Fluchtursache Klimawandel?!

Zeit und Ort


Do., 10. November 2022, 19:00 - 21:00 Uhr
Hauptbücherei am Gürtel, Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

Veranstaltungssprachen: Englisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: fanizadeh@remove-this.vidc.org

Programm


Paula Banerjee

Professorin an der Abteilung für Süd- und Südostasienstudien an der Universität Kalkutta

Pato Kelesitse

Expertin für nachhaltige Entwicklung in Gaborone, Botswana und Projektleiterin beim South African Climate Action Network

Simon Bunchuay-Peth 

Humangeograph und Migrationsforscher am Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien

Moderation: Daniela Paredes Grijalva

DOC-ÖAW Fellow und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Eröffnung:

Michael Fanizadeh, VIDC und Janine Wurzer, WIDE

Entwicklungstagung 2022


Die Veranstaltung findet in Kooperation mit WIDE - Entwicklungspolitisches Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven und als Vorveranstaltung der Österreichischen Entwicklungstagung statt.

Die österreichische Entwicklungstagung findet vom 11.-13. November 2022 in Linz statt. Sie widmet sich den „Globalen Ungleichheiten“ in Zeiten sich verschärfender Krisen.

Bei der Entwicklungstagung organisiert das VIDC zwei Foren:
Ungleichheit gegenSteuern
Ungleichheit, Migration und Klimagerechtigkeit: Stimmen aus dem Globalen Süden (mit Paula Banerjee, Pato Kelesitse  und Daniela Paredes Grijalva)

Anmeldung zur Entwicklungstagung bis 8. November hier.

Kuratiert von

Michael Fanizadeh, VIDC Global Dialogue und Janine Wurzer, WIDE

Kooperationen

Logo WIDE
Logo Entwicklungstagung
Karachi, Pakistan, © shutterstock/Asianet-Pakistan

Karachi, Pakistan, © shutterstock/Asianet-Pakistan

Auch wenn wir alle den Klimawandel spüren, wirkt er sich doch ungleich aus, je nachdem, wo wir leben. Besonders betroffen sind ärmere Länder im Globalen Süden, die sich weniger vor den Auswirkungen der Klimakatastrophe schützen können. Diese Problematik ist auch Thema der 27. Weltklimakonferenz (COP 27), die vom 7. – 18. November im ägyptischen Sharm El Sheikh stattfindet. Bei der Konferenz geht es darum, die globalen Klimaschutzmaßnahmen durch Emissionsreduzierung zu beschleunigen und verstärkt Anpassungsbemühungen in den ärmsten Ländern dieser Welt auf den Weg zu bringen. 

Die indische Migrationsforscherin Paula Banerjee, Pato Kelesitse vom South African Climate Action Network und der Wiener Forscher Simon Bunchuay-Peth werden über Migration im Kontext des Klimawandels diskutieren, ausgehend von Ansätzen, die auf Klima-, Gender- und soziale Gerechtigkeit ausgerichtet sind. 

Denn wir wissen, dass CO2-Emissionen vor allem im Globalen Norden verursacht werden, die Folgen der Klimakrise jedoch vor allem im Globalen Süden besonders spürbar sind: Klimabedingte Katastrophen und die schleichende Erosion von Lebensgrundlagen aufgrund der klimatischen Veränderungen zwingen dort immer mehr Menschen dazu, ihr Zuhause zu verlassen. Viele migrieren auf der Suche nach einer neuen Existenz und besseren Zukunft in nahegelegene Städte oder entferntere Regionen; andere stranden völlig mittellos in Notunterkünften und Flüchtlingslagern. Für diejenigen, die nicht abwandern können – insbesondere Menschen, die von Subsistenzarbeit leben und alles verlieren, wenn sie ihr Land verlassen –, heißt das, unter immer schlechteren Bedingungen leben zu müssen. 2021 waren weltweit mehr als 23 Mio. Menschen von (vorübergehender) Vertreibung betroffen, insbesondere in den Ländern Asiens und Afrikas.

Podium

Paula Banerjee

wurde durch ihre Forschungsarbeiten über Frauen in Grenzgebieten und „Frauen und erzwungene Migration“ bekannt. Vormals Rektorin der Sanskrit-Universität und Präsidentin der „International Association for Studies in Forced Migration“, ist sie derzeit Professorin an der Abteilung für Süd- und Südostasienstudien an der Universität Kalkutta. Sie ist Senior Researcher bei der „Calcutta Research Group“, die für ihre Forschungen zu Migration und Zwangsmigration bekannt ist, und Trägerin zahlreicher Auszeichnungen und Stipendien. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen gehören „Gender, Identity and Migration in India“ (2022) und „Indian Migrant Workers and the Pandemic“ (2021). Sie ist Herausgeberin von Refugee Watch und Mitglied des Redaktionsbeirats von internationalen Zeitschriften wie dem Oxford Journal of Refugees. 

Pato Kelesitse

ist Expertin für nachhaltige Entwicklung in Gaborone, Botswana. Sie setzt sich für Klimagerechtigkeit ein, wobei sie die Geschlechterperspektive als eine der wichtigsten Voraussetzungen für Entwicklung betrachtet. Sie hat einen Bachelor of Arts in Rechnungswesen und Finanzen und absolviert einen Master of Arts in Development Studies an der Universität von Botswana. Kelesitse ist die Gründerin von Sustain267 und Gastgeberin des Sustain267-Podcasts, einer Reihe von Gesprächen über Klimawandel und Nachhaltigkeit mit afrikanischen Expert*innen, um deren Stimmen und Lösungen innerhalb der Bewegung für Klimagerechtigkeit zu verstärken: anchor.fm/sustain267. Zudem ist sie beim South African Climate Action Network, einem Teil des weltweiten Climate Action Networks (CAN) engagiert.

Simon Bunchuay-Peth

ist Humangeograph und Migrationsforscher am Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien. Er beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit sozialer Anpassung an den Klimawandel und Migration im Kontext von Umweltveränderungen. Simon Bunchuay-Peth war zu diesem Thema in vielen Forschungsprojekten beteiligt u.a. in Äthiopien, Bangladesch, Thailand und Singapur. Er sagt: „Es sind vor allem die indirekten Auswirkungen des Klimawandels, die wir betrachten müssen, wenn wir Migration im Kontext von Umweltveränderungen verstehen wollen.“  

Daniela Paredes Grijalva

ist DOC-ÖAW Fellow und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In ihrem Dissertationsprojekt an der Universität Wien untersucht sie, wie (Im)Mobilitäten mit Umweltveränderungen zusammenhängen. Zuvor hat sie sich als Forscherin und Praktikerin mit transnationaler Migration, Gender und sozialem Schutz beschäftigt. Sie ist zudem Konsulentin am VIDC mit Schwerpunkt auf Klimagerechtigkeit und Migration.