Zeit und Ort

Dienstag, 27. Mai, 19 Uhr
Hauptbücherei Wien - Am Gürtel, Veranstaltungssaal
Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

Programm

Vortrag und Diskussion mit:
Ruşen Çakır, Journalist und Autor, Istanbul, Türkei
Moderation: Ilker Ataç, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien/VIDC
Eröffnung: Michael Fanizadeh, VIDC

Veranstaltungsprachen: Türkisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: Fanizadeh@remove-this.vidc.org

Ruşen Çakır: Das System Erdoğan und die neue Türkei

© iStock
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Hintergrund

Nach den Gezi-Park-Protesten vom Juni 2013   in der Türkei hat die Kritik an der AKP-Regierung eine neue Form bekommen. Zunächst steht der zunehmend autoritäre Regierungsstil von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan sowie die städtische Baupolitik und Medienzensur im Zentrum der Proteste. Seit Mitte Dezember kommt eine neue Bruchlinie in der politischen Landschaft hinzu: Zwischen der ursprünglich mit der AKP verbündeten islamistischen Gülen-Bewegung kommt es zum offenen Disput und zum Bruch der Zusammenarbeit mit Erdoğan. Seither wird vor allem über Themen wie Korruption und die Unabhängigkeit der Justiz in der Türkei sowie über grundsätzliche Freiheiten wie den Zugang zu Internet und sozialen Medien diskutiert. Der Journalist und Autor Ruşen Çakır beschäftigt sich seit Anfang der 1990er Jahre mit der Entwicklung des politischen Islams in der Türkei. In seinem Vortrag geht er auf die Frage ein, inwieweit die Entwicklungen des letzten Jahres zu einem wesentlichen politischen Wandel in der Türkei führen werden.

Podium

Ruşen Çakır

Er wurde am 25. Januar 1962 in Hopa am Schwarzen Meer im Nordosten der Türkei geboren. Seine journalistische Karriere begann er 1985 beim Magazin Nokta, danach arbeitete er bei Tempo, Cumhuriyet, Milliyet, CNN Türk und NTV. Zudem koordinierte er ein Programm für Demokratie, Zivilgesellschaft und muslimische Welt bei der Türkischen Stiftung für wirtschaftliche und soziale Studien (TESEV) und ist seit 2002 Mitarbeiter der Tageszeitung Vatan. Çakır ist Autor von 13 Büchern, die er teilweise zusammen mit Hıdır Göktaş, Sami Oğuz, Fehmi Çalmuk und Irfan Bozan verfasst hat. Er lehrte über „Zeitgenössisches Islamisches Politisches Denken und die Türkei“ an der Marmara Universität in Istanbul und über „Islam, Demokratie und Zivilgesellschaft“ an der Buffalo New York State University, zudem ist er häufig Gast bei Konferenzen in der Türkei und international.

Ilker Ataç

Er hat in Wien Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert und an der Universität Frankfurt/Main im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte sind Migrationspolitik, soziale Bewegungen und türkische Politik. Er ist derzeit Universitätsassistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und Mitglied der Forschungsgruppe „Politics of Inclusion and Exclusion“. Seine letzten Veröffentlichungen sind: "Ökonomische und politische Krisen in der Türkei. Die Neuformierung des peripheren Neoliberalismus", „Politik der Inklusion und Exklusion (MitHrsg.)“, „Migration und Entwicklung: Neue Perspektiven (MitHrsg.)“ und „Politik und Peripherie: Eine politikwissenschaftliche Einführung (MitHrsg.)“.

Kooperationen