Zeit und Ort

Dienstag, 25. April 2017, 19:00 – 21:00 Uhr
Oesterreichische Kontrollbank (Reitersaal), Strauchgasse 3, 1010 Wien

Programm

Vortrag und Diskussion mit

Ho-fung Hung
Johns Hopkins University, Baltimore, USA

Chun-Yi Lee
School of Politics and International Relations, University of Nottingham, UK

Moderation
Karin Fischer, Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den Österreichischen Universitäten/VIDC

Begrüßung
Martina Neuwirth, VIDC

Veranstaltungssprachen: Englisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: neuwirth@remove-this.vidc.org

China. Serve the People.

© Shutterstock/William Potter
© Shutterstock/William Potter

Hintergrund

Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas war rasant. Innerhalb von drei Jahrzehnten konnten ca. 350 Millionen Menschen der extremen Armut entkommen. Einige haben den  Aufstieg Chinas zur neuen ökonomischen Weltmacht prognostiziert und sich davon weniger hierarchische Weltwirtschaftsbeziehungen erhofft, auch durch seine Rolle als „neuer Geber“ von Hilfsgeldern. 2013 beschloss das Zentralkomitee der KP Chinas, verstärkt auf die Binnennachfrage statt auf den Export zu setzen und eine sozial ausgewogene wirtschaftlichen Entwicklung zu fördern.

Doch  all dies scheint sich vorerst nicht zu erfüllen. Wachstum und Binnennachfrage stocken. Umweltprobleme und die Ungleichheit zwischen Regionen und sozialen Gruppen sind enorm angewachsen. Die schlechten Arbeitsbedingungen in den für den Weltmarkt produzierenden Fabriken und die Missachtung von Grundrechten bestimmen die Berichterstattung.

Was sind die Ursachen des scheinbar stockenden Wachstums, und wie sieht es mit den ankündigten Strukturreformen aus? Welche Rolle spielen Auslandsinvestitionen und die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA? Wie ist es um die Arbeitsverhältnisse bestellt? Welche wirtschaftlichen, sozialen und politischen Auswirkungen haben Arbeitsmigration und anhaltende Arbeitskämpfe um höhere Löhne, Schutzmaßnahmen und Sozialleistungen?

Ho-fung Hung und Chun-Yi Lee werden die aktuellen Entwicklungen in China vor dem Hintergrund der eng miteinander verflochtenen Kapital- und Arbeitsbeziehungen beleuchten. Dabei soll auch auf die Interessenlagen verschiedener politischer und wirtschaftlicher Akteur_innen in China eingegangen werden.

Podium

Ho-fung Hung

ist Associate Professor für Politische Ökonomie am Institut für Soziologie an der Johns Hopkins University. Seine Arbeiten zur Wirtschaftsgeschichte sowie zur wirtschaftlichen Entwicklung Chinas und ihren globalen Auswirkungen erscheinen in renommierten wissenschaftlichen Journalen und werden in Medien breit rezipiert. Publikationen (Auswahl): "The China Boom: Why China Will Not Rule the World" (2015) und "Protest with Chinese Characteristics: Demonstrations, Riots, and Petitions in the Mid-Qing Dynasty" (2011), beide Columbia University Press..

Chun Yi-Lee

ist Dozentin an der School of Politics and International Relations (SPIR) der University of Nottingham. Sie forscht zu ausländischen Investitionen in China und chinesischen Investitionen im Ausland, Arbeitsbeziehungen und industrielle Entwicklung. In ihrem jüngsten Forschungsprojekt hat sie die Auswirkungen von Auslandsinvestitionen auf Arbeitsrechte in China untersucht. Ihr Buch Taiwanese Businessmen or Chinese Security Asset erschien 2011 bei Routledge.

Karin Fischer

leitet die Abteilung Politik und Entwicklungsforschung am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz und ist Konsulentin des VIDC. Sie ist die Obfrau des Mattersburger Kreises für Entwicklungspolitik an den Österreichischen Universitäten und arbeitet zu Nord-Süd-Beziehungen.