1982 als Erbe des Militärputsches ein Hindernis auf dem Weg zu mehr Demokratie bildet und den gesellschaftlichen Dynamiken in der Türkei gegenwärtig nicht mehr entspricht. Gerade im Bereich der Menschen- und Minderheitenrechte ist eine Modernisierung der Verfassung notwendig. Allerdings erscheint es nach wie vor offen, welche Richtung die Türkei zukünftig einschlägt.

Ausgehend von der aktuellen Lage wird Mithat Sancar über die Verfassungsreform in der Türkei sprechen. Warum bedarf es einer Verfassungsreform? Wie ist die Haltung der politischen und zivilgesellschaftlichen Akteure in diesem Prozess? Gibt es einen partizipatorischen Reformprozess? Sind die Voraussetzungen für eine demokratische und pluralistische Verfassung gegeben? Welche Rolle spielen europäische und internationale Akteure in diesem Prozess? Wie ist die Verfassungsreform im Kontext der aktuellen politischen Auseinandersetzungen (kurdische Frage, Demokratisierung und Menschenrechte) in der Türkei zu verstehen?

Im Kontext der politischen Entwicklungen im Nahen Osten bezieht Sancar zudem Stellung zur aktuellen Situation in der Türkei nach dem Parteitag der AKP.

Am Podium

Mithat Sancar

Er ist Professor für Öffentliches Recht an der Juristischen Fakultät der Universität Ankara. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Menschenrechte, Demokratisierung. Staats- und Verfassungslehre. Sancar hat zahlreiche Veröffentlichungen vorzuweisen und etliche Vorträge in der Türkei sowie im Ausland zum Thema der Verfassung gehalten. Er ist Autor von „Geçmişle Hesaplaşma. Unutma Kültüründen Hatırlama Kültürüne“ (Abrechnung mit der Vergangenheit. Von der Vergessens-Kultur zur Erinnerungskultur) und schreibt in zahlreichen Tageszeitungen und Zeitschriften u.a. in Birikim und Taraf. Er setzt sich in seinen Texten mit Fragen der Demokratisierung, Minderheiten und der Geschichtsaufarbeitung auseinander.

Ilker Ataç

Ilker Ataç hat in Wien und London Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert. Er hat an der Universität Frankfurt/Main im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte sind Migration, Migrationspolitik und türkische Politik. Er ist derzeit Assistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und ist Mitglied der Forschungsgruppe „Politics of Inclusion and Exclusion“. Seine letzten Veröffentlichungen sind: „Politik der Inklusion und Exklusion“, „Ökonomische und politische Krisen in der Türkei. Die Neuformierung des Neoliberalismus“ und „Politik und Peripherie: Eine politikwissenschaftliche Einführung“.

Kooperationen

Medienberichte