Zeit und Ort

Donnersatag, 27. Oktober, 18:30 – 20:30 Uhr
Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien

Programm

Lesung und Gespräch

Dieudonné Enoh Meyomesse, Schriftsteller und politischer Aktivist; Kamerun

Deutsche Texte: Marie-Christiane Nishimwe, Sopranistin und Schauspielerin

Moderation: Daniel Romuald Bitouh, Literatur- und Kulturwissenschaftler, AFRI-EUROTEXT


Begrüßung: Astrid Zimmermann, Presseclub Concordia, Franz Schmidjell, VIDC

Enoh Meyomesse

© Meyomesse
© Meyomesse

Hintergrund

Dieudonné Enoh Meyomesse gehört zu den aufstrebenden gesellschaftskritischen Schriftstellern aus Kamerun. Wegen seiner spitzen Feder saß er vier Jahre im kamerunischen Zentralgefängnis Kodengui. Seine Befreiung verdankt er dem Druck der internationalen Literaturgemeinschaft. Heute lebt Enoh im Exil in Deutschland.

Er  wird aus seinen Neuerscheinungen „Tagebuch eines afrikanischen Illegalen“ und „Frühling in Deutschland“ lesen. Meyomesse wird Kommentare und Positionierungen zur aktuellen Flüchtlingsthematik mit Fokus auf Subsahara Afrika abgeben und auf seine Haft- und Exilerfahrungen eingehen.

Eine gemeinsame Veranstaltung von AFRIEUROTEXT, PRESSECLUB CONCORDIA und VIDC. 

Podium

Dieudonné Enoh Meyomesse

ist kamerunischer Dichter, Buchautor, Historiker und politischer Aktivist. Er lebt seit Oktober 2015 als Schriftsteller im Exil in Darmstadt (Deutschland). Der Kampf um mehr Demokratie, Transparenz und Meinungsfreiheit steht im Mittelpunkt seines Schreibens. Literatur, Dichten und Denken fungieren bei Enoh Meyomesse als Mittel der Auseinandersetzung mit und der Kritik an gesellschaftliche Miss- und Zustände.

Im Jahre 2011 trat Enoh Meyomesse den letzten Präsidentenwahlen erfolglos gegen den seit drei Jahrzehnten amtierenden Präsidenten Paul Biya an. Danach landete er im kamerunischen Zentralgefängnis Kodengui, wo er gedemütigt und gefoltert wurde. Die weltweiten PEN-Zentren setzten sich vehement für seine Freilassung ein. Am 27. April 2015 ist Enoh Meyomesse gezeichnet vom Kerkerhaus Kodengui entlassen worden. Bisherige Veröffentlichungen:

  • Le massacre de Messa, 1955.
  • Complainte noire, 1981.
  • Poème carceral, poésie du pénitencier de Kondengui, 2013.
    deutsch von Jürgen Strasser: Gedichte des Häftlings in Kondengui. Löcker, Wien 2013, ISBN 978-3-85409-692-4.
  • Quand a Darmstadt je serais...
    deutsch von Jürgen Strasser: Darmstadt: Eine afrikanische Liebeserklärung. Metropol, Berlin 2015, ISBN 978-3-86331-259-6.[1]
  • Fleurs de liberté.
    deutsch von Jürgen Strasser: Blumen der Freiheit, Anthologie. Löcker, Wien 2015, ISBN 978-3-85409-786-0.

 

Marie-Christiane Nishimwe

ist Sopranistin und Schauspielerin. Sie ist in Kigali (Ruanda) aufgewachsen und zog später nach Luxemburg. Ihre Leidenschaft für die Bühnenwelt entdeckte sie als Schülerin des Conservatoire du Nord (Chorschule, Sologesang, klassische Gitarre und Sprechtechnik in Französisch, Italienisch, Deutsch). 2010 ging sie nach Wien, wo sie 2014 in Gesang, Tanz und Schauspiel diplomierte und sich in Operngesang weiterbildete.

Derzeit arbeitet sie als freischaffende Sängerin, Schauspielerin und Sprecherin. In der jüngeren Vergangenheit war Marie-Christiane als Sprecherin in Arthur Honeggers „Le Roi David" zu erleben, und hat als Solistin in verschiedenen Musiktheaterwerken, u.a. im Rahmen der Musiktheatertage Wien 2015, mitgewirkt. Im Burgtheater Wien spielte sie in Hans Henny Jahns „Die Krönung Richards lll“ (Regie: Frank Castorf) und war in Sophocles’ „Electra“ als Antigone (Regie: Jette Steckel) zu hören.
 

Daniel Romuald Bitouh

ist promovierter Literatur- und Kulturwissenschaftler. Er hat Germanistik, Romanistik und Afrikanistik an den Universitäten Yaunde (Kamerun) und Wien studiert. Er arbeitet als Lektor für afrikanische Literatur am Instituts für Afrikawissenschaften der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte: Afrikanische, Deutsche und Französische Literatur, Literaturwissenschaft und -theorie; Postkoloniale Literatur- und Kulturtheorie; Fragen der Marginalität, des interkulturellen Dialogs und der globalen Migration. All diese Erfahrungen kommen in seiner Monographie „Ästhetik der Marginalität im Werk von Joseph Roth“ zum Ausdruck. Dr. Bitouh ist Leiter des Vereins AFRI-EUROTEXT, einer in Österreich etablierten und mitgestaltenden Kulturorganisation.

 

Kooperationen