Otoo ist eine britisch-deutsche Schriftstellerin, Publizistin und Aktivistin in den Bereichen Feminismus und Antirassismus. U.a. wurde sie 2016 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet.
Donnerstag, 26. November, 19.00 – 20:30 Uhr
Hauptbücherei am Gürtel, 1070, Urban-Loritz-Platz 2a
Eine Kooperation mit der Buch Wien und Stadt Wien-Büchereien.
Sprache: Deutsch, Eintritt frei!
Anmeldung unter: Büchereien Wien
Hintergrund

Sie sind auf dem Weg nach Timmendorfer Strand: Amata Haller und ihr Chef Heinz Brockhaus, der ihr angeboten hat, sie mit dem Auto dorthin zu fahren. Amata ist in Eile, ihre Mutter wartet, wie jedes Jahr am 3. Mai. An diesem Tag jährt sich der Untergang der Cap Arcona, jene Katastrophe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, die ihr Großvater nur knapp überlebt hat. Die Hitze drückt auf die überfüllten Straßen, die Fahrt wird immer länger, Brockhaus redet ununterbrochen, und Amata verliert die Fassung. Am Ende des Tages wird Brockhaus nicht mehr leben, und Monate später wird Amata vor Gericht stehen.
„[...] so irritierend wie spannend, wie Otoo über die Vorgeschichte des Mordes deutsche Kolonialgeschichte, den Zweiten Weltkrieg und Amatas Familiengeschichte als Teile eines unbestreitbaren Ganzen erfahrbar macht.“ (Dresdner Neueste Nachrichten, 2.10.2026)
Mitwirkende
Sharon Dodua Otoo
ist Schriftstellerin, Herausgeberin der englischsprachigen Buchreihe „Witnessed“ und Kuratorin des Schwarzen Literaturfestivals „Resonanzen“. Mit dem Text „Herr Gröttrup setzt sich hin“ gewann Otoo 2016 den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2020 hielt sie die Klagenfurter Rede zur Literatur „Dürfen Schwarze Blumen Malen?“, die im Verlag Heyn erschien. Ihr erster Roman „Adas Raum“ wurde 2023 für die Shortlist des BücherFrauen-Literaturpreises „Christine“ ausgewählt und in mehrere Sprachen übersetzt. Es folgten weitere Auszeichnungen und Stipendien; 2025 hielt sie die Zürcher Poetikvorlesung. 2026 erschien ihr zweiter Roman „So, in etwa, ist es geschehen“, mit dem sie auf der Shortlist für den Preis der LiteraTour Nord 2027 steht. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Moderation: Iris P. M. Neuberg
ist Moderatorin, Spoken-Word-Künstlerin und Public Speaker mit Fokus auf partizipative Dialoge zu (Anti-Schwarzem) Rassismus, intersektionalem Feminismus und sozialer Gerechtigkeit. Als Moderatorin arbeitete sie u. a. für die Stadt Wien, ZARA und African Cultural Foundation. Ihre Expertise liegt in der interaktiven Einbindung von Publikum und Expert:innen sowie in der Entwicklung innovativer Eventformate. Als Spoken-Word-Künstlerin und Autorin verbindet sie politische Themen mit künstlerischem Ausdruck, in Live-Performances oder ihrem lyrisch-essayistischen Werk Was nützt die Liebe in Gedanken?



