Globale Ungleichheiten - die Entwicklungstagung #ET2022

VIDC-Foren zu Steuer(un)gleichheit sowie zu Klima(un)gerechtigkeit & Migration

Zeit und Ort

Konferenz: Freitag, 11. November bis Sonntag, 13. November 2022

VIDC & WIDE Foren: Samstag, 12 November, 14:30 – 19:00 Uhr

Johannes Kepler University Linz, Altenberger Straße 69, 4040 Linz

Anmeldung bis 8. November hier.

Programm


Link zum Konferenzprogramm

Konferenzsprachen: Deutsch und Englisch, mit Simultandolmetschung

VIDC & WIDE Foren: Englisch

Kurator*innen

Martina Neuwirth, VIDC Global Dialogue
Michael Fanizadeh, VIDC Global Dialogue
Claudia Thallmayer, WIDE
Janine Wurzer, WIDE

Kooperationen


Die ungleiche Verteilung von Einkommen, Vermögen und Lebenschancen ist kein neues Phänomen. Doch die derzeitigen Krisen verschärfen bereits vorhandene Ungleichheiten: So hat die COVID19-Pandemie vorhandene Schieflagen weiter verstärkt. Die Allerreichsten wurden noch reicher, während viele Menschen, die in prekarisierter Lage leben, Arbeit und Einkommen verloren. Die Klimakatastrophe trifft Arme in besonderem Ausmaß, während sich Wohlhabende teure Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel leisten können. Aktuelle militärische Konflikte wie der Aggressionskrieg Russlands gegen die Ukraine schaffen viele Kriegsverlierer*innen und wenige Kriegsgewinner*innen. Die damit einhergehenden geopolitischen Veränderungen haben wiederum Auswirkungen auf globaler Ebene und verstärken hier vorhandene Ungleichheiten.

Diesen globalen Ungleichheiten ist die 8. Österreichische Entwicklungstagung gewidmet. Sie bietet als österreichweit größte Veranstaltung zu Entwicklungspolitik Raum für Debatte und Reflexion. Dabei soll es einen Dialog auf Augenhöhe geben - zwischen engagierter Wissenschaft und kritischer Zivilgesellschaft zum einen, und zwischen globalem Norden und Süden zum anderen.

Forum: Ungleichheit gegenSteuern

Eine progressive Steuerpolitik ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen gegen Ungleichheit auf nationaler Ebene. Doch wurden im Globalen Süden in den letzten Jahrzehnten vor allem regressive Steuern, wie etwa Mehrwertsteuern, eingeführt. In wohlhabenden Staaten stiegen die Lohnkosten, während die Unternehmenssteuern kontinuierlich sanken. Vermögenssteuern wurden vielfach abgeschafft bzw. nicht eingeführt. Offshore Finanzplätze ermöglichen es Großunternehmen ebenso wie (Super)Reichen, Steuerflucht auf globaler Ebene mit regional sehr weitreichenden Konsequenzen zu betreiben. Gleichzeitig gibt es eine Schieflage im internationalen Steuersystem zu Lasten der ärmeren Länder. All diese Ungleichheiten wirken sich nicht nur negativ auf die Steuer- sondern auch auf die Geschlechtergerechtigkeit aus. Das Forum bietet eine Einführung in das Thema Steuer(un)gerechtigkeit und deren Auswirkungen und wird dabei insbesondere Genderaspekte beleuchten. Im Anschluss wollen wir uns näher mit drei Themenbereichen beschäftigen:

  • Die Besteuerung globaler Konzerne
  • Die Besteuerung des extraktiven Sektors (also Öl & Gas, Kohle, Minerale)
  • Umwelt- bzw. Klimasteuern

Referent*innen

Nelly Busingye: Als Member Engagement Manager für Africa, Publish What You Pay (PWYP), setzt sich Nelly für einen transparenten und rechenschaftspflichtigen Rohstoffsektor ein.

Joy W. Ndubai: Steuerberaterin; derzeit Lehr- und Forschungsbeauftragte am Institute for Austrian and International Tax Law, Wirtschaftsuniversität Wien.

Roos Saalbrink: Politische Beraterin für wirtschaftliche Gerechtigkeit und geschlechtergerechte öffentliche Dienstleistungen bei ActionAid International (Großbritannien); Mitglied der Arbeitsgruppe Gender und Steuergerechtigkeit innerhalb der Global Alliance for Tax Justice.

Tatiana Falcão: Unabhängige Beraterin für Steuerpolitik, mit besonderem Schwerpunkt auf Umweltsteuern und der Besteuerung der digitalen Wirtschaft.

Moderation

Sophie Veßel: Fachreferentin bei der Arbeitsgemeinschaft Globale Verantwortung, dem Dachverband entwicklungspolitischer und humanitärer Nichtregierungsorganisationen in Österreich

Forum Ungleichheit, Migration und Klimagerechtigkeit: Stimmen aus dem Globalen Süden

Auch wenn wir alle den Klimawandel spüren, wirkt er sich doch ungleich aus, je nachdem, wo wir leben und welcher sozialen Gruppe wir angehören, sei es bezogen auf Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Hautfarbe, Alter, Klassenzugehörigkeit oder andere Merkmale.

Missernten oder Wasserknappheit im Gefolge der Erderhitzung sind vielerorts für erschwerte Lebensbedingungen verantwortlich, die eine (Mit-)Ursache von Migration in die nähere oder fernere Umgebung sein können. Internationale Instrumente und Berichte machen deutlich, dass der Klimawandel Bedrohungen vervielfacht und dass dringend Maßnahmen ergriffen werden müssen. Aber wie sieht das in einer von Ungleichheit geprägten Welt konkret aus?

In diesem Forum werden zwei internationale Gäste aus dem Globalen Süden über Migration im Kontext des Klimawandels berichten, ausgehend von Ansätzen, die auf Gender-, soziale und Klimagerechtigkeit ausgerichtet sind. Anhand von Beispielen für politische Maßnahmen sowie für „bottom-up“-Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit werden wir das Potenzial, die Grenzen und die Reichweite dieser Ansätze erörtern. Partizipation und Austausch sind uns dabei sehr wichtig. U.a. sind Kleingruppen geplant, bei denen gemeinsam Action Points erarbeitet werden. Eventuell kann im Rahmen des Forums auch ein von den Teilnehmer*innen erarbeiteter Podcast entstehen.

Referent*innen

Paula Banerjee: Sie wurde durch ihre Forschungsarbeiten über Frauen in Grenzgebieten und „Frauen und erzwungene Migration“ international bekannt. Sie ist Professorin an der Abteilung für Süd- und Südostasienstudien an der Universität Kalkutta und Senior Researcher zu Migration und Zwangsmigration bei der „Calcutta Research Group“. 

Pato Kelesitse: Sie ist Expertin für nachhaltige Entwicklung in Gaborone, Botswana und Projektleiterin beim South African Climate Action Network. Sie sie Gastgeberin des Sustain267-Podcasts, einer Reihe von Gesprächen über Klimawandel und Nachhaltigkeit mit afrikanischen Expert*innen.

Gestaltung und Moderation

Daniela Paredes Grijalva: Sie ist DOC-ÖAW Fellow und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Sie ist zudem Konsulentin am VIDC mit Schwerpunkt auf Klimagerechtigkeit und Migration.