Zeit und Ort

Donnerstag, 15. April 2010
18.30 - 21.00 Uhr
Haus der Musik, Veranstaltungssaal
Seilerstätte 30, 1010 Wien

Programm

Keynote:
Horst Kleinschmidt, Menschenrechts-Aktivist aus Südafrika

Kommentare:
Xolisa Mfundiso Mabhongo, Botschafter der Republik Südafrika in Österreich
Georg Lennkh, Sonderbeauftragter im Außenministerium für Afrika
Margit Maximilian, ORF

Begrüßung: Walter Sauer, SADOCC

Moderation: Elfriede Schachner, VIDC

Südafrika quo vadis? Apartheid - Regenbogennation - afrikanische Supermacht

© Walter Sauer

Hintergrund

16 Jahre nach dem Ende der Apartheid sind in Südafrika Armuts­bekämpfung und nachhaltige Entwicklung verstärkt zu einem politischen Thema geworden. Besserer Zugang zu Wasser, sanitäre Einrichtungen, medizinische Versorgung, hohe Sozialausgaben und Bildungsmöglichkeiten sind sichtbare Schritte, um Armut zu reduzieren. Auf der anderen Seite gibt es große Defizite wie die schleppende Landum­verteilung, anhaltende Massenarbeitslosigkeit und die verheerenden Folgen von HIV/AIDS. Die Fußball WM im Juni 2010, erstmals auf afrikanischem Kontinent, wird die Aufmerksamkeit auf Südafrika lenken. Es ist zu befürchten, dass die Themen Korruption, Klientel­wirtschaft und Kriminalität die Berichterstattung dominieren werden.

Was bleibt vom Traum von der Regenbogennation? Kann Südafrika den Anspruch einer sozialen Führungs­nation für den afrikanischen Kontinent einlösen? Wird der ANC die notwendigen Veränderungen um­setzen? Welche Rolle spielte die Entwicklungspolitik und wie sehen die bilateralen Beziehungen zwischen Öster­reich und Südafrika aus? Was bringt die WM für die afrikanische Bevölkerung?

Der Südafrikaner Horst Kleinschmidt hat jahrzehntelang gegen die Apartheid und den institutionellen Rassismus gekämpft. Der Träger des Bruno Kreisky-Menschenrechtspreises zieht eine Bilanz der Entwick­lung des Landes nach der Apartheid und wird versuchen, Zukunftsszenarien für Südafrika aufzuzeigen.

Podium

Horst Kleinschmidt

Kleinschmidt wurde in Namibia geboren und zog im Alter von vier Jahren mit seinen Eltern nach Johannes­burg. Er entstammt einer Familie von bekannten Missionaren des 19. Jahrhunderts. Er war Ende der 1960er Jahre aktiv in der Studentenpolitik Südafrikas und in der Anti-Apartheid-Bewegung engagiert. Er wurde für den Kampf gegen die Apartheid Ende der 1970er Jahre verhaftet, ins Gefängnis geworfen und ging 1976 ins Exil nach London. Dort war er wichtige Ansprechperson für die Anti-Apartheid-Bewegung, auch für Öster­reich. Er arbeitete beim Defense and Aid Fund in London. 1991 erhielt er den Dr. Bruno Kreisky-Menschen­rechtspreis und kehrte – nach der Freilassung von Nelson Mandela – nach Südafrika zurück. Dort arbeitete er im Kagiso Trust und im Mvula Trust. Seit 2000 war er stellvertretender Generaldirektor für Fischerei­fragen im Umweltministerium. 2006 gründete Kleinschmidt die Konsulentenfirma Feike in Kapstadt, die unterprivile­gierte Fischergemeinden entlang der südafrikanischen Küste berät.

Xolisa Mfundiso Mabhongo

Er ist seit 1995 im südafrikanischen Außenministerium beschäftigt und war 2001-2004 Counsellor bzw. Minister Counsellor an der südafrikanischen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York. Von 2006-09 war er Chief Director United Nations in der multilateralen Sektion des südafrikanischen Außenministeriums. Seit Jänner 2010 ist er designierter südafrikanischer Botschafter in Österreich, Slowenien und Slowakei sowie Ständiger Vertreter bei den UN-Organisationen in Wien.

Georg Lennkh

Er war bis 1983 im Büro von Bundeskanzler Kreisky zuständig für außenpolitische Fragen, danach war er  österreichischer Botschafter bei der OECD in Paris. Ab 1993 übernahm er die Leitung der Sektion VII für Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium. Botschafter Lennkh ist seit 2005 Sonderbeauftragter im Außenministerium für Afrika.

Margit Maximilian

Sie ist ORF-Journalistin, seit 1995 Redakteurin im Außenpolitikressort der „Zeit im Bild“ und Afrika-Spezialistin. Sie hat Reportagen für den ORF aus vielen Kriegs- und Krisengebieten wie zB Äthiopien/Eritrea, Liberia, Uganda, Sudan/Darfur und Tschad gemacht.

Elfriede Schachner

Sie ist seit 1991 im entwicklungspolitischen Bereich tätig: zuletzt Geschäftsführerin der AGEZ, des Dachverbands entwicklungspolitischer NGOs in Österreich. Seit 2008 ist sie im VIDC entwicklungspolitische Expertin und zuständig für Öffentlichkeitsarbeit.

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