Gemeinsam mit der ÖFSE und dem Bruno Kreisky Forum organisierte das VIDC am 19. Oktober 2026 eine Veranstaltung zum Thema “Free trade as a driver for Africa´s economic integration?”. Die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) ist Afrikas wichtigstes Projekt zur wirtschaftlichen Integration. Sie soll den innerafrikanischen Handel stärken, regionale Wertschöpfungsketten fördern, die Industrialisierung vorantreiben und Afrikas Position in der Weltwirtschaft verbessern.
Keynote

H.E. Wamkele Mene, Secretary-General, African Continental Free Trade Area und ehemaliger Vertreter Südafrikas bei der WTO
Bernhard Tröster, Senior Researcher, Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung

Panel
Cynthia E. Gnassingbe-Essonam, Director for Private Sector Engagement & Communications, Office of the Secretary - General, African Continental Free Trade Area Secretariat
Leena K. Hoffmann, Associate Fellow in the Africa Program at Chatham House, UK; member of the International Council of Transparency International
Miriam Mona Mukalazi, Africa Policy Program, Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (Moderation)
African Continental Free Trade Area
Seit Inkrafttreten des Abkommens wurden wichtige politische, rechtliche und institutionelle Grundlagen geschaffen. Die Umsetzung bleibt jedoch eine Herausforderung: Neben Zollsenkungen braucht es effizientere Zollverfahren, bessere Transport- und Logistikstrukturen, leichteren Zugang zu Finanzmitteln sowie gemeinsame Standards und stärkere Produktionskapazitäten.
Die abschließende Diskussion mit dem Publikum führte zentrale Fäden des Abends zusammen. Bezüglich der Befürchtung einer erneuten Fragmentierung betonten die Referentinnen, dass das AfCFTA-Sekretariat nicht in Konkurrenz zu bestehenden regionalen Wirtschaftsgemeinschaften agiere, sondern deren Regelwerke harmonisiere. Die dezentrale Ebene der Regionalverbände bleibe essenziell, um spezifische Marktdynamiken aufzugreifen und in die kontinentale Architektur einzubinden.
In der Gesamtbetrachtung wurde deutlich, dass die AfCFTA erst dann von einem bürokratischen Instrument zu einer wirksamen gesellschaftlichen Transformation reift, wenn der private Sektor, kleine und mittlere Unternehmen, vulnerable Gruppen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen die zugesagten Rechte aktiv einfordern können und damit Druck auf ihre jeweiligen nationalen Regierungen ausüben. Zusammenfassend zeigt sich die AfCFTA damit nicht als fertiger, statischer Plan, sondern vielmehr als iterativer, gesellschaftlich auszugestaltenden Transformationsprozess. Seine Ergebnisse hängen dabei nicht nur von der Berücksichtigung von einer Reihe an unterschiedlichen Akteur*innen ab, sondern ebenso von der Einflussnahme globaler Player.

