Vom Sudan nach Wien: Was bedeutet es, die eigene Heimat zu verlassen und sich dennoch nie zu verlieren? In „Die Donau kennt mich" erzählt Ishraga Mustafa Hamid von ihrem Weg des Ungehorsams – von Entwurzelung und Widerstand, von Migration, Rassismus und der Frage, wie Identität gegen fremde Zuschreibungen behauptet wird. Im Talk mit Michael Fanizadeh (VIDC) spricht sie auch über die aktuelle Lage im Sudan und verbindet ihre persönliche Geschichte mit der politischen Gegenwart ihres Heimatlandes. Eine poetisch-politische Abendveranstaltung über Standhaftigkeit, Erinnerung und die Kraft, dem eigenen Weg zu folgen.
Eine Kooperation mit Stadt Wien-Büchereien, dem Verein Mendy für Friedenskultur und Diversitätsmanagement und der Fachbuchhandlung AFRIEUROTEXT.
Sprache: Deutsch, Eintritt frei!
Anmeldung unter: Büchereien Wien

Hintergrund
Etwa drei Jahre nach dem Militärputsch 1989 im Sudan muss Ishraga Mustafa Hamid mit einem gerade erst abgeschlossenen Universitätsstudium ihr Heimatland verlassen.
Ishraga Mustafa Hamid erzählt von einem Leben zwischen dem Sudan und Wien, von Entwurzelung, Widerstand und der Bedeutung von „Heimat“. Mit ihrer persönlichen Geschichte, die ohne historische Persönlichkeiten wie Angelo Soliman, Rosa Parks, Seibane Wague und Marcus Omofuma nicht dieselbe wäre, öffnet sie den Blick auf Migration und Rassismus sowie die Frage, wie ein Mensch seine eigene Identität gegen fremde Zuschreibungen behaupten kann.
Es ist eine Erzählung von Standhaftigkeit und Neuorientierung, von Brüchen und Transformation – und von der Kraft, trotz aller Stürme dem eigenen Weg zu folgen. Mit literarischer Sensibilität und analytischer Schärfe schafft Ishraga Mustafa Hamid einen poetisch-politischen Raum, in dem Erinnerung nicht nur Rückschau bedeutet, sondern zum Ausgangspunkt für Selbstermächtigung und Zukunft wird.
Mitwirkende
Ishraga Mustafa Hamid
geboren in Kosti, Sudan, hat Kommunikationswissenschaft im Sudan und an der Universität Wien studiert sowie ein Doktoratsstudium am Institut für Politikwissenschaften in Wien abgeschlossen. Sie ist Schriftstellerin, Übersetzerin und Kulturschaffende, veröffentlichte neun Bücher auf Deutsch und Arabisch und zeichnet sich für die (Mit-)Übersetzung von weiteren zehn Büchern verantwortlich. Hamid ist Obfrau des Vereins Mendy mit dem Schwerpunkt Friedenskultur und Diversitätsmanagement, Koordinatorin von Schreibwerkstätten unter dem Titel „Wir schreiben unsere Geschichte(n) selbst“ für Migrantinnen und geflüchtete Frauen aus dem afrikanischen und arabischen Raum in Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern, Mitglied des Komitees „Writers for Peace“ des Österreichischen PEN-Clubs sowie Mitwirkende im Projekt Calliope des Frauenmuseums Hittisau, Vorarlberg. Ishraga Mustafa Hamid erhielt bereits mehrere Auszeichnungen, u.a.: Erwachsenenbildungs-Award (2007), Herta-Pammer-Preis der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (1998), das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien (2020) sowie den Englischen PEN-Award für die Übersetzung des Buches Ontha El Anhar (2023).
Marafi Mustafa
liest Passagen aus den Buch „Die Donau kennt mich.“ Sie studiert Soziale Arbeit in Graz und ist in der Schwarzen Frauen Community Wien aktiv. Dort ist sie unter anderem mitverantwortlich für die Administration des LEA-Projekts „WE CAN “ sowie für die Planung und Durchführung von Workshops.
Moderation: Michael Fanizadeh
ist stellvertretender VIDC-Geschäftsführer sowie Projektkoordinator bei VIDC Global Dialogue. Seine thematische Expertise liegt bei Migration und Entwicklung, Klimakrise und Vertreibung, Menschenrechten und Antidiskriminierung sowie Diaspora-Engagement.




