Zeit und Ort

Donnerstag, 19. Jänner 2017, 19:00 – 21:00 Uhr
Diplomatische Akademie, Großer Saal, Favoritenstraße 15a, 1040 Wien

Programm

Vortrag und Diskussion mit

Philippe Le Billon
Department of Geography and Liu Institute for Global Issues, University of British Columbia, Vancouver, Kanada

Manana Kochladze
Green Alternative und CEE Bankwatch Network, Tiflis, Georgien

Moderation
Karin Fischer, Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den Österreichischen Universitäten/VIDC

Begrüßung
Martina Neuwirth, VIDC

Veranstaltungssprachen: Englisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: neuwirth@remove-this.vidc.org

Kampf ums Öl – Konflikte, Profite und Alternativen

© huyangshu/Shutterstock.com
© huyangshu/Shutterstock.com

 

Hintergrund

Fossile Energie ist die Grundlage unseres Wirtschaftssystems. Regierungen und Energiekonzerne, die Länder oder Gebiete mit Öl- und Gasvorkommen und ihre Vertriebswege kontrollieren, sind dementsprechend mächtig. Dabei sind rohstoffreiche Länder überproportional von unterschiedlichen Formen von Gewalt, Steuer- und Kapitalflucht betroffen. Die Konflikte im Südsudan, in Nigeria, in Syrien und in der Ukraine mögen vielschichtige historische Ursachen haben. Sie sind aber auch neue „Energiekriege“ mit weltpolitischer Bedeutung. Um Pipelines und Tankerschiffrouten zu sichern, ist ein Netzwerk an Militärbasen entstanden. Auf lokaler Ebene ist die Rohstoffgewinnung an vielen Orten mit Gewalt verbunden. Firmen sichern sich den Zugriff auf Rohstoffe mit brutaler Einschüchterung und privaten Sicherheitsfirmen. Die ansässige Bevölkerung wird oftmals vertrieben.


Manana Kochladze hat der lokalen Bevölkerung in der Kampagne gegen die Baku-Tiflis-Ceyhan Öl-Pipeline eine Stimme gegeben. Gemeinsam mit Bauern und Bäuerinnen sowie Fischer_innen ging sie gegen ökologische Zerstörung und Enteignung vor. Philippe Le Billon macht sich für eine weitgreifende Reformagenda stark, die einerseits die Grundbedürfnisse und die Sicherheit der lokalen Bevölkerung zum Ziel hat, andererseits neue Formen der politischen Regulierung anpeilt. Denn aus dem ökologischen und politischen Konfliktpotenzial der fossilen Energiegewinnung erwächst die Notwendigkeit, den Übergang zu kohlenstoffärmeren Energiesystemen und einer nachhaltigen Wirtschaftsweise einzuleiten. Das VIDC lädt zur Diskussion über Konflikte und Profite im sowie über alternative Entwicklungspfade aus dem fossilen Kapitalismus.

Podium

Philippe Le Billon

ist Professor am Department of Geography und Liu Institute for Global Issues an der University of British Columbia.

Davor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Overseas Development Institute (ODI) und am International Institute for Strategic Studies (IISS) in London. Forschungsaufenthalte führten ihn nach Angola, Kambodscha, Sierra Leone, in den Irak und Südsudan und in das frühere Jugoslawien. Er forscht zum Zusammenhang von Umwelt, Entwicklung und Sicherheit im Zusammenhang mit mineralischen Rohstoffen. Neben den sozialen, umwelt- und entwicklungspolitischen Auswirkungen der Rohstoffextraktion arbeitet er an Reformvorschlägen für die politische Regulierung von Ressourcenmanagement.

Manana Kochladze

arbeitet bei CEE Bankwatch, dem größten NGO-Dachverband für Zentral- und Osteuropa. Sie ist dort als Regionalkoordinatorin für den Kaukasus zuständig. Ihre Themenschwerpunkte sind internationale Finanzpolitik, Energie und Verkehr. Sie ist außerdem Mitbegründerin und Vorsitzende der Umwelt-Initiative Green Alternative in Tiflis. Im Jahr 2004 wurde sie für die Kampagne gegen die umstrittene Baku-Tiflis-Ceyhan Öl-Pipeline mit dem Goldman Umweltpreis ausgezeichnet. Manana Kochladze hat Biologie an der Universität Tiflis studiert und eine Reihe von Publikationen zu Ressourcen und Umwelt verfasst.

Karin Fischer

leitet die Abteilung Politik und Entwicklungsforschung am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz und ist Konsulentin des VIDC. Sie ist die Obfrau des Mattersburger Kreises für Entwicklungspolitik an den Österreichischen Universitäten und arbeitet zu Nord-Süd-Beziehungen.

Kooperationen

Unterlagen zur Veranstaltung