Zeit und Ort

Montag, 19. Oktober 2015, 19:00 - 21:00 Uhr
Diplomatische Akademie Wien, Favoritenstraße 15a, 1040 Wien

Programm

Feyza Akınerdem
Soziologin und Kulturwissenschaftlerin, Istanbul

Sebahat Tuncel
Frauenrechtlerin und ehemalige Abgeordnete der HDP, Istanbul

Moderation
Ayşe Dursun
Politologin, Universität Wien

Begrüßung: Michael Fanizadeh, VIDC

Veranstaltungssprachen: Türkisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: fanizadeh@remove-this.vidc.org

Die muslimische und kurdische Frauenbewegung in der Türkei

© Bahar Gökten
© Bahar Gökten


Hintergrund

Frauen in der Türkei sind heute in einer Vielzahl von sozialen Bewegungen organisiert: Neben der feministischen und kemalistischen Frauenbewegung stellen die muslimischen und kurdischen Frauenbewegungen eine zunehmend wichtige Quelle gesellschaftlicher Transformation dar. Sie sind beide jüngere, jedoch rasch wachsende Bewegungen. Während die muslimische Frauenbewegung ihren Ursprung in der Mobilisierung von muslimischen Frauen gegen das erstmals im Jahr 1982 eingeführte Kopftuchverbot an den türkischen Hochschulen hat, entstand die kurdische Frauenbewegung im Kontext der kurdischen Kämpfe in den 1980ern.

Im politischen Alltagsverständnis werden die muslimischen und kurdischen Frauenbewegungen häufig als der ‚Frauenzweig‘ der breiteren muslimischen bzw. kurdischen Bewegung angesehen. In dieser Veranstaltung werden diese als autonome Frauenbewegungen verstanden und diskutiert. Wie positionieren sie sich politisch, und welchen frauenpolitischen Anliegen gehen sie nach? Wie ist deren Verhältnis zueinander sowie zu anderen feministischen Gruppen, und welche Allianzen gehen sie ein? Welche frauenpolitischen Möglichkeiten bzw. Herausforderungen ergeben sich angesichts der jüngsten Wahlergebnisse bzw. der wahrscheinlichen Neuwahlen? Was ist deren Standpunkt im Kontext des Scheiterns der Friedenspolitik und der zunehmenden Polarisierung in der Türkei?

Podium

Feyza Akınerdem

hat einen MA und BA in Soziologie und hat vor kurzem ihr PhD-Studium in Kultur- und Kreativwirtschaft an der City University in London abgeschlossen. Ihre Spezialgebiete sind Gender und Medien. Seit 2007 ist sie Mitglied zahlreicher feministischer Organisationen und seit 2011 Mitglied der Fraueninitiative für den Frieden.

Sebahat Tuncel

ist Politikerin, Frauenrechtlerin und ehemalige Abgeordnete der HDP (Demokratische Partei der Völker). Tuncel arbeitete davor auch für internationale Organisationen wie UNDP und Amnesty International und setzt sich für die Rechte der Minderheiten und Frauen in der Türkei ein.

Ayşe Dursun

ist Doktorandin und Projektmitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Zu ihren Forschungsinteressen zählen soziale Bewegungen mit besonderem Fokus auf Frauenbewegungen in der Türkei, Gleichstellungspolitiken und Migration. Sie studierte Politikwissenschaft und Anglistik an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

Kooperationen

Unterlagen zur Veranstaltung