Zeit und Ort

Dienstag, 2. Juli 2013
19:00 - 21:00 Uhr
Aula des Uni Campus im Alten AKH
Hof 1, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien 

Programm

Diskussion mit AugenzeugInnen: 
Ayşe Dursun, Universität Wien
Su Sultan Akülker, Universität Wien
Sabine Strasser, Universität Bern
Cengiz Günay, OIIP
Hakan Akbulut, OIIP

Moderation: 
Ilker Ataç, Universität Wien, VIDC/Wiener Institut

Begrüßung: 
Michael Fanizadeh, VIDC/Wiener Institut

Um Anmeldung wird gebeten: hochauer-kpoda@remove-this.vidc.org

Brennpunkt Türkei

Foto: Patrizia Gapp


Hintergrund

Die Pläne des türkischen Premierministers Recep Tayyip Erdoğan, dass der Gezi Park am zentralen Istanbuler Taksim Platz einem Nachbau einer Kaserne aus dem 19. Jahrhundert weichen soll, führt zu einer unerwarteten landesweiten Protestwelle: Eine Vielzahl von unterschiedlichen politischen AkteurInnen wird aktiv, aber auch bisher politisch nicht organisierte Gruppen und Einzelpersonen engagieren sich in der Protestbewegung. Der massive Polizeieinsatz mobilisiert dann weitere Menschen. Bald schon geht es um mehr als „nur“ um den Erhalt des Parks. Die Protestierenden stellen sich gegen den autoritären Kurs des Premiers, einige fordern seinen Rücktritt, andere mahnen allgemein mehr Freiheiten ein. Die Bewegung entwickelt neue Formen und Inhalte politischer Opposition in der Türkei, die noch lange nachwirken und neue Fragen aufwerfen werden.

Was ist aus dem Demokratisierungsprojekt der AKP geworden? Gilt die Türkei auch nach dem Ende der Proteste als ein „Modellland“ für die islamischen Nachbarländer? Was macht die Gezi-Park-Bewegung aus? Welche Gruppen sind Teil dieser Bewegung? Kommt es zu einer weiteren Polarisierung? Wohin geht die Türkei?

Am Podium

Ayşe Dursun

Sie ist Projektmitarbeiterin und Lehrbeauftragte am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Zu Ihren Forschungsinteressen zählen soziale Bewegungen mit Fokus auf die Protagonistinnen der islamischen Bewegung in der Türkei. Sie schreibt ihre Dissertation über politische Überschneidungen von islamischen Frauen und anderen sozialen Bewegungen in der Türkei im Prozess politischer Mobilisierung und leitet am Institut für Politikwissenschaft einen Kurs zum Thema islamischer Feminismus. Ayşe Dursun studierte Politikwissenschaft und Anglistik an der Goethe Universität, Frankfurt am Main.

Su Sultan Akülker

Sie ist in Istanbul geboren und aufgewachsen. Sie studierte Kunstgeschichte an der Hacettepe Universität in Ankara. Seit 2006 lebt sie in Wien und hat das Master- und Doktoratsstudium am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien abgeschlossen. Seit 2011 arbeitet sie am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Zudem macht sie ihr Doktorat am Institut für Byzantinistik der Universität Wien und beschäftigt sich mit der politischen Situation in der Türkei.

Sabine Strasser

Sie ist Professorin am Institut für Sozialanthropologie der Universität Bern. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen Politische Anthropologie - Migration, Transnationale Studien, Multikulturalismus, Citizenship, Soziale und religiöse Bewegungen in Europa, Globalisierung  sowie Feministische Anthropologie, Fragen von Gewalt und Kultur, gegenhegemoniale Strategien, Intersektionalität, Diversität und Gleichheit. Sabine Strasser hat zwischen 2007 und 2011 in Ankara gelebt und gearbeitet.

Cengiz Günay

Er ist Senior Fellow am Österreichischen Institut für Internationale Politik (OIIP) und Lektor an der Universität Wien (Institut für Politikwissenschaft und Institut für Internationale Entwicklung, Orientalistik). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören: Islamismus, politische Reform, Demokratisierung und die Rolle von nicht-staatlichen Akteuren. Sein regionaler Fokus liegt auf der Türkei, Ägypten und Tunesien. Er promovierte an der Universität Wien und kann auf mehrere Forschungsaufenthalte in der Türkei, in Ägypten und Großbritannien zurückblicken. Im November 2012 erschien seine jüngste Publikation „Die Geschichte der Türkei. Von den Anfängen der Moderne bis heute“ bei Böhlau Verlag, UTB, Wien.

Hakan Akbulut

Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Österreichischen Institut für Internationale Politik  (OIIP) und Forschungsassistent am Vienna Center for Disarmament and Non-Proliferation (derzeit in Karenz). Von März 2009 bis Februar 2012 war er auch Lehrbeauftragter an der Universität Wien – er wird diese Tätigkeit mit Oktober 2013 wieder aufnehmen. Seine Arbeitsschwerpunkte bilden die türkische Innen-Außen- und Sicherheitspolitik, die nukleare Non-Proliferation, Rüstungskontrolle und Abrüstung sowie der Zypernkonflikt. Hakan Akbulut absolviert derzeit ein Doktoratsstudium der Politikwissenschaft an der Universität Wien, wo er auch Politikwissenschaft sowie Anglistik und Amerikanistik studiert hat.

Ilker Ataç

Er hat in Wien und London Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert. Er hat an der Universität Frankfurt/Main im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte sind Migration, Migrationspolitik und türkische Politik. Er ist derzeit Universitätsassistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und Mitglied der Forschungsgruppe „Politics of Inclusion and Exclusion“. Seine letzten Veröffentlichungen sind: „Politik der Inklusion und Exklusion“, „Ökonomische und politische Krisen in der Türkei. Die Neuformierung des Neoliberalismus“ und „Politik und Peripherie: Eine politikwissenschaftliche Einführung“.

Kooperationen