Zeit und Ort

Montag, 28. März 2011, 18:30 Uhr
Ostklub Wien

Programm

18.30 – 18.45 Uhr: Eröffnung: Walter Posch | Direktor des VIDC/Wiener Institut und Nora Gresch | ASO-Projekt

18.45 – 20:30 Uhr: Diskussion mit
Dragana Antonijević | Universität Belgrad
Ana Banić-Grubišić | Universität Belgrad
Dragan Ristic | KAL
Mozes F. Heinschink | Romano Centro Wien
Ivanka Muncan | Romano Centro Wien
Moderation: Michael Fanizadeh | VIDC/Wiener Institut

Veranstaltungssprachen: Deutsch und Serbisch mit Simultanübersetzung

21.00 Uhr: Konzert mit KAL

Detailiertes Programm und ReferentInnen

Roma-Rap-Culture: Message and More aus Serbien

(c) KAL

Hintergrund

Romapolitiken in Europa sind heute mehr denn je von Rassismen und Stereotypen geprägt. Wer erinnert sich nicht an den Kriminalisierungsdiskurs rund um die Roma Communities in Frankreich im Sommer 2010 und die folgenden Abschiebungen in ihre jeweiligen Herkunftsländer am Balkan. Auch die Realität der Roma in den neuen Staaten Ex-Jugoslawiens ist von politischer und sozialer Ausgrenzung geprägt. Wobei die kulturelle Selbstermächtigung v.a. im Bereich der Musik, eine Strategie zur Emanzipation in der Mehrheitsgesellschaft darstellt.

Ein gutes Beispiel sind hier die Belgrader Roma-Band KAL sowie das Phänomen des „Roma Hip Hop“, welches sich in den letzten Jahren als Ausdrucksform unter Roma-Jugendlichen u.a. in Serbien entwickelt hat. Die Serbischen Wissenschaftlerinnen Dragana Antonijević und Ana Banić-Grubišić haben diese kulturelle Parxis des „Roma Hip Hop“ erforscht und Interviews mit Angehörigen der Roma-Hip-Hop Community geführt. Ihre Ergebnisse werden nun im Rahmen des ASO-Projektes „Changing identities of Ethnic Minority Groups” erstmals in Österreich präsentiert. Der Titel ihrer Studie: „Vicious circle of identity – Romani Hip Hop in Serbia between inclusion and exclusion“ verweist auf das Spannungsverhältnis zwischen Ausgrenzung und Einvernahme durch die Mehrheitsgesellschaft, die auch für den engagierten KAL-Bandleader Dragan Ristic von zentraler Bedeutung ist. In diesem Sinne engagiert Ristic sich u.a. in der „Amala Summer School“ gegen Rassismus und Diskriminierung. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Austrian Science and Research Liaison Office (ASO) und dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien statt.

KAL

Aus den Vorstädten Belgrads erhebt sich der urbane Sound von KAL. Gekonnt werden Hip Hop-Elemente, Dub-Delays und eine gehörige Portion Rock mit Elementen traditioneller, geigen- und akkordeon-lastiger Roma-Musik zu einem durchwegs tanzbaren, eigenständigen Sound vereint. Die Musik dient im Fall von KAL nicht allein der Unterhaltung: es werden ganz bewusst politische Statements übermittelt, die sich gegen Diskriminierung und Rassismen richten. Dragan Ristic, Frontman der Band: "Erwartet nicht, dass ich nur Musiker bin". In diesem Sinne: Rock ‘n‘ Roma!

Eintritt frei!     Kontakt: VIDC/ Seewald@vidc.org   Ostklub Wien, Schwarzenbergplatz 10, 1040 Wien

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Unterlagen zur Veranstaltung