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Zeit und Ort

Montag, 22. Oktober 2018, 19:00-21:00 Uhr
Hauptbücherei Wien - Am Gürtel, Veranstaltungssaal
Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

Programm

Ayşe Çavdar
Historikerin und Autorin, Istanbul/Marburg

Mithat Sancar
Jurist und Abgeordneter der HDP, Ankara

Moderation:
Ilker Ataç, Politologe, Hochschule RheinMain in Wiesbaden/VIDC

Begrüßung und Buchpräsentation:
Michael Fanizadeh, VIDC und Volkan Ağar, taz gazete

Veranstaltungssprachen: Türkisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: fanizadeh@remove-this.vidc.org

Buchpräsentation: Nach dem Putsch: 16 Anmerkungen zur „neuen“ Türkei

© Cem Dinlenmiş
© Cem Dinlenmiş


Hintergrund

Eine „neue“ Türkei – diese möchten die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) und Recep Tayyip Erdoğan erschaffen. Mit dem Ausnahmezustand in Folge des gescheiterten Militärputschs vom Juli 2016, der Einführung eines Präsidialsystems und dem Sieg bei den vorgezogenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am 24. Juni 2018 scheint Erdoğan jetzt am Zenit seiner Macht angelangt. Seine Vision strahlt heller denn je. Dennoch: Knapp die Hälfte der Bevölkerung stimmte 2017 gegen das Präsidialsystem. Auch bei den Wahlen im Juni 2018 konnte die Opposition fast die Hälfte der Stimmen erreichen, und dies obwohl die Versammlungs-, Medien- und Meinungsfreiheit im Ausnahmezustand stark eingeschränkt wurden.

Bei der Veranstaltung gehen die Podiumsgäste Ayşe Çavdar und Mithat Sancar der Frage nach, wie es jetzt mit der „neuen“ Türkei weitergeht? Welche Rolle hatte die Gülen-Bewegung beim Putschversuch? Wie stabil ist das Bündnis aus AKP und der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) in Bezug auf Homogenität, Laizismus und Islamismus? Wie geht es weiter mit der kurdischen Frage? Was ist von den inneren Zerwürfnissen der Islamist*innen zu erwarten? Wie kann die Entwicklung der Türkei hin zu einer Diktatur noch verhindert werden?

Bei der Podiumsdiskussion wird zudem das im Mandelbaum-Verlag erschienene gleichnamige Buch präsentiert (Hrsg.: Ilker Ataç, Michael Fanizadeh, Volkan Ağar, VIDC). Die Textsammlung eröffnet 16 alternative Sichtweisen auf diese „neue“ Türkei. Mehr Informationen zum Buch finden Sie hier.

Podium

Ayşe Çavdar

hat am Institut für Journalistik der Universität Ankara studiert. An der Boğaziçi Universität in Istanbul erhielt sie einen MA in Geschichte. Ihre Doktorarbeit verfasste sie 2014 zum Thema „Verlust der Bescheidenheit: Das Abenteuer der muslimischen Familie von der Nachbarschaft zur Gated Community“ an der Europäischen Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Çavdar war für verschiedene Medien und NGOs tätig und lehrte an türkischen und deutschen Universitäten. Momentan ist Çavdar als Postdoc-Forscherin an der Philipps-Universität in Marburg, Deutschland, tätig. Zuletzt arbeitete sie an zwei Forschungsprojekten: In einem widmet sie sich dem affektiven Inhalt des Islamismus, in dem anderen untersucht sie den aufkommenden Säkularismus der Jugend in der AKP-Periode.

Mithat Sancar

 ist Professor für Öffentliches Recht und Verfassungsrecht an der Juristischen Fakultät der Universität Ankara, Kolumnist und Übersetzer. Zusammen mit Tanıl Bora übersetzte er Jürgen Habermas Habilitationsschrift „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ in die türkische Sprache. Seit der Parlamentswahl im Juni 2015 ist er für die Demokratische Partei der Völker (HDP) Mitglied des türkischen Parlaments und zurzeit stellvertretender Parlamentspräsident.

Ilker Ataç

ist Vertretungsprofessor an der Hochschule RheinMain Wiesbaden. Davor arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück und an der Universität Kassel. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Migrationspolitik und Citizenship, irreguläre Migration, soziale Bewegungen, Zivilgesellschaft und türkische Politik.

Volkan Ağar

hat Internationale Entwicklung und Politikwissenschaft in Wien, Bologna und Chicago studiert. Er arbeitet bei der Berliner Tageszeitung taz als Redakteur des deutsch-türkischen Webportals taz gazete und schreibt über Soziale Bewegungen, Ideologien der Ungleichheit, Migration sowie Politik und Gesellschaft in der Türkei.

Michael Fanizadeh

ist Politikwissenschaftler und arbeitet seit 1997 am VIDC. Seine Arbeitsbereiche sind Migration und Entwicklung sowie Menschenrechte und Antirassismus. Sein regionaler Schwerpunkt liegt auf dem Nahen und Mittleren Osten.

Kooperationen

Frühere VIDC Veranstaltungen zut Türkei