Österreichs Afrikastrategie trifft auf afrikanische Interessen

Wie konsequent können afrikanische Prioritäten berücksichtigt werden?

Außenministerin Meinl-Reisinger im Austausch mit den afrikanischen Botschafter*innen in Wien ©BMEIA/Gruber

(29. Jänner 2026) 2025 verkündete die österreichische Außenministerin, Beate Meinl-Reisinger, die Erarbeitung einer Afrikastrategie 2026-2029. Kernelemente der Strategie sind Stabilität, Sicherheit & Resilienz; Wirtschaftliche Zusammenarbeit; Migration & Mobilität; Bildung, Wissenschaft, Kultur & Umwelt. Das VIDC begleitet diesen Prozess als kritischer Beobachter und fördert die Kooperation sowie den Dialog zwischen den unterschiedlichen Stakeholdern. Startschuss war die Kooperationsveranstaltung am 9. Dezember 2025 im Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog bei der die Eckpfeiler der Strategie vorgestellt wurden.

Agenda 2063 der Afrikanischen Union

„The Africa We Want“ lautet der Titel der Agenda 2063 der Afrikanischen Union und formuliert somit einen Anspruch auf Selbstbestimmung. Österreich möchte verstärkt einen Beitrag zu Frieden und Sicherheit, Resilienz und Minderung von Krisenursachen leisten. Ein Anknüpfungspunkt für Österreich könnte das AU Political Affairs, Peace and Security Department sein. Österreich könnte durch gezielte institutionelle Kooperationen die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf fachlicher Ebene stärken sowie bereits vorhandene Expertise systematisch einbringen. So verwendet auch die AU das Konzept der „menschlichen Sicherheit“ sowie den Humanitarian-Development-Peace-Nexus (HDP) als Wegweiser ihrer Sicherheitspolitik. Österreichs Afrikastrategie sollte daher noch stärker an die AU-Prioritäten anknüpfen und regionale Schwerpunkte aufgreifen, z.B. an die African Commission on Nuclear Energy (AFCONE), den IGAD Conflict Early Warning and Response Mechanism (CEWARN) oder auch die regionalen Aktionspläne zu Frauen, Frieden und Sicherheit. Zugleich muss die neue Strategie eine glaubwürdige Balance zwischen österreichischen Interessen und Österreichs Rolle in der Europäischen Union sowie bei den Vereinten Nationen finden. 

Afrikanische Staaten bei den Vereinten Nationen

Österreich bekennt sich zur Förderung eines effektiven Multilateralismus. Die Einflussnahme der Regionalgruppe der afrikanischen Staaten sowie der A3 bei der UN sollten hierbei nicht unterschätzt werden. Für Österreich könnten sich mit einem nicht-ständigen Sitz im UN Sicherheitsrat insbesondere dort Handlungsräume eröffnen, wo Dialog und Kooperation weiterentwickelt werden und sich internationale Einflusskonstellationen neu ordnen, z.B. bei der Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten bezüglich Abrüstung, Rüstungskontrolle und den nuklearen Nichtverbreitungsvertrag. In Zeiten eines fragilen Multilateralismus wird sich Österreich noch stärker die Frage stellen müssen, wie es seine außenpolitischen Prioritäten mit den sich verändernden Strukturen der UN, der Afrikanischen Union und einzelner afrikanischer Staaten kohärenter verknüpfen kann. 

Das VIDC und seine Arbeit zur Afrikastrategie

2026 wird sich das VIDC allen vier Kernelementen der Afrikastrategie widmen. Eine wichtige Leitfrage wird sein, wie Österreich trotz geringem Mitteleinsatz eine nachhaltige Wirkung erzielen kann und wie die kommende Afrikastrategie sich kohärent mit der Hilfe von bestehenden Strategien umsetzen lassen wird. Beispielsweise organisiert das VIDC am 7. Mai 2026 gemeinsam mit der Arbeiterkammer (AK) sowie mit dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) eine Veranstaltung zu den Themenfeldern „Wirtschaftliche Zusammenarbeit“ und „Migration & Mobilität“. Dort wird konkret darauf eingegangen, welche Rolle die Sozialpartner sowie die Diaspora bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem afrikanischen Kontinent einnehmen müssen. Darüber hinaus arbeitet das VIDC eng mit seinen institutsübergreifenden Kooperationspartner*innen, wie z.B. aus der Arbeitsgruppe Sport und Menschenrechte (fairplay) sowie mit dem Artist in Residence Programm (kulturen in bewegung), zusammen.

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