Zeit und Ort

Mittwoch, 11. Juni 2014, 19 - 21 Uhr
Afro-Asiatisches Institut, Türkenstraße 3, 1090 Wien

Programm

Podiumsdiskussion mit:

Zainab Ahmed Mohammed, Journalistin Deutsche Welle, Nigeria/Deutschland
Bashir Alhaji-Shehu, Gastlektor Universität Wien, Verein Afrikanischer Studierender, Nigeria/Österreich
Rüdiger Lohlker, Universitätsprofessor für Orientalistik, Universität Wien
Gerald Hainzl, Konflikt- und Friedensforscher, Landesverteidigungsakademie Wien
Moderation: Téclaire Ngo Tam, Afrika Vernetzungsplattform, Kamerun/Österreich

Begrüßung: Franz Schmidjell, VIDC

Veranstaltungssprachen: Deutsch und Englisch

Boko Haram

© iStock

Hintergrund

Das Wort „Boko“ (Hausa) steht für Wissen und Bildung im westlichen Sinn, „Haram“ (Arabisch) für alles „Unislamische“ und Verbotene. Seit fünf Jahren verüben Mitglieder von Boko Haram in Nigeria Terroranschläge, bei denen Tausende Menschen starben. Im April 2014 verschleppten die Islamisten in der nordnigerianischen Kleinstadt Chibok (Provinz Borno) mehr als 200 junge Mädchen. Weitere Bombenattentate erschütterten das westafrikanische Land mit seinen über 170 Millionen EinwohnerInnen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung bekennt sich zum Islam, die andere zum Christentum.

Die nigerianische Regierung antwortete mit einer Mischung von militärischer Gewalt und Amnestieangeboten. Der Zulauf zu Boko Haram und deren Terror konnten damit nicht gestoppt werden. Angesichts der neuerlichen Eskalation lud François Hollande den nigerianischen Präsidenten Jonathan Goodluck und Vertreter aus den an Nigeria angrenzenden Ländern Tschad, Kamerun, Niger und Benin zu einem Sicherheitsgipfel ein. ExpertInnen bezweifeln, ob die beschlossenen militärischen und geheimdienstlichen Maßnahmen das Problem lösen werden.


Welche Ursachen haben zum Entstehen und Wachstum von Boko Haram geführt? Wie hängt ihr „Erfolg“ mit der lokalen Machtpolitik und dem von ExpertInnen kritisierten Staatsversagen zusammen? Wie finanziert sich Boko Haram und welche Verbindungen bestehen zu anderen Jihadisten-Gruppen in Westafrika? Welche politischen Lösungsansätze gibt es?

Podium

 

 

Zainab Ahmed Mohammed

ist Journalistin beim Radio „Deutsche Welle“ und lebt in Bonn. Sie ist in Adamawa State,  im Nordosten von Nigeria, aufgewachsen und hat Journalismus und Rechtswissenschaften an der Universität von Maiduguri (Borno State) studiert. Zainab Ahmed Mohammed war bei der Rundfunkgesellschaft ABC Yola als Nachrichtensprecherin und Reporterin tätig bevor sie bei der Deutschen Welle begann. Dort betreut sie den Haussa Nachrichtendienst. Sie ist zudem Koordinatorin des Bildungsprogrammes „Learning by Ear“, welches sich mit Gender- und Zukunftsthemen für Afrikas Jugend beschäftigt.

 

Rüdiger Lohlker

ist seit 2003 Universitätsprofessor für Orientalistik an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Nach seiner Habilitation im Jahre 1997 hatte er einen Lehrstuhl für Islamwissenschaften an der Universität Kiel sowie an der Universität Göttingen (1999-2000) inne. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a.: Islamisches Denken, Islamisches Recht, arabische Welt und Islam im Internet, moderne islamische Bewegungen und Dschihadismus.

 

Bashir Alhaji-Shehu

ist Gastlektor für Haussa Konversation an der Universität Wien. Zwischen 2009 und 2011 hat er seine Master Thesis zum Thema „Ethno-Religious Violence in Northern Nigeria“ geschrieben. Seine universitäre Ausbildung begann Alhaji-Shehu an der Universität von Maiduguri in Nordnigeria. Danach studierte er an der Universität Lagos. Von 2004 – 2006 hat er bei der Movement for African Refugees in Nigeria (MAREN)  mitgearbeitet. Alhaji-Shehu ist Mitglied des Vereins Afrikanischer Studierender in Österreich (VAS).

Gerald Hainzl

arbeitet am Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement (IFK) der Landesverteidigungsakademie (LVAk) in Wien. Er ist Autor von zahlreichen Analysen und Studien zu afrikanischen Konfliktregionen wie Mali, Tschad und Süd-Sudan sowie zum internationalen Krisenmanagement. Forschungsaufenthalte in Somaliland, Äthiopien, Südafrika, Botswana und Ghana. Der derzeitige Fokus liegt in Westafrika auf den sicherheitspolitischen Entwicklungen im Sahel-Raum.

Téclaire Ngo Tam

ist Bildungsreferentin bei der Südwind Agentur. Sie hat ein BTS (Brevet de Technicien Supérieur) in Höheren Verwaltungstechniken auf der IUT (Institut Universitaire de Technologie) Duala-Kamerun erworben. Danach hat sie das Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft auf der Universität Wien absolviert. Seit 1997 Bildungsreferentin und Projektleiterin bei verschiedenen österreichischen entwicklungspolitischen Organisationen. Téclaire Ngo Tam ist Vorstandsmitglied der Afrika Vernetzungsplattform in Österreich (AVP).