Zeit und Ort

Donnerstag, 25. Jänner 2018, 19:00 – 21:00 Uhr
Oesterreichische Kontrollbank (Reitersaal), Strauchgasse 3, 1010 Wien

Programm

Vortrag und Diskussion mit

Minqi Li
University of Utah, Salt Lake City, USA

Dorothy Guerrero
Global Justice Now, London, UK

Moderation
Karin Fischer, Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den Österreichischen Universitäten/VIDC

Begrüßung
Martina Neuwirth, VIDC

Veranstaltungssprachen: Englisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: neuwirth@remove-this.vidc.org

China. Den Kapitalismus retten?

© Shutterstock/hakule
© Shutterstock/hakule

Hintergrund

In den letzten Jahren ist China eine führende Triebkraft der Weltwirtschaft geworden. Seine Auslandsinvestitionen sind in Umfang und geografischer Reichweite stark angewachsen. Mit der „One Belt, One Road“-Initiative entsteht eine neue Seidenstraße, die Asien, Europa und Teile Afrikas mit Häfen, Öl-Pipelines, Stromnetzen und Hochgeschwindigkeitszügen verbinden wird. Die daraus entstehenden Beziehungen sind nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch (geo-) politischer Natur. Schon wird darüber spekuliert, ob China die USA nicht nur als größte Wirtschaftsmacht ersetzen, sondern auch eine weltpolitische Führungsrolle einnehmen könnte.

Was sind Chinas Außeninteressen? Will China als größter Gläubiger der USA seine Position in der internationalen Machtarchitektur stärken? Entsteht mit seiner Investitionspolitik eine neue internationale Arbeitsteilung oder werden alte imperiale Muster wiederholt? Kann China die Weltwirtschaft weiter dynamisieren und ökologisch nachhaltiger machen, oder verstärkt sein Wachstumsmodell die krisenhafte Entwicklung? Trägt es vielleicht sogar zu einer globalen Systemkrise bei?

Podium

Minqi Li

ist Professor am Institut für Wirtschaftswissenschaften an der University of Utah. Der aus China stammende Ökonom forscht zu weltweiten Investitionen, Finanzströmen und Ungleichgewichten unter besonderer Berücksichtigung Chinas und der USA. Verwandte Arbeiten zur globalen Umweltkrise und seine weltsystemische Herangehensweise führen ihn zu Überlegungen über die Zukunft des Kapitalismus insgesamt. Seine jüngsten Bücher: China and the Twenty-First Century Crisis, 2015 erschienen bei Pluto Press; Peak Oil, Climate Change, and the Limits to China’s Economic Growth, erschienen 2014 bei Routledge.

Dorothy Guerrero

arbeitet für Global Justice Now, einer für soziale Gerechtigkeit eintretenden NGO in London. Davor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Focus on the Global South (Bangkok), beim Institute for Popular Democracy (Manila) und im Asienhaus Deutschland. Sie studierte am Institute of Social Studies in Den Haag. Seit 30 Jahren forscht, lehrt und schreibt sie zu Klimawandel, den Auswirkungen von Welthandel und Investitionsströmen. Aktuell beschäftigt sie sich intensiv mit der Rolle Chinas in der globalen politischen Ökonomie. Ihre Arbeiten darüber finden Sie hier.

Karin Fischer

leitet die Abteilung Politik und Entwicklungsforschung am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz und ist Konsulentin des VIDC. Sie ist die Obfrau des Mattersburger Kreises für Entwicklungspolitik an den Österreichischen Universitäten und arbeitet zu Nord-Süd-Beziehungen.

Martina Neuwirth

arbeitet im VIDC zu den Bereichen internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik, mit dem Schwerpunkt der internationalen Steuerpolitik und ihrer Auswirkungen auf sog. Entwicklungsländer.