Klimakrise befeuert Vertreibung

Podiumsdikussion mit Adil Najam, Raya Muttarak and Jane Linekar

Zeit und Ort


4. November 2021, 19:00 – 21:00 Uhr

Hauptbücherei am Gürtel, Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

Es gelten die aktuellen COVID-19 Schutzmaßnahmen Wiens und des Bundes (geimpft, genesen oder negativer PCR-Test).

Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich: fanizadeh@remove-this.vidc.org

Sprache: Englisch mit Simultandolmetschung ins Deutsche

Programm


Keynote: Adil Najam

(geboren in Pakistan), ist ein Umweltforscher und Experte für den Klimawandel an der Boston University, U.S.A. Er war einer der Hauptautoren des 3. und 4. Berichts des Weltklimarats der Vereinten Nationen und erhielt dafür als Teil des Forscherteams gemeinsam mit Al Gore den Friedensnobelpreis 2007.

Diskutantinnen:

Raya Muttarak

ist Expertin für die Wahrnehmung des Klimawandels, soziale Ungleichheit, Gesundheit und Migration am Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA), Österreich

Jane Linekar

leitet ein neues Projekt zum Thema Klima und Mobilität in Afrika am Mixed Migration Centre in Genf, Schweiz

Moderation: Daniela Paredes Grijalva

DOC-ÖAW Fellow und Forscherin am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Eröffnung: Michael Fanizadeh

VIDC-Global Dialogue

Workshop

Klimawandel, Vertreibung und Entwicklungspolitik

5. November 2021, 9:45 - 13:30

C3 - Centrum für Internationale Entwicklung
Sensengasse 3
1090 Wien

Zur Vertiefung der Podiumsdiskussion "Klimakrise verstärkt Vertreibung" veranstalten VIDC und IIASA einen Workshop, um das Wissen zum Thema zu vertiefen und konkrete Ergebnisse für die weitere Arbeit zu erhalten.

Programm des Workshops

Beim Workshop gilt die 2 G-Regel (geimpft, genesen).
Aufgrund der Covid-19-Pandemie gibt es eine begrenzte Teilnehmerzahl.

Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich: fanizadeh@remove-this.vidc.org

Kuratiert von


Michael Fanizadeh, VIDC-Global Dialogue

Kooperationen

© Shutterstock/ Asianet Pakistan

© Shutterstock/ Asianet Pakistan

Die Veranstaltung geht der Frage nach, wie sich die Klimakrise auf Konflikte und Vertreibungen im Globalen Süden auswirken. Was wären notwenige Anpassungsstrategien zur Katastrophenrisikominderung in den ärmeren und besonders bedrohten Ländern des Globalen Südens? Wie können Länder mit hohem Risiko und geringer Kapazität gezielt dabei unterstützt werden, sich vor den Auswirkungen des Klimawandels besser zu schützen? Wie ist der Status Quo in Bezug auf Klimawandel und Vertreibung? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Konflikten und der Klimakrise? Wer ist von Vertreibungen besonders betroffen? Ist klimabedingte Vertreibung weiblich?

Hintergrund

Unter dem Motto „Uniting the world to tackle climate change” findet in Glasgow vom 31. Oktober bis 12. November 2021 die 26. UN-Klimakonferenz (COP26) statt. Die Konferenz vollzieht sich vor dem Hintergrund einer immer schneller und folgenschwerer voranschreitenden Klimakrise – das haben die Waldbrände in den Mittelmeerregionen sowie die Überschwemmungen in Deutschland in diesem Sommer sehr deutlich gezeigt. Auch der Sachstandsbericht des Weltklimarats der Vereinten Nationen vom August dieses Jahres spricht eine eindeutige Sprache: Der Bericht geht davon aus, dass die Klimaveränderungen in den kommenden Jahrzehnten in allen Regionen zunehmen werden. Bei einer globalen Erwärmung von 1,5°C wird es immer mehr Hitzewellen, längere warme und kürzere kalte Jahreszeiten geben.  Bei 2°C globaler Erwärmung würden Hitzeextreme häufiger und kritische Toleranzschwellen für Landwirtschaft und Gesundheit erreicht, so der Bericht.

Menschen in den Ländern des Globalen Südens sind von den kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen. Die Weltbank geht in einem aktuellen Bericht von bis zu 216 Millionen Binnenvertriebenen aufgrund des Klimawandels bis zum Jahr 2050 aus. Diese Menschen können sich vor den häufigen und intensiver werdenden wetterbedingten Ereignissen, wie Überschwemmungen, Feuer, Dürren und Stürmen weniger schützen und sind immer häufiger gezwungen ihre Herkunftsorte zu verlassen und ein neues Zuhause zu suchen.

Podium

Adil Najam

(* in Pakistan) ist Umweltforscher und Experte auf dem Gebiet des Klimawandels. Najam ist Professor für Global Public Policy, Internationale Beziehungen, Geografie und Umwelt sowie Dekan der Frederick S. Pardee School of Global Studies an der Boston University in den Vereinigten Staaten. 2008 holte ihn UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in das United Nations Committee on Development Policy. Najam war zudem einer der Hauptautoren des dritten und vierten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC) der Vereinten Nationen (2001 bzw. 2007). 2007 erhielt der IPCC gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore den Friedensnobelpreis für seine Bemühungen, den Klimawandel in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken.

Raya Muttarak

ist Programmdirektorin des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) Program on Population and Just Societies (POPJUS) und amtierende Forschungsgruppenleiterin der Forschungsgruppe Migration and Sustainable Development (MIG). Seit 2017 ist sie außerdem Direktorin für Bevölkerung, Umwelt und nachhaltige Entwicklung am Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital, einer Kooperation zwischen IIASA, der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Muttaraks Forschung konzentriert sich hauptsächlich auf die wechselseitige Beziehung zwischen Bevölkerung und Umwelt. Zu ihren aktuellen Forschungsprojekten gehören: 1) Unterschiedliche Auswirkungen von Klimaschwankungen auf die menschliche Gesundheit, Migration und das Wohlergehen von Kindern, 2) Einstellungen zum Klimawandel, Wahlverhalten und Umweltverhalten, 3) Modellierung und Vorhersage zukünftiger Anfälligkeit und Anpassungsfähigkeit.

Jane Linekar

4Mi Global Coordinator, ist seit Mai 2019 als Koordinatorin des 4Mi-Projekts beim Mixed Migration Centre tätig und leitet ein neues Projekt zum Thema Klima und Mobilität in Afrika. Zuvor war sie Forscherin und leitende Redakteurin am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf und Koordinatorin des Analyseteams bei ACAPS. Sie hat auch mit einer Reihe anderer internationaler NGOs und Think Tanks zusammengearbeitet.

Daniela Paredes Grijalva

ist DOC-ÖAW Fellow und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In ihrem Dissertationsprojekt an der Universität Wien untersucht sie, wie (Im)Mobilitäten mit Umweltveränderungen in Indonesien zusammenhängen. Zuvor hat sie sich als Forscherin und Praktikerin mit transnationaler Migration, Gender und sozialem Schutz beschäftigt.

Michael Fanizadeh

ist Politikwissenschaftler. Seine Arbeitsbereiche bei VIDC Global Diaolgue sind Migration und Entwicklung, Menschenrechte und Antidiskrimnierung mit einem regionalen Fokus auf den Nahen und Mittleren Osten. In den vergangenen Jahren entwickelte er am VIDC einen Schwerpunkt zu den sozialen und politischen Entwicklungen in Afghanistan. Er ist zudem Leiter der Arbeitsgruppe Migration und Entwicklung in der Arbeitsgruppe Globale Verantwortung, dem Dachverband entwicklungspolitischer und humanitärer NGOs in Österreich.