Time and location

Wednesday, 20 January 2016, 19:00 - 21:00
Diplomatic Academy of Vienna, Festsaal, Favoritenstraße 15a, 1040 Vienna

Program

Malek Sitez
Danish Institute for Human Rights, Copenhagen

Khadija Abbasi
Graduate Institute of International and Development Studies in Geneva; currently fieldwork in Mazar-e Sharif, Afghanistan

Chair
Sibylle Hamann
Journalist, Austria

Welcome
Michael Fanizadeh, VIDC
Aziza Azimi, World Hazara Council

Languages: English and German with simultaneous interpretation

Registration: fanizadeh@remove-this.vidc.org

Afghanistan. The Lost Paradise

© iStock/manxman
© iStock/manxman


Hintergrund

Regrettably, this information is only available in German.

12 Monate nach dem Abzug westlicher Kampftruppen aus Afghanistan und der Verlagerung des militärischen Einsatzes auf Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte, bilden die Afghan_innen die zweitgrößte Gruppe von Flüchtlingen nach Europa. 14 Jahre zuvor, am 7. Oktober 2001, als Antwort auf die Anschläge vom 11. September und nachdem sich das afghanische Taliban - Regime geweigert hatte, Osama bin Laden als Drahtzieher der Anschläge an die USA auszuliefern, startete die westliche „Wertegemeinschaft“ in Afghanistan den „Krieg gegen den Terror“. Mit dem Fall der Taliban begann dann ab 2002 eine Phase des Wiederaufbaus, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft weckte und vom Ausland massiv finanziell unterstützt wurde. Kein Land hat weltweit mehr Entwicklungshilfemittel erhalten, nirgends wurde mehr in den Aufbau eines Sicherheitsapparats investiert als in Afghanistan.

Die Afghan_innen haben heute das Vertrauen in die Fähigkeit der politischen Eliten weitgehend verloren. Denn die Unabhängigkeit Afghanistans und der Rückzug der US-geführten NATO-Truppen gehen einher mit einem neuerlichen Erstarken und territorialen Zugewinnen der Taliban. Die wirtschaftlichen Aussichten haben sich im Land weiter verschlechtert, die Arbeitslosigkeit steigt und eine immer größere Anzahl von vor allem jungen Afghan_innen verlassen ihr Land. Die Afghan_innen bilden die zweitgrößte Flüchtlingsgruppe weltweit: laut UNHCR sind 2014 2,59 Mio. Afghan_innen auf der Flucht, das sind knapp 9% der Gesamtbevölkerung Afghanistans. Diese Situation wird sich durch den Aufstieg des sogenannten Islamischen Staates und den islamischen Fundamentalismus in der Region noch verschärfen.

Die Veranstaltung wird vom VIDC, dem World Hazara Council und in Kooperation mit dem Verein „Neuer Start für afghanische Jugendliche“, AKIS und der Diplomatischen Akademie organisiert.

Podium

Malek Sitez

ist ein Menschenrechtsexperte sowie international anerkannter Forscher. Seit 18 Jahren hat er weltweit bei zahlreichen Projekten zur Förderung der Menschenrechte mitgearbeitet, u.a. hat er in Kambodscha, Tadschikistan, Kirgisien, Malawi, Ukraine, Jemen, Libyen und Afghanistan die Regierungen dabei beraten, Menschenrechtsverpflichtungen in die nationalen Verfassungen aufzunehmen. Sein Buch über die Interpretation der Menschenrechtsterminologie wurde als Sachbuch des Jahres 2010 in Afghanistan ausgezeichnet.

Khadija Abbasi

forscht momentan in Mazar-e Sharif, Afghanistan, zu ethnischen Konflikten und inter-ethnischen Beziehungen der usbekischen Community in Afghanistan. Zudem ist sie Doktorandin beim Graduate Institute of International and Development Studies in Genf. Der Arbeitstitel ihrer Doktorarbeit lautet: „Transnational embodied Afghan subject formation and political mobilization“.

Sibylle Hamann

seit 2006 freie Journalistin und Autorin in Wien. Wöchentliche Kolumnistin für „Die Presse“, ständige Autorin für „Falter“ und „Emma“, Chefredakteurin der „Liga. Zeitschrift für Menschenrechte“, Lektorin am Journalismuslehrgang der FH Wien, Moderatorin und Vortragende.

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