Najem Wali erhält den Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2014

Das VIDC gratuliert dem Preisträger

Mehr Informationen:
www.renner-institut.at/bruno-kreisky-preis/

Zeit und Ort

Freitag, 14. November, 19 Uhr
Hauptbücherei Wien - Am Gürtel, Veranstaltungssaal
Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

Programm

Lesung und Gespräch mit

Najem Wali, Autor und Journalist, Irak/Deutschland
Moderation: Michael Fanizadeh, VIDC

Eröffnung: Pia Bodenseher, Hauptbücherei Wien

Najem Wali: Bagdad Marlboro

© Annette Pohnert - Carl Hanser Verlag
© Annette Pohnert - Carl Hanser Verlag


Hintergrund

Ein packender Roman des deutsch-irakischen Erzählers Najem Wali. Nach dem Einmarsch der US-Armee im Irak kontaktiert ein Amerikaner den Erzähler in Bagdad. Was sucht der Mann im gefährlichsten Teil der Stadt? In seinem Roman über Freundschaft, Verrat und Schuld zeigt Najem Wali, wie leicht sich die Geschichte wiederholt. Der Bogen der Handlung spannt sich dabei von den 1980er Jahren, vom irakisch-iranischen Krieg, bis in das Jahr 2011: Der ehemalige US-Offizier Daniel Brooks kehrt nach dem Golfkrieg und der US-Invasion 2003 in den Irak zurück, um dem Ich-Erzähler ein Notizheft zu übergeben, das dessen Freund einst an der kuwaitisch-irakischen Front verloren hatte. Darin hatte er die Träume seiner Kameraden für ihr Leben nach dem Krieg notiert.

Najem Wali zeichnet ein düsteres Bild des Irak und einer Generation, die in den vergangenen 30 Jahren mehr Krieg als Frieden erlebt haben: „In diesem Land musste ich wählen zwischen der Rolle des Mörders und der des Ermordeten. (…) Ich machte mir klar, dass ich alles sein könnte, bloß kein Mörder, und dass ich, um der letzteren Rolle, der des Ermordeten, die man für mich vorgesehen hatte, zu entkommen, weggehen musste.“

Podium

Najem Wali

Der Autor wurde 1956 im irakischen Basra geboren und flüchtete 1980 nach Ausbruch des Iran-Irak-Kriegs nach Deutschland. Zuletzt erschienen von ihm: Die Reise nach Tell al-Lahm (Roman, 2004), Jussifs Gesichter (Roman aus der Mekka-Bar, 2008), Reise in das Herz des Feindes (Ein Iraker in Israel, 2009) und Engel des Südens (Roman, 2011) sowie Bagdad Marlboro (Roman 2014).
Heute lebt Najem Wali in Berlin und ist neben seiner Tätigkeit als Autor auch als Journalist und Korrespondent für die arabische Tageszeitung Al Hayat tätig. Zudem schreibt er für verschiedene deutsche Zeitungen wie die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit. Seit Juli 2014 veröffentlicht Wali in der Berliner TAZ ein Kriegstagebuch aus dem Irak. Dieses Tagebuch basiert auf seiner Korrespondenz mit einer Frau in Bagdad:
http://www.taz.de/Kriegstagebuch-aus-dem-Irak/!140620/
http://www.taz.de/Kriegstagebuch-aus-dem-Irak/!143481/
http://www.taz.de/!146552/

Michael Fanizadeh

Er ist Politologe und arbeitet seit 1997 am VIDC. Dort ist er für die Bereiche Migration & Entwicklung, Menschenrechte und Antirassismus verantwortlich.

Kooperationen

Unterlagen zur Veranstaltung