Zeit und Ort

Donnerstag, 14. Mai 2009
18.30 - 20.30 Uhr
Diplomatische Akademie, Musikzimmer
Favoritenstr.15a, 1040 Wien

Programm

Thorsten Borring Olesen, Universität Aarhus

Jan Pedersen, Universität Kopenhagen

Anton Mair, stv. Sektionsleiter der EZA im Außenministerium

Gerald Hödl, Universität Wien

Begrüßung:
Hugo Østergaard-Andersen, Botschafter von Dänemark
Walter Posch, Direktor des vidc

Moderation: Elfriede Schachner, vidc

Dänische und österreichische EZA im Vergleich

 

Hintergrund

Dänemark leistet erhebliche Beiträge an die Entwicklungsländer und übertrifft seit vielen Jahren die Forderung der Vereinten Nationen, 0,7% des Bruttonational­einkommens für Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen. Das kleine Land in Nordeuropa kommt im Jahr 2008 mit 2,8 Milliarden US Dollar auf 0,82% seines BNE, Österreich mit 1,681 Milliarden auf 0,42% (OECD-Daten vom März 2009). Davon entfällt in Dänemark ein sehr geringer Teil auf Entschuldung, in Österreich mehr als die Hälfte der offiziellen staatlichen Entwicklungshilfe.

Dänemark gab in den 1990 Jahren sogar 1,0% seines BNE für Entwicklungshilfe aus und genießt seither den Ruf als Spitzenreiter („humane internationalist“). Wie schaffte es Dänemark von 0,13% des BNE (1965) zum „front-runner“ in Entwicklungshilfe? Wie ist die Unterstützung der Anliegen der Armutsbekämpfung durch eine breite Öffentlichkeit zustande gekommen? Ist dies im Zusammenhang mit der Tradition der dänischen Gesellschaft zu sehen, Ausgaben für soziale Entwicklung zu unterstützen? Inwieweit haben die allgemeine politische Kultur, Parteien und politische Institutionen dazu beigetragen?

Die beiden dänischen Professoren Olesen und Pedersen werden ihre historische Studie präsentieren, die 2008 als Buch erschienen ist: „Ideale und Realitäten – die Geschichte dänischer Entwicklungshilfe 1945-2005“. Sie werden die unterschiedlichen Entwicklungsphasen der dänischen Hilfe darlegen (inhaltliche Ausrichtung, Strategien, Wechsel im Volumen der Hilfe etc.). Dabei wird der Einfluss bzw. die Rolle von Regierung, politischen Parteien, Parlament, Außen­ministerium, NGOs und Firmen/Privatsektor untersucht. Dies wird von den österreichischen Experten Mair und Hödl kommentiert und auf die österreichische Entwicklungszusammenarbeit umgelegt.

Wir werden darüber diskutieren, warum sich die Entwicklungshilfe in den beiden Ländern genau so entwickelt hat und ob dies aus der Geschichte, der politischen Kultur oder der sozialen Realität erklärbar ist. Wo stehen wir heute und was können wir gegenseitig voneinander lernen?

Podium

Thorsten Borring Olesen

Der Historiker ist seit 1999 Jean Monnet-Professor und seit 2007 Professor am Historischen Institut der Universität Aarhus. Seine Forschungsprojekte und Publi­kationen beschäftigen sich mit Dänemarks Außen- und Entwicklungspolitik und Dänemarks europäischer Integration.

Jan Pedersen

Der Historiker ist Professor an der Universität Kopenhagen. Er hat Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte, Geschichte der Technologie, Lateinamerika und zur dänischen Entwicklungshilfe verfasst.

Anton Mair

Anton Mair ist seit mehr als 25 Jahren in der Entwicklungs- ­zusammen­arbeit tätig. Neben anderen Tätigkeiten in Entwicklungs- ländern war er Leiter des Regionalbüros der OEZA in Uganda und ist seit 2004 für die Abteilung Evaluierung, Politik- und Strategie- ­entwicklung verantwortlich. Er ist stellvertretender Leiter der OEZA im Außenministerium.

Gerald Hödl

Der Historiker ist seit 2000 Lektor an der Universität Wien und seit 2008 Senior Scientist im Bereich des Projekts Internationale Entwicklung. Seine Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind die Geschichte des Entwicklungsdenkens, österreichische Außen- und Entwicklungspolitik, globaler Sport sowie koloniale Entwicklungspolitik in Afrika.


Kooperationen

 

 

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