Zeit und Ort

Dienstag, 14. Oktober, 19 Uhr
Diplomatische Akademie, Festsaal
Favoritenstraße 15a, 1040 Wien

Programm

Vortrag und Diskussion mit
Irfan Aktan, Journalist und Autor, Ankara, Türkei
Moderation: Ilker Ataç, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien/VIDC
Eröffnung: Norbert Ehrlich, Salam.Orient, und Michael Fanizadeh, VIDC

Veranstaltungsprachen: Türkisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: Fanizadeh@remove-this.vidc.org

Irfan Aktan: Die kurdische Frage jenseits der Türkei. Eine Perspektive für den Nahen Osten?

© iStock
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Hintergrund

Der Bürgerkrieg in Syrien machte den Einfluss der kurdischen Bewegung in der Türkei auf die Geschehnisse im Nahen Osten deutlich. Die Stellung der Partiya Yekitîya Demokrat (PYD, Partei der Demokratischen Union), die im Jahr 2003 gegründet wurde und seit 2011 ihren Einfluss in Rojava (Anteil Syriens am kurdischen Siedlungsgebiet) vergrößert hat, ist eng mit der Zukunft des laufenden Friedensprozesses in der Türkei verknüpft. Parallel dazu führen die Debatten über die Unabhängigkeit der autonomen Region Kurdistan im Norden des Irak zu einer Re-Positionierung der kurdischen Bewegungen in der Türkei, Syrien und dem Iran. Während kurdische Bewegungen um die PKK gegen die Gründung eines Nationalstaates plädieren, werden sie von den unabhängigkeitsnahen Bewegungen kritisiert. Trotz aller Unterschiede planen PKK-orientierte kurdische Bewegungen im Rahmen einer geplanten Konferenz in Erbil einen gemeinsamen Nenner für alle kurdischen Bewegungen in der Region zu finden. In seinem Vortrag wird Irfan Aktan aus einer internationalen Perspektive die aktuellen Geschehnisse in Syrien, dem Irak und Iran sowie der Türkei diskutieren.

Podium

Irfan Aktan

Er studiert Publizistik und Journalismus sowie Gender Studies an der Universität Ankara. Seit 2000 arbeitet er als Journalist bei diversen türkischen Zeitungen, wie etwa Express, Bianet, BirGün, Nokta, Yeni Aktüel und Newsweek Turkey. Als verantwortlicher Redakteur war Ifran Aktan auch bei İMC TV in Ankara tätig und schrieb für die Zeitung Radikal II. Er publizierte in unterschiedlichen Sammelbänden und Zeitungen über die kurdische Frage. Zum Thema irakische Flüchtlinge erarbeitete er das Konzept für die Dokumentarfilme “Ömer eve gel” (Ömer komm nach Hause) und “Arka Bahçenin İnsanları” (Menschen des Hinterhofs). Gemeinsam mit dem Regisseur Ümit Kıvanç realisierte er den Dokumentarfilm “Nazê” und mit der Regisseurin Dilek Gökçin den Film “Bûka Baranê”. Irfan Aktan ist Autor von: “Nazê/Bir Göçüş Öyküsü” (Nazê/eine Fluchtgeschichte) und “Kürt Sorunu: Zehir ve Panzehir” (Kurdisches Problem: Gift und Gegengift). Zurzeit arbeitet er bei der Zeitschrift Express und schreibt regelmäßig für zete.com.

Ilker Ataç

Er hat in Wien Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert und an der Universität Frankfurt/Main im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte sind Migrationspolitik, soziale Bewegungen und türkische Politik. Er ist derzeit Universitätsassistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und Mitglied der Forschungsgruppe „Politics of Inclusion and Exclusion“. Seine letzten Veröffentlichungen sind: „Ökonomische und politische Krisen in der Türkei. Die Neuformierung des peripheren Neoliberalismus“, „Politik der Inklusion und Exklusion (Mithrsg.)“, „Migration und Entwicklung: Neue Perspektiven (Mithrsg.)“.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Festivals Salam.Orient und in Kooperation mit der Diplomatischen Akademie Wien statt.

Unterlagen zur Veranstaltung

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