Zeit und Ort

Montag, 3. April 2017, 19:00 - 21:00 Uhr
Diplomatische Akademie, Festsaal
Favoritenstraße 15a, 1040 Wien

Programm

Tariq Dana
Center for Development Studies, Birzeit University

Nur Arafeh
Palestinian Policy Network Al Shabaka

Moderation
Helmut Krieger, Universität Wien/VIDC

Eröffnung
Magda Seewald, VIDC

Veranstaltungssprachen: Englisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: seewald@remove-this.vidc.org

50 Jahre israelische Besatzung - Zur Zukunft Palästinas

©istock/jcarillet
©istock/jcarillet


Hintergrund

Im Dezember 2016 verurteilte der UN-Sicherheitsrat in der Resolution 2334 den israelischen Siedlungsbau in den besetzten palästinensischen Gebieten als völkerrechtswidrig. Unverzüglich müsse – so der Sicherheitsrat – die von ihm so bezeichnete Besatzungsmacht ihren rechtlichen Verpflichtungen nachkommen und jegliche Siedlungsaktivitäten einstellen. Dies sei essentiell, um überhaupt noch einen gerechten und umfassenden Frieden auf der Basis einer Zwei-Staaten Lösung in den Grenzen von 1967 erreichen zu können. 

100 Jahre nach der Balfour-Deklaration, 70 Jahre nach dem UN-Teilungsplan des historischen Palästina und 50 Jahre nach Beginn der israelischen Besatzung zeugt das Jahr 2017 eindrücklich davon, dass ein derartiger gerechter und umfassender Frieden weiter entfernt denn je erscheint. Beinahe schon routiniert zirkulieren die verschiedenen Argumente und Lösungsansätze für den Konflikt, ohne damit auch nur im Geringsten etwas am Status Quo zu ändern.

In den letzten Jahren hat sich allerdings auch eine jüngere Generation von Wissenschafter_innen und Aktivist_innen aus Palästina verstärkt zu Wort gemeldet. Wie schätzen Vertreter_innen dieser Generation die politischen Strategien der palästinensischen Nationalbewegung, die im Laufe der letzten Jahrzehnte entwickelt wurden, ein? Welche politischen Vorstellungen und Utopien haben verschiedene soziale Bewegungen im heutigen Palästina? Was wären angesichts der Fragmentierung der palästinensischen Gesellschaft und der andauernden Besatzung notwendige Schritte und Initiativen? Welche Maßnahmen müsste Israel setzen, um zu einer gemeinsamen und gerechten Lösung zu kommen? Wie lässt sich eine gemeinsame Zukunft in dem gesamten Raum neu denken?

Podium

Nur Arafeh

ist Policy Fellow am Al-Shabaka: The Palestinian Policy Network und Wissenschafterin im Bereich Wirtschaftentwicklung. Davor war sie assozierte Wissenschafterin am Palestine Economic Policy Research Institute (MAS) und Lehrbeauftragte für Ökonomie am Al-Quds Bard College sowie Lehrassistentin an der Columbia University. Sie schrieb zahlreiche Kommentare in Arabisch, Englisch und Französisch unter anderem für The Guardian, Al-Jazeera, Le Monde Diplomatique und Al-Akhbar. Nur Arafeh hat einen BA in Politikwissenschaft sowie in Ökonomie von der Sciences Po und der Columbia University sowie einen MPhil in Development Studies der University of Cambridge. Im Oktober 2017 wird sie mit ihrem PhD an der University of Oxford beginnen.

Tariq Dana

ist Direktor des Center for Development Studies der Birzeit University, Palästina. Er ist Senior Research Fellow und Fakultätsmitglied am Ibrahim Abu-Lughod Institute für Internationale Studien, wo er auch Globale Politische Ökonomie lehrt. Tariq Dana ist Policy Advisor beim palästinensischen Policy Network Al-Shabaka. Zuvor arbeitete er für mehrere palästinensische und internationale NGOs und UN Agenturen in den besetzten palästinensischen Gebieten, in Afrika und Europa. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen, Neoliberalismus und Globalisierung sowie Staatsbildung mit speziellem Focus auf Palästina.

Helmut Krieger

ist Sozialwissenschafter und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien sowie Konsulent des VIDC. Seine Forschungsschwerpunkte sind: der israelisch-palästinensische Konflikt, Bewegungen des politischen Islam in der arabischen Welt, kritische Staatstheorien und postkoloniale Theoriebildung. Eine seiner aktuellsten Veröffentlichung ist: Umkämpfte Staatlichkeit. Palästina zwischen Besatzung, Entwicklung und Islam. Wiesbaden 2015. Des Weiteren ist er der österreichische Projektleiter des APPEAR-Projekts Rooting Development in the Palestinian Context, einer Hochschulkooperation zwischen der Universität Wien, der Birzeit University in der West Bank und der Al Azhar University im Gazastreifen.

Magda Seewald

ist seit 2005 Projektreferentin am VIDC. Ihr regionaler Focus liegt im arabischen Raum, insbesondere Palästina. Zudem betreut sie die VIDC-Reihe zu den Umbrüchen in der arabischen Welt. Zu ihren weiteren Arbeitsschwerpunkten zählen „Gender“ und „Gendersensibilisierung von Männern und Burschen“. Sie studierte Politikwissenschaft an der Universität Wien.

Unterlagen zur Veranstaltung