Zeit und Ort

Montag, 28. April 2014, 19.00 Uhr
C3 – Centrum für Internationale Entwicklung, Alois Wagner Saal
Sensengasse 3, 1090 Wien

Programm

Buchpräsentation

  • Ilker Ataç, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
  • Kommentare:
    Jochim Becker, Wirtschaftsuniversität Wien
    Cengiz Günay, OIIP
  • Moderation: Martina Neuwirth, VIDC

Ilker Ataç: Ökonomische und politische Krisen in der Türkei

© Gregor Buchhaus
© Gregor Buchhaus


Hintergrund

Ilker Ataç analysiert in seinem jüngsten Buch die politische und ökonomische Umstrukturierung in der Türkei mit Fokus auf die Wirtschaftsprogramme von 1980 und 2001, die jeweils als Reaktion auf schwerwiegende Krisen beschlossen wurden. Unter Rückgriff auf Regulationstheorie und Staatstheorie legt er dar, wie das erste Programm zur Herausbildung und das Zweite zu einer Neuorganisation neoliberaler Politiken führt.

Dabei fokussiert er einerseits auf die ökonomischen Entwicklungsstrategien, wie z.B. die Umstrukturierung des Bankensektors und die Gestaltung der Geld- und Fiskalpolitik in Krisensituationen, die für die hohen Wachstumsraten unter der AKP-Regierung bedeutend waren. Andererseits diskutiert er die Einführung von „Governance“-Mechanismen wie die Errichtung neuer und unabhängiger Institutionen, die für die Umgestaltung des Politik und Ökonomie-Verhältnisses bedeutend ist. Um die gegenwärtigen politischen Umbrüche in der Türkei zu verstehen, bietet Ilker Ataçs Buch eine detaillierte polit-ökonomische Grundlage des politischen Systems in der Türkei. 

Podium

Ilker Ataç

Er hat in Wien Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert und an der Universität Frankfurt/Main im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte sind Migrationspolitik, soziale Bewegungen und türkische Politik. Er ist derzeit Universitätsassistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und Mitglied der Forschungsgruppe „Politics of Inclusion and Exclusion“. Seine letzten Veröffentlichungen sind: „Politik der Inklusion und Exklusion (MitHrsg.)“, „Migration und Entwicklung: Neue Perspektiven (MitHrsg.)“ und „Politik und Peripherie: Eine politikwissenschaftliche Einführung (MitHrsg.)“.

Joachim Becker

Er ist außerordentlicher Professor im Department für Volkswirtschaft des Instituts für Außenwirtschaft und Entwicklungan der Wirtschaftsuniversität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind Entwicklungsökonomie, Regulationstheorie, Staatstheorie, Regionale Integration und Mercosur.
Seine jüngsten Veröffentlichungen sind:
Becker, Joachim, Weissenbacher, Rudy, Jäger, Johannes. 2013. Abhängige Finanzialisierung und ungleiche Entwicklung. Zentrum und Peripherie im europäischen Integrationsprozess. Journal für Entwicklungspolitik (JEP) XXIX (3): 34-54.
Becker, Joachim, Jäger, Johannes, Leubolt, Bernhard. 2013. Die Weltfinanzkrise in Lateinamerika: Fragile Stabilität?. Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik 6 (1 S): 141-160.

Cengiz Günay

Er ist Senior Fellow am Österreichischen Institut für Internationale Politik (OIIP) und Lektor an der Universität Wien (Institut für Politikwissenschaft und Institut für Internationale Entwicklung, Orientalistik). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören: Islamismus, politische Reform, Demokratisierung und die Rolle von nicht-staatlichen Akteuren. Sein regionaler Fokus liegt auf der Türkei, Ägypten und Tunesien. Er promovierte an der Universität Wien und kann auf mehrere Forschungsaufenthalte in der Türkei, in Ägypten und Großbritannien zurückblicken. Im November 2012 erschien seine jüngste Publikation „Die Geschichte der Türkei. Von den Anfängen der Moderne bis heute“ bei Böhlau Verlag, UTB, Wien.

Martina Neuwirth

studierte Afrikanistik und Ökonomie. Sie beschäftigte sich intensiv mit dem Verschuldungsproblem sog. Entwicklungsländer (und koordinierte dazu eine Kampagne in Österreich), den internationalen Finanzinstitutionen sowie dem Financing For Development Prozess der UNO. Im Rahmen des VIDC arbeitet sie im Bereich internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik, mit Schwerpunkt Steuerpolitik.

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