Arbeitsbedingungen in der Ernte – Zunahme von Ausbeutung und Menschenhandel im Zeichen von Corona?

Time and Location

Online Konferenz 14.10.2020: 14 - 16:30 Uhr
Online VIDC/IOM Workshop (Nr 3) 15.10.2020: 10 - 11:45 (inkl. Pause)
Zusammenfassung der Workshopergebnisse: 11:45 - 12:15 Uhr

Registrierung für die Konferenz und die Workshops mit diesem Registrierungsformular bis 12.10.2020
Die Links und Zugangsdaten für die Online Teilnahme erhalten Sie nach der Registrierung.

Programm

Hier finden Sie das Konferenzprogramm inklusive Workshopbeschreibungen

Veranstaltungssprachen
Konferenz: Deutsch/Englisch (mit Simultandolmetschung)
IOM/VIDC Workshop: Deutsch (ohne Dolmetschung)

Kooperationen

Ausbeutung und Menschenhandel in der Erntearbeit

Erntearbeiter*innen © Stefania Prandi

Ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in der Ernte werden oft nicht gemeldet. Ein starkes Abhängigkeitsverhältnis, befristete Arbeitsverträge und die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren halten Erntearbeiter*innen davon ab, auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Migrantische Erntearbeiter*innen sind deutlich vulnerabler als nicht-migrantische, da sie meist nicht über die Sprachkenntnisse, die Unterstützungsnetzwerke und das Wissen über die rechtliche Situation und soziale Dienstleistungen verfügen. Die globale wirtschaftliche Rezession, die eingeschränkte Mobilität der regulären Arbeitsmigration sowie die eingeschränkte Kontrolle von gesetzlichen Arbeitsstandards aufgrund von Corona Maßnahmen erhöhen die Gefahr der Ausbeutung und des Menschenhandels in der Erntearbeit.
Dieser Workshop wird die Auswirkungen der Pandemie auf Rechtsverletzungen gegen migrantische Erntehelfer*innen, besonders in Hinblick auf Ausbeutung und Menschenhandel, unter die Lupe nehmen. Vielversprechende Vorgehensweisen werden identifiziert, um Zugang zu Rechten zu stärken und ausbeuterische Praktiken vorzubeugen.

VIDC/IOM Workshop im Rahmen der Konferenz "Menschenhandel im Zeichen von Corona" der österreichischen Task Force

Der VIDC Workshop findet in Kooperation mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) im Rahmen der virtuellen Konferenz „Menschenhandel im Zeichen von Corona“ statt. Diese Konferenz wird von der österreichischen Task Force zur Bekämpfung des Menschenhandels in Zusammenarbeit mit VIDC und IOM organisiert. Anlass ist der EU Tag zur Bekämpfung von Menschenhandels am 18. Oktober.

Inputgeber*innen

Alexander Spiegelfeld ist seit 2017 Mitarbeiter für Forschung und Kommunikation bei der Internationalen Organisation für Migration, Landesbüro für Österreich. Vor seiner Tätigkeit bei IOM arbeitete er als Programme Manager an der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission. Alexander studierte Social Policy and Development an der London School of Economics and Political Science, sowie Nonprofit-, Sozial-, und Gesundheitsmanagement am Management Center Innsbruck.

Heimo Gleich ist Jurist und seit 2002 Leiter der Rechtsabteilung der Niederösterreichischen Landarbeiterkammer, der gesetzlichen Interessenvertretung für Dienstnehmer*innen in der Land- und Forstwirtschaft. Als solcher gestaltet er den für Erntearbeiter*innen in Niederösterreich maßgeblichen Kollektivvertrag mit und berät bzw. vertritt Arbeitnehmer*innen in Fragen des Arbeitsrechts.

Elisa Kahlhammer ist Koordinatorin der Kampagne Sezonieri, die sich für die Rechte von Erntearbeiter*innen in Österreich einsetzt und versucht der Ausbeutung in der Landwirtschaft entgegen zu wirken. Sezonieri wird von der Pro-Ge (Produktionsgewerkschaft), diversen NGOs und Aktivist*innen getragen. Kahlhammer hat Soziologie und Politikwissenschaft studiert und eine Masterarbeit zu gewerkschaftlichem Handeln im Gastarbeitermodell verfasst. Zuvor war sie in einer feministischen Mädchenberatungsstelle tätig.